Trump und der Kron­prinz Ein Schul­ter­schluss, der vie­les über Macht und wenig über Moral sagt

Es gibt Momen­te in der Poli­tik, die wir­ken wie eine kal­te Dusche, und genau so fühlt sich die­ser Auf­tritt im Wei­ßen Haus an, weil Donald Trump sich ohne jede Zurück­hal­tung vor Moham­med bin Sal­man stellt und so tut, als ob die Ver­gan­gen­heit kei­ne Rol­le spielt und als ob die Tötung von Jamal Khash­og­gi ein belang­lo­ser Betriebs­un­fall gewe­sen wäre, und genau hier beginnt das eigent­li­che Pro­blem, denn die­ser Besuch zeigt, wie bereit­wil­lig poli­ti­sche Macht wirt­schaft­li­che Inter­es­sen über Moral stellt und wie leicht ein schwe­res Ver­bre­chen in höf­li­che For­mu­lie­run­gen ver­packt wer­den kann, wenn Geld und Ein­fluss im Raum ste­hen.

Trump spricht von unglaub­li­chen Fort­schrit­ten bei den Men­schen­rech­ten, und man fragt sich unwill­kür­lich, ob er die Berich­te nicht kennt oder ob er sie ein­fach igno­riert und viel­leicht sogar bewusst ver­drängt, weil sie nicht zu sei­nem poli­ti­schen Nar­ra­tiv pas­sen und weil sie sei­nem gro­ßen Büh­nen­bild im Wege ste­hen wür­den, das er gern von sich selbst zeich­net als Anfüh­rer, der Deals macht und Erfolg ver­kör­pert und strah­len­de Part­ner prä­sen­tiert, und dabei ver­gisst oder ver­drängt, dass Men­schen­rech­te kei­ne Stör­fak­to­ren sind, son­dern Grund­pfei­ler eines glaub­wür­di­gen poli­ti­schen Han­delns.

Das alles wäre schon irri­tie­rend genug, doch die Auf­wer­tung Sau­di Ara­bi­ens zum wich­ti­gen Ver­bün­de­ten ohne NATO Mit­glied­schaft und die Zusa­ge moder­ner Kampf­jets set­zen dem Gan­zen noch die Kro­ne auf, weil sie zei­gen, dass Gewalt­po­ten­zi­al und poli­ti­sche Macht eng mit­ein­an­der ver­knüpft blei­ben und dass die­se Bezie­hung nicht von demo­kra­ti­schen Wer­ten getra­gen wird, son­dern von gegen­sei­ti­ger Nütz­lich­keit und stra­te­gi­scher Kal­ku­la­ti­on, und wer behaup­tet, das sei rei­ne Real­po­li­tik, soll­te den­noch kurz inne­hal­ten und sich fra­gen, wel­che Fol­gen es hat, wenn ein Land mit so frag­wür­di­ger Men­schen­rechts­bi­lanz noch stär­ker auf­ge­rüs­tet wird.

Es hilft wenig, dass MbS von Feh­lern spricht und beteu­ert, dass so etwas nicht wie­der vor­kom­men sol­le, denn Feh­ler pas­sie­ren nicht in pro­fes­sio­nel­len Tötungs­ap­pa­ra­ten und auch nicht in auto­ri­tä­ren Regi­men, die sys­te­ma­tisch Kri­tik unter­drü­cken und die Mei­nungs­frei­heit ein­schrän­ken, und genau des­halb wirkt die­se Ent­schul­di­gung wie ein Satz, der gesagt wer­den muss, damit die Büh­ne nicht kippt und die Kame­ras wei­ter­lau­fen und alle Betei­lig­ten so tun kön­nen, als sei die Ver­gan­gen­heit ein abge­schlos­se­nes Kapi­tel.

Die Wirt­schaft spielt in die­sem Thea­ter­stück natür­lich eine gro­ße Rol­le, und wenn eine Bil­li­on Dol­lar Inves­ti­tio­nen ver­spro­chen wird, dann glän­zen die Augen man­cher Poli­ti­ker, und das ist ver­ständ­lich, weil Inves­ti­tio­nen Arbeits­plät­ze schaf­fen und Wohl­stand brin­gen sol­len, doch wir soll­ten uns fra­gen, ob wir dafür bereit sind, weg­zu­se­hen, wenn es unbe­quem wird, und ob Demo­kra­tie und Men­schen­rech­te wirk­lich so leicht bei­sei­te gelegt wer­den dür­fen, wenn genug Kapi­tal im Raum steht, und ob ein sol­ches Vor­ge­hen auf Dau­er nicht mehr scha­det als hilft.

Die­ser Kom­men­tar rich­tet sich nicht gegen Dia­log und nicht gegen Diplo­ma­tie, denn bei­des ist essen­zi­ell für inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen, doch Diplo­ma­tie darf nicht bedeu­ten, dass man mora­li­sche Maß­stä­be von ges­tern auf heu­te ver­än­dert, nur weil es ein­fa­cher ist und nur weil Macht und Geld lau­ter spre­chen als Wer­te und Grund­sät­ze, und genau hier liegt die bit­te­re Wahr­heit die­ser Begeg­nung, denn sie zeigt, dass man­che poli­ti­schen Füh­rer lie­ber Schul­ter­klop­fen aus­tau­schen, als Ver­ant­wor­tung ein­for­dern, und lie­ber Deals fei­ern, als sich der Ver­gan­gen­heit und ihren Kon­se­quen­zen zu stel­len.

Am Ende bleibt ein scha­ler Nach­ge­schmack, weil deut­lich wird, wie leicht Inte­gri­tät ero­die­ren kann und wie schnell poli­ti­sche Insze­nie­rung wich­ti­ge Fra­gen über­strahlt, und viel­leicht soll­ten wir uns öfter fra­gen, was uns als Gesell­schaft wirk­lich wich­tig ist und was wir zu opfern bereit sind, und ob wir sol­che Bil­der ein­fach hin­neh­men wol­len oder ob wir lau­ter sein müs­sen, wenn Macht ohne Moral gefei­ert wird.


Wirt­schaft­li­che Aspek­te der neu­en US Sau­di Abkom­men – Stich­punk­te

  • Auf­sto­ckung der sau­di­schen Inves­ti­ti­ons­zu­sa­gen in den USA von 600 Mil­li­ar­den auf 1 Bil­li­on Dol­lar
    (Groß­pro­jek­te in Infra­struk­tur, Tech­no­lo­gie und Indus­trie)
  • Ver­tie­fung der Zusam­men­ar­beit im Bereich kri­ti­scher Mine­ra­li­en
    (Gemein­sa­mer Rah­men zur Siche­rung und Diver­si­fi­zie­rung stra­te­gi­scher Lie­fer­ket­ten)
  • Abschluss eines KI Abkom­mens, das Sau­di Ara­bi­en Zugang zu US Spit­zen­tech­no­lo­gie gibt
    (gleich­zei­tig Schutz ame­ri­ka­ni­scher Tech­no­lo­gie vor aus­län­di­schem Ein­fluss)
  • Aner­ken­nungs­ab­kom­men für US Fahr­zeug­si­cher­heits­stan­dards, wodurch Han­dels­hür­den sin­ken
    (Erleich­ter­ter Markt­zu­gang für US Fahr­zeug- und Zulie­fer­indus­trie)
  • Inten­si­vie­rung der Gesprä­che über Abbau nicht­ta­rifä­rer Han­dels­hemm­nis­se
    (Stan­dards, Inves­ti­ti­ons­um­feld, regu­la­to­ri­sche Koope­ra­ti­on)
  • Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen US Finanz­mi­nis­te­ri­um und sau­di­schem Finanz­mi­nis­te­ri­um zur
    Stär­kung der Zusam­men­ar­beit an Kapi­tal­märk­ten, Stan­dards und Regu­lie­rung
  • Neue wirt­schaft­li­che Chan­cen für US Unter­neh­men durch
    erwei­ter­te Export­mög­lich­kei­ten und Inves­ti­tio­nen in ame­ri­ka­ni­sche Inno­va­ti­ons­sek­to­ren

Mili­tä­ri­sche Koope­ra­ti­on

  • Ver­kauf von F‑35-Kampf­jets – erst­mals über­haupt an ein ande­res Land als Isra­el.
  • Lie­fe­rung von ~300 US-Pan­zern.
  • Stra­te­gic Defen­se Agree­ment (SDA): his­to­ri­sches Ver­tei­di­gungs­ab­kom­men zur Ver­tie­fung der Koope­ra­ti­on.

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