Marktbewegung
Die US-Aktienmärkte haben zur Wochenmitte deutlich zugelegt und damit die vorherige Volatilität zunächst abgeschüttelt. Besonders stark präsentierte sich der Technologiesektor: Der Nasdaq Composite gewann rund 1,1 Prozent, der Nasdaq 100 etwa 1,1 Prozent. Der S&P 500 stieg um knapp 0,6 Prozent, der Dow Jones um rund 0,7 Prozent. Auffällig war zugleich der Rückgang der Marktvolatilität, während Halbleiterwerte überdurchschnittlich zulegten. Die Aufwärtsbewegung blieb damit klar wachstums- und technologiegetrieben.
Ursachen der Kursgewinne
Im Zentrum stand erneut die Erwartung eines anhaltend hohen Investitionstempos rund um Künstliche Intelligenz. Starke Geschäftszahlen von SpaceX und Super Micro Computer zerstreuten zumindest vorübergehend die Sorge, der KI-Investitionsboom könnte an Dynamik verlieren. Besonders die angekündigten hohen Investitionen von SpaceX sowie kräftiges Umsatzwachstum wurden als Signal gewertet, dass der Ausbau von Rechenleistung, Infrastruktur und KI-Anwendungen weitergeht.
Zusätzlichen Rückenwind brachte die Aussicht auf eine mögliche engere Verbindung oder Fusion von SpaceX und Tesla. Gleichzeitig stützt die laufende Berichtssaison das Sentiment: Für die Unternehmen des S&P 500 wird im dritten Quartal ein kräftiger Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr erwartet, und ein großer Teil der bislang berichtenden Gesellschaften übertraf die Markterwartungen.
Zinsen und Geldpolitik
Das Zinsumfeld bleibt jedoch anspruchsvoll. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegt sich um 5,1 Prozent und damit auf einem historisch hohen Niveau. Der Markt rechnet überwiegend damit, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bei der anstehenden Sitzung unverändert lässt. Gleichzeitig bestehen bereits Erwartungen an eine mögliche weitere Straffung im Dezember.
Belastend wirken vor allem wieder zunehmende Inflationsrisiken. Höhere Energiepreise, wachsende Staatsverschuldung und angespannte fiskalische Perspektiven haben die Anleiherenditen zuletzt deutlich nach oben getrieben. Auch die marktbasierten Inflationserwartungen zogen leicht an.
Konjunktur und Rohstoffe
Die hohen Finanzierungskosten zeigen zunehmend Wirkung in der Realwirtschaft. Besonders sichtbar ist dies am US-Immobilienmarkt: Hypothekenanträge gingen die siebte Woche in Folge zurück und erreichten den niedrigsten Stand seit Anfang 2025. Zwar sank der durchschnittliche 30-jährige Hypothekenzins zuletzt leicht auf 7,41 Prozent, bleibt damit aber auf einem Niveau, das die Nachfrage deutlich dämpft.
Am Ölmarkt sorgten geopolitische Risiken weiterhin für Nervosität. Brent notierte bei rund 109 Dollar je Barrel, WTI knapp unter 100 Dollar. Deutlich stärker als erwartet gesunkene US-Rohöllagerbestände wirkten preisstützend, während diplomatische Signale und Sicherheitsrisiken im Nahen Osten für starke Schwankungen sorgten.
Einzelaktien
SpaceX gehörte mit einem Kursplus von rund acht Prozent zu den größten Gewinnern. Tesla zog im regulären Handel ebenfalls deutlich an. Super Micro Computer sprang nach einem starken Ausblick um mehr als neun Prozent nach oben und zog weitere Server- und Hardwarewerte mit. Auch Nvidia, AMD und andere Chipwerte profitierten von der neuen Zuversicht im KI-Sektor.
Auf der Verliererseite standen Netflix und AT&T. Netflix geriet nach einem enttäuschenden Ausblick unter Druck, während AT&T trotz solider Gewinne mit schwachem Kundenwachstum enttäuschte. Abbott Laboratories fiel nach Gewinnrückgang und angekündigter Abspaltung des Ernährungsgeschäfts. Capital One und United Airlines konnten dagegen mit ihren Quartalszahlen überzeugen.
Insgesamt bleibt das Marktbild konstruktiv, wird jedoch zunehmend von einem Spannungsfeld aus starken Unternehmensgewinnen, hohen Zinsen, Inflationsrisiken und geopolitisch sensiblen Energiepreisen geprägt.