Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Ölpreis-Ral­lye auf die glo­ba­le Infla­ti­on?

Die aktu­el­le Ölpreis-Ral­lye, bei der die Prei­se für Brent-Roh­öl auf über 96 USD pro Bar­rel und damit auf ein Sechs-Wochen-Hoch gestie­gen sind, hat erheb­li­che und weit­rei­chen­de Aus­wir­kun­gen auf die glo­ba­le Infla­ti­on und die Geld­po­li­tik.

Hier sind die zen­tra­len Aus­wir­kun­gen im Detail:

1. Erneu­ter Infla­ti­ons­druck welt­weit

Der deut­li­che Anstieg der Ölprei­se – in die­sem Monat teil­wei­se um bis zu 26 % – schürt welt­weit neue Infla­ti­ons­sor­gen. Da Ener­gie ein grund­le­gen­der Input­fak­tor für fast alle Wirt­schafts­be­rei­che ist, füh­ren höhe­re Prei­se direkt zu stei­gen­den Kos­ten für Pro­duk­ti­on und Trans­port, was letzt­lich die Ver­brau­cher­prei­se in die Höhe treibt. Exper­ten war­nen davor, dass eine anhal­ten­de Eska­la­ti­on im Nahen Osten die Infla­ti­on für einen län­ge­ren Zeit­raum auf hohem Niveau hal­ten könn­te.

2. Ver­schär­fung der glo­ba­len Geld­po­li­tik

Die Infla­ti­ons­ängs­te haben die Erwar­tun­gen an die Zen­tral­ban­ken mas­siv ver­än­dert:

  • Zins­er­hö­hun­gen: An den Märk­ten wächst die Über­zeu­gung, dass die US-Noten­bank (Fed) die Zin­sen frü­her als erwar­tet anhe­ben muss, um die Infla­ti­on ein­zu­däm­men. Händ­ler prei­sen bereits wei­te­re Zins­schrit­te für das lau­fen­de Jahr ein.
  • Anlei­he­ren­di­ten: Die Ren­di­ten kurz­fris­ti­ger US-Staats­an­lei­hen stie­gen auf ein 17-Wochen-Hoch. Die Ren­di­ten für 30-jäh­ri­ge Anlei­hen lie­gen so lan­ge über der 5 %-Mar­ke wie seit der glo­ba­len Finanz­kri­se nicht mehr, was die Besorg­nis der Anle­ger über eine “hart­nä­cki­ge” Infla­ti­on wider­spie­gelt.
  • Aus­tra­li­en: Auch hier wird erwar­tet, dass die Reser­ve Bank of Aus­tra­lia (RBA) auf­grund der durch die Ölprei­se befeu­er­ten Infla­ti­ons­ri­si­ken gezwun­gen sein wird, die Zin­sen bis zum Jah­res­en­de erneut anzu­he­ben.

3. Bedro­hung des glo­ba­len Wirt­schafts­wachs­tums

Es besteht die ernst­haf­te Sor­ge, dass die Kom­bi­na­ti­on aus hoher Infla­ti­on und stei­gen­den Zin­sen das glo­ba­le Wachs­tum abwür­gen könn­te. Höhe­re Roh­stoff­kos­ten belas­ten die Mar­gen der Unter­neh­men und schrän­ken den Spiel­raum für Inves­ti­tio­nen ein.

4. Regio­na­le Aus­wir­kun­gen (Bei­spiel Indi­en)

Als dritt­größ­ter Ölim­por­teur der Welt ist Indi­en beson­ders betrof­fen. Stei­gen­de Ölprei­se füh­ren dort zu:

  • Einem Anstieg der Infla­ti­on.
  • Einer Aus­wei­tung des Han­dels­de­fi­zits.
  • Mas­si­vem Druck auf die Lan­des­wäh­rung, die Rupie, da die Kos­ten für Impor­te stei­gen.

5. Risi­ko durch Lie­fer­ket­ten­un­ter­bre­chun­gen

Ana­lys­ten war­nen, dass eine mög­li­che Blo­cka­de stra­te­gi­scher Meer­engen wie der Stra­ße von Hor­mus oder Bab el-Man­deb im Roten Meer die Ver­sor­gung mit mehr als einem Vier­tel des welt­weit gehan­del­ten Öls und Gases unter­bre­chen könn­te. Sol­che phy­si­schen Lie­fer­eng­päs­se wür­den den Preis­druck und damit die Infla­ti­on noch ein­mal dra­ma­tisch ver­schär­fen.


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