US-Märk­te: Erho­lung dank Gewinn­op­ti­mis­mus, fal­len­den Ren­di­ten und Rota­ti­on aus Tech­no­lo­gie

Markt­be­we­gung

Die US-Akti­en­märk­te been­de­ten den Han­del über­wie­gend freund­lich, nach­dem anfäng­li­che Ver­lus­te im Tages­ver­lauf auf­ge­holt wur­den. Der Dow Jones stieg um rund 1,0 % auf 52.496 Punk­te und erreich­te zeit­wei­se ein Fünf­wo­chen­hoch. Der S&P 500 leg­te knapp 0,3–0,4 % zu, wäh­rend der Nasdaq 100 mit einem Minus von 0,13 % leicht zurück­blieb. Auf­fäl­lig war die deut­lich bes­se­re Ent­wick­lung klei­ne­rer und zykli­scher Titel: Der Rus­sell 2000 gewann 1,65 %, der S&P Small­Cap 600 1,34 % und der Mid­Cap 400 knapp 1 %. Gleich­zei­tig fiel der Vola­ti­li­täts­in­dex VIX um gut 6 %. U.S. & Ame­ri­cas Stock Inde­xes U.S. & Ame­ri­cas Stock Inde­xes

Ursa­chen und Mark­tro­ta­ti­on

Getra­gen wur­de die Erho­lung vor allem von über­ra­schend guten Quar­tals­er­geb­nis­sen, sin­ken­den Anlei­he­ren­di­ten und einem Rück­gang der Ölprei­se. Rund 83 % der bis­lang berich­ten­den S&P‑500-Unternehmen über­tra­fen die Erwar­tun­gen; für das drit­te Quar­tal wird inzwi­schen ein Gewinn­wachs­tum von etwa 25 % gegen­über dem Vor­jahr erwar­tet. Gleich­zei­tig setz­te sich eine Rota­ti­on weg von hoch bewer­te­ten KI- und Halb­lei­ter­wer­ten hin zu klas­si­schen Wirt­schafts­sek­to­ren, Ban­ken, Gesund­heits­wer­ten und defen­si­ve­ren Titeln fort. Sor­gen über den hohen Kapi­tal­be­darf für Rechen­zen­tren und KI-Infra­struk­tur belas­te­ten ins­be­son­de­re Chip­wer­te.

Zin­sen und Anlei­he­markt

Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen sank auf etwa 5,1 %, auch die lang­fris­ti­gen Ren­di­ten gaben nach. Aus­schlag­ge­bend waren schwa­che Immo­bi­li­en­da­ten und rück­läu­fi­ge Ölprei­se, die den Infla­ti­ons­druck zumin­dest kurz­fris­tig min­der­ten. Für die unmit­tel­bar bevor­ste­hen­de Fed-Sit­zung wird über­wie­gend mit unver­än­der­ten Leit­zin­sen gerech­net; eine wei­te­re Straf­fung im Dezem­ber bleibt jedoch ein wesent­li­ches Markt­ri­si­ko. Damit befin­det sich der Markt in einem Span­nungs­feld zwi­schen wei­ter­hin hart­nä­cki­gem Infla­ti­ons­druck und ers­ten deut­li­che­ren Brems­spu­ren in zins­sen­si­ti­ven Tei­len der Wirt­schaft.

Kon­junk­tur

Beson­ders schwach prä­sen­tier­te sich der US-Immo­bi­li­en­sek­tor. Die Bau­be­gin­ne fie­len im Sep­tem­ber um 5,2 % auf annua­li­siert 1,221 Mil­lio­nen Ein­hei­ten und damit den drit­ten Monat in Fol­ge. Noch nega­ti­ver über­rasch­ten die schwe­ben­den Haus­ver­käu­fe, die um 7,3 % ein­bra­chen und ein Rekord­tief erreich­ten. Hohe Hypo­the­ken­zin­sen belas­ten damit sowohl Nach­fra­ge als auch Bau­tä­tig­keit zuneh­mend. Die Bau­ge­neh­mi­gun­gen san­ken dage­gen nur leicht und hiel­ten sich bes­ser als erwar­tet.

Ein­zel­ak­ti­en und Sek­to­ren

Zu den stärks­ten Berei­chen gehör­ten Gesund­heits- und Phar­ma­ti­tel. Eli Lil­ly, Merck, Amgen und zahl­rei­che Ver­si­che­rer leg­ten deut­lich zu. 3M gewann mehr als 5 %, nach­dem der Kon­zern die Gewinn­erwar­tun­gen über­traf und sei­nen Jah­res­aus­blick erneut anhob. Equi­fax stieg nach bes­se­ren Ergeb­nis­sen um mehr als 11 %, Has­bro sogar um über 10 %. Soft­ware­ti­tel wie Work­day, Ado­be und Ser­viceNow pro­fi­tier­ten eben­falls.

Auf der Ver­lie­rer­sei­te fiel Gene­ral Motors um mehr als 6 %, obwohl der Gewinn über den Erwar­tun­gen lag; ent­schei­dend war die ein­ge­eng­te Jah­res­pro­gno­se. Gene­ral Elec­tric gab trotz ange­ho­be­ner Jah­res­zie­le nach, weil der impli­zi­te Aus­blick für das vier­te Quar­tal ent­täusch­te. Gleich­zei­tig blieb der KI-Kom­plex anfäl­lig: Core­Wea­ve, Micron, Mar­vell und Arm gerie­ten unter Druck, wäh­rend schwä­che­re Ener­gie­prei­se Flug­ge­sell­schaf­ten und Kreuz­fahrt­an­bie­ter unter­stütz­ten.


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