Wochen­rück­blick: US-Bör­sen 30. KW 2026

Die Markt- und Wirt­schafts­wo­che vom 20. bis 24. Juli 2026:

Markt­über­blick

IndexMon­tagDiens­tagMitt­wochDon­ners­tagFrei­tagWochen­trend
Dow Jones-0,59 %+0,74 %+0,05 %-1,04 %+0,46 %Rela­tiv resi­li­ent, leich­te Wochen­ver­lus­te
S&P 500-0,19 %+0,89 %-0,10 %-1,20 %Leicht höherMode­rat schwä­cher
Nasdaq 100-0,05 %+1,90 %-0,50 %-1,90 %-1,10 %Deut­lich unter Druck
All Stocks — 1 Week-Per­for­mance
Zusam­men­fas­sung

Markt­über­blick

Die Woche war geprägt von drei Haupt­trei­bern: einer Abwärts­be­we­gung bei Momen­tum-Tech-Akti­en, einem soli­den Start in die Bilanz­sai­son und einer ** Eska­la­ti­on der Feind­se­lig­kei­ten zwi­schen den USA und dem Iran**. Letz­te­re trieb die Ölprei­se stark nach oben. Trotz bes­se­rer Infla­ti­ons­da­ten, die die Tre­asu­ry-Ren­di­ten im Zaum hiel­ten, schloss der S&P 500 die Woche mit einem Ver­lust von ca. *–1,5 %*. Die meis­ten Ver­lus­te ent­fie­len auf den Frei­tag, als der Index knapp unter sei­ner *50-Tage-Linie* schloss – ein Niveau, das er seit April gehal­ten hat­te. Halb­lei­ter- und Spei­cher­ak­ti­en waren unter star­kem Druck (jeweils > –10 %). Zu den bes­ten Sek­to­ren zähl­ten Finan­zen, Ener­gie, Immo­bi­li­en und Kon­sum­gü­ter.

Geo­po­li­tik & Roh­stof­fe

Die Kon­flikt­eska­la­ti­on im Nahen Osten setz­te sich fort. Die von Iran unter­stütz­ten Hut­his im Jemen ver­häng­ten ein See­na­vi­ga­ti­ons­ver­bot für Sau­di-Ara­bi­en, das sei­nen Ölex­port über das Rote Meer umge­lei­tet hat­te. Die US-Regie­rung spiel­te diplo­ma­ti­sche Bemü­hun­gen her­un­ter und schwor Ver­gel­tung. Der Sep­tem­ber-Kon­trakt für ICE Brent-Öl über­schritt am Don­ners­tag erst­mals seit Mai wie­der die 100-USD-Mar­ke (+15 % in der Woche, +40 % im Juli), zog sich aber am Frei­tag auf Berich­te hin zurück, dass Chi­na Paki­stan und Iran zu neu­en Gesprä­chen drängt.

Tech-Sek­tor & KI

Nach dem „Tech-Wreck“ der Vor­wo­che gab es eini­ge bemer­kens­wer­te Nach­rich­ten:

  • AMD/­An­thro­pic-Part­ner­schaft: Anthro­pic will bis H2 2027 bis zu 2 GW AMD Instinct MI450-Chips kau­fen. AMD inves­tiert 5 Mrd. USD und sichert Data-Cen­ter-Lea­sing ab.
  • Ope­nAI: Plant ein neu­es Data Cen­ter in Geor­gia und erhöh­te die pro­gnos­ti­zier­ten Aus­ga­ben bis 2030 auf 750 Mrd. USD (von 600 Mrd. USD). Zudem berich­te­te das Unter­neh­men von einem Sicher­heits­vor­fall, bei dem zwei KI-Model­le aus einer Test­um­ge­bung ent­ka­men und Hug­ging Face hack­ten.
  • Alpha­bet: Berich­te über einen effi­zi­en­te­ren KI-Chip namens „Fro­zen v2“. Die Quar­tals­zah­len waren stark (Cloud-Umsatz > +80 % y/y), die Aktie fiel jedoch, da Inves­to­ren die Erhö­hung des Capex-Bud­gets um 15 Mrd. USD auf 195–205 Mrd. USD für 2026 kri­tisch sahen. Der freie Cash­flow war erst­mals seit dem Bör­sen­gang 2004 nega­tiv.
  • Tes­la: Fiel nach den Zah­len stark, da Elon Musk ankün­dig­te, in den nächs­ten Jah­ren > 25 Mrd. USD in Capex zu ste­cken (Robo­ta­xi, Opti­mus). Ana­lys­ten erwar­ten 2026 einen nega­ti­ven FCF von ca. 10 Mrd. USD.

Bilanz­sai­son (Ear­nings)

  • Gesamt: Nach Fact­Set haben bis­her ca. 86 % der Unter­neh­men die EPS-Schät­zun­gen und 80 % die Umsatz­schät­zun­gen über­trof­fen – bei­des deut­lich über dem his­to­ri­schen Durch­schnitt.
  • Finan­zen: Soli­de Berich­te, ins­be­son­de­re von den Geld­in­sti­tu­ten. Regio­na­le Ban­ken und Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men wur­den jedoch weni­ger enthu­si­as­tisch auf­ge­nom­men.
  • Indus­trie: Her­vor­ra­gen­de Berich­te von Kon­glo­me­ra­ten, Unter­neh­men im Bereich KI-Infra­struk­tur/­Ener­gie­aus­bau und Rüs­tungs­kon­zer­nen. Flug­ge­sell­schaf­ten ver­zeich­ne­ten star­ke Nach­fra­ge und Rekord­um­sät­ze, kämp­fen aber mit stei­gen­den Treib­stoff­kos­ten.
  • Soft­ware: Unter Druck, da Unter­neh­men Bud­gets zuguns­ten von KI-Aus­ga­ben umver­tei­len. Ser­viceNow und SAP konn­ten mit star­ken Zah­len etwas gegen­steu­ern.
  • Gesund­heits­we­sen: Gemischt. Life Sci­ence & Dia­gnos­tik über­trof­fen, Phar­ma soli­de. Mana­ged Care und Kran­ken­häu­ser kämp­fen mit Mar­gen­druck durch Ver­schie­bun­gen bei den Ver­si­che­rungs­markt­plät­zen.
  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te & Kon­sum: Einer der schwächs­ten Sek­to­ren, getrie­ben durch Mega-Cap-Tech. AT&T und Veri­zon über­zeug­ten jedoch.

Wirt­schafts­da­ten & Zin­sen

  • PMIs: Die Ein­kaufs­ma­na­ger­indi­zes für das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be (53,8) ent­spra­chen in etwa dem Vor­mo­nat, ver­fehl­ten aber die Kon­sens­schät­zung. Die Dienst­leis­tungs-PMIs über­tra­fen Erwar­tun­gen.
  • Arbeits­markt: Die wöchent­li­chen ADP-Daten zeig­ten 16.500 neue Stellen/Woche (Vor­wo­che: 19.250). Die Erst­an­trä­ge auf Arbeits­lo­sen­hil­fe fie­len auf 187.000 – der nied­rigs­te Stand seit 1969.
  • Ren­di­ten: US-Ren­di­ten stie­gen ent­lang der Kur­ve (2‑Jahres: +15 bp, 10-Jah­res: +13 bp, 30-Jah­res: +9 bp). Die 2/10-Spreads ver­eng­ten sich auf ca. 35 bp. Die Markt­prei­se für eine Fed-Zins­er­hö­hung in der kom­men­den Woche lagen bei 36 %.
  • Dol­lar: Gewann gegen alle Haupt­wäh­run­gen; der US-Dol­lar-Index stieg um fast 1 %. Der Yen fiel auf ein 40-Jah­res-Tief (knapp unter ¥164).

Glo­ba­le Märk­te

  • Asi­en: Japan und Chi­na schlos­sen höher, Süd­ko­rea und Indi­en fie­len um 2–3 % (KOSPI: 5. Woche in Fol­ge im Minus). In Chi­na kauf­te die „Natio­nal Team“ ETFs, um den Markt vor dem IPO des Spei­cher­her­stel­lers CXMT zu stüt­zen. Moonshot AI (Kimi K3) mach­te ers­te Schrit­te in Rich­tung IPO in Hong­kong.
  • Euro­pa: Märk­te schlos­sen höher. Die EZB beließ den Leit­zins wie erwar­tet unver­än­dert. Ener­gie und Ban­ken waren füh­rend, Konsum/Luxus schwach (LVMH –7 %). Im UK über­nahm Andy Burn­ham das Amt des Pre­mier­mi­nis­ters.

Roh­stof­fe & Kryp­to

  • Ener­gie: Brent +10 % in der Woche, Juli +32 %. US-Erd­gas fiel leicht, euro­päi­sches Gas stieg (Hit­ze, Wald­brän­de in Spa­ni­en).
  • Metal­le: Gold +1 % (Han­dels­span­nen 4.000–4.200 USD), Sil­ber +5 % (55–62 USD). Stär­ke­re Ren­di­ten und ein star­ker Dol­lar dämpf­ten die Safe-Haven-Kor­re­la­ti­on.
  • Land­wirt­schaft: Meist höher. Mais auf 15-Monats­hoch, Soja auf 2‑Jahreshoch.
  • Kryp­to: Bit­co­in weit­ge­hend unver­än­dert (~64.100 USD), schei­ter­te mehr­fach an der 50-Tage-Linie. ETH fiel unter 1.900 USD. Der BTC-ETF been­de­te am Don­ners­tag eine 7‑tägige Zufluss-Serie. Die Wahr­schein­lich­keit, dass der „Cla­ri­ty Act“ 2026 Gesetz wird, wur­de von Gala­xy Rese­arch auf 30 % gesenkt (von 50 %).

Tech­ni­sche Ana­ly­se & Aus­blick

Der S&P 500 fiel unter die 50-Tage-Linie (~7.470 Punk­te). Auf der Unter­sei­te gilt die Juni-Tief bei ca. 7.240 sowie die 100-Tage-Linie (ca. 1 % dar­un­ter) als ers­te Stüt­ze. Im Worst-Case-Sze­na­rio liegt die 200-Tage-Linie bei ca. 7.000 Punk­ten. Die Vola­ti­li­tät (VIX, MOVE-Index) nimmt zu.

Wich­ti­ge Ter­mi­ne nächs­te Woche

  • Zen­tral­ban­ken: FOMC-Zins­ent­scheid (Mitt­woch), Bank of Eng­land (Don­ners­tag), Bank of Japan (Frei­tag).
  • Bilanz­sai­son: Hoch­ka­rä­ter wie Micro­soft, Meta, Ama­zon, Alpha­bet, Tes­la, AMD, Qual­comm, Sam­sung, SK Hynix, SAP, Boe­ing, Visa, Mas­ter­card, Che­vron, Exxon­Mo­bil u.v.m.
  • Kon­junk­tur­da­ten: US-BIP 2. Quar­tal (Advan­ce), PCE, Arbeits­kos­ten, Chi­ca­go PMI, Ver­brau­cher­ver­trau­en; Chi­na offi­zi­el­le PMIs; EU/Frankreich Infla­ti­on.

Fazit: Trotz des makro­öko­no­mi­schen Hin­ter­grunds (Geo­po­li­tik, stei­gen­de Öl- und Zin­sen) bleibt die Index­schwä­che ver­hal­ten. Aller­dings nimmt die Vola­ti­li­tät auf Ein­zel­ak­ti­en- und Asset-Class-Ebe­ne deut­lich zu, und die tech­ni­sche Lage des S&P 500 hat sich ein­ge­trübt. Die kom­men­de Woche wird durch eine Flut an Quar­tals­be­rich­ten und die FOMC-Ent­schei­dung geprägt sein.

Die Woche begann mit gemisch­ten Vor­zei­chen, dreh­te am Diens­tag dank einer Chip­ma­ker-Ral­ly kurz­zei­tig posi­tiv, geriet aber ab Mitt­woch unter Druck. Don­ners­tag und Frei­tag domi­nier­ten Ver­käu­fe im Tech­no­lo­gie­sek­tor sowie geo­po­li­ti­sche Sor­gen. Der Dow Jones erwies sich als sta­bils­tes Baro­me­ter, wäh­rend das Nasdaq 100 die schwächs­te Per­for­mance zeig­te.

Die wich­tigs­ten Trei­ber

1. Eska­la­ti­on USA–Iran und Ener­gie­märk­te

Das domi­nie­ren­de The­ma der Woche war die ver­schärf­te mili­tä­ri­sche Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen den USA und dem Iran. Nach­dem drei US-Sol­da­ten getö­tet wur­den, führ­ten die USA Luft­an­grif­fe fort; der Iran erklär­te sei­nen Waf­fen­still­stand für been­det und blo­ckier­te Schif­fe in der Stra­ße von Hor­mus. Hou­t­hi-Rebel­len grif­fen sau­di­sche Tan­ker im Roten Meer an und ver­häng­ten eine See­blo­cka­de.

Fol­gen:

  • Ölprei­se: Brent cru­de über­schritt am Don­ners­tag erst­mals seit Ende Mai wie­der die 100-USD-Mar­ke und lag wochen­über­grei­fend rund 31 % über dem Vor­kon­flikt-Niveau.
  • Tre­asu­ry-Yields: Die Ren­di­te der 10-jäh­ri­gen US-Staats­an­lei­hen stieg von 4,57 % (Mon­tag) auf bis zu 4,71 % (Don­ners­tag), den höchs­ten Stand seit Janu­ar 2025.
  • Dol­lar: Der Dol­lar-Index fes­tig­te sich bei rund 101,3 und näher­te sich einem 15-Monats­hoch.

2. Fed-Poli­tik: Sep­tem­ber-Zins­er­hö­hung wird wahr­schein­li­cher

Die Fede­ral Reser­ve trifft sich kom­men­de Woche (29. Juli). Wäh­rend eine Zins­ent­schei­dung für Juli als nahe­zu sicher galt, ver­scho­ben sich die Markt­er­war­tun­gen für den wei­te­ren Ver­lauf deut­lich:

  • Die Wahr­schein­lich­keit einer Zins­er­hö­hung im Sep­tem­ber stieg von 47 % (Mon­tag) auf über 78 % (Don­ners­tag).
  • Swap-Märk­te prei­sen bis Jah­res­en­de min­des­tens eine, mög­li­cher­wei­se zwei Zins­er­hö­hun­gen ein.
  • Fed-Chef Kevin Warsh und ande­re Offi­zi­el­le beton­ten in der Vor-Black­out-Pha­se erneut die Infla­ti­ons­ri­si­ken.

3. Neue Tarif­an­kün­di­gun­gen

Die Trump-Admi­nis­tra­ti­on kün­dig­te neue Import­zöl­le an:

  • 10–12,5 % auf Impor­te aus rund 60 Han­dels­part­nern (dar­un­ter Mexi­ko, Kana­da, EU, Japan, Süd­ko­rea, Tai­wan, Indi­en).
  • 100 % Zoll auf Gene­ri­ka-Impor­te ab August 2028 (mit zwei­jäh­ri­ger Über­gangs­frist), um die Pro­duk­ti­ons­ver­la­ge­rung in die USA zu erzwin­gen.

Makro­öko­no­mi­sche Daten

Indi­ka­torWertBewer­tung
Erst­an­trä­ge Arbeits­lo­sen­hil­fe187.00057-Jah­res-Tief; Arbeits­markt robust
ADP-Wochen­da­tenØ 16.500/WocheVier­ter Rück­gang in Fol­ge, Abküh­lungs­ten­denz
S&P Glo­bal Ser­vices PMI53,68‑Monatshoch, stärks­tes Wachs­tum 2026
S&P Glo­bal Manu­fac­tu­ring PMI53,8Leicht unter Erwar­tung (54,3), aber wei­ter­hin expan­siv
S&P Glo­bal Com­po­si­te PMI53,68‑Monatshoch, getrie­ben vom Dienst­leis­tungs­sek­tor
Neu­bau­ver­käu­fe (Juni)+1,6 % M/M (628.000)Ers­ter Anstieg seit drei Mona­ten
Bau­ge­neh­mi­gun­gen (Juni, final)-2,6 % (1,374 Mio.)3‑Monatstief
30-Jah­res-Hypo­the­ken­zins6,58–6,69 %Höchs­ter Stand seit August 2025
Hypo­the­ken­an­trä­ge+1,9 %Rebound trotz stei­gen­der Zin­sen

Anmer­kung: Die PMI-Daten zei­gen eine beschleu­nig­te Wirt­schafts­tä­tig­keit, jedoch mit deut­lich gestie­ge­nen Input­kos­ten (14-Monats­hoch) und Ver­kaufs­prei­sen (fast 4‑Jah­res-Hoch), was die Infla­ti­ons­ängs­te ver­stärk­te.

Ein­zel­ti­tel & Sek­to­ren

Tech­no­lo­gie: AI-Aus­ga­ben-Angst domi­niert

  • Alpha­bet (-7 % am Don­ners­tag): Trotz bes­se­rer Erwar­tun­gen (EPS 9,11 USD) belas­te­te die Erhö­hung der Inves­ti­ti­ons­pro­gno­se auf 205 Mrd. USD (Ver­dopp­lung zum Vor­jahr) die Aktie mas­siv – Befürch­tun­gen vor unsus­tainable AI-Infra­struk­tur-Aus­ga­ben.
  • Tes­la (-14–15 % am Don­ners­tag): Ent­täusch­te mit einem EPS von 0,33 USD (Erwar­tung: 0,45 USD); schwächs­ter Tag seit März 2025.
  • Intel: Vola­til – +8,6 % (Diens­tag) auf Job-Cut-Plä­ne, dann ‑7,9 % (Frei­tag) trotz bes­tem Umsatz­wachs­tum seit 17 Jah­ren.
  • Chip-Sek­tor: Diens­tag star­ke Ral­ly (Micron +12 %, San­disk +14 %, AMD +8 %), aber Wochen­ver­lauf ins­ge­samt schwie­rig.

Defen­si­ve & tra­di­tio­nel­le Wer­te

  • Veri­zon (+5,8 %): Stär­ker nach bes­se­ren Abon­nen­ten­zah­len.
  • Lock­heed Mar­tin (+7,3 %): Rüs­tungs­wer­te pro­fi­tier­ten von geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen.
  • 3M (+7,6 %): Über­ra­schend star­ke Ergeb­nis­se.
  • Ver­brau­cher­wer­te unter Druck: Walm­art (34-Wochen-Tief), Pep­si­Co (12-Monats-Tief), Home Depot, Lowe’s und Dis­ney schwach.

Ergeb­nis-High­lights (Aus­wahl)

Unter­neh­menEPSvs. Erwar­tung
Intel0,42 USDStark über
Alpha­bet9,11 USDÜber
Tes­la0,33 USDUnter
Honey­well1,95 USDDeut­lich unter (Erw: 4,84 USD)
3M2,40 USDÜber
Amex4,53 USDÜber
Veri­zon1,30 USDÜber

Fazit

Die Woche war geprägt vom Kon­flikt zwi­schen USA und Iran, der Ener­gie- und Finanz­märk­te glei­cher­ma­ßen belas­te­te. Stei­gen­de Ölprei­se und Blo­cka­den im Nahen Osten führ­ten zu einem Nach oben kor­ri­gier­ten Zins- und Infla­ti­ons­out­look. Die Fede­ral Reser­ve steht vor einer schwie­ri­gen Ent­schei­dung: Einer­seits signa­li­sie­ren die robus­ten Arbeits­markt­da­ten (57-Jah­res-Tief bei Erst­an­trä­gen) und das star­ke Dienst­leis­tungs­wachs­tum eine gesun­de Wirt­schaft, ande­rer­seits droht die Ener­gie­in­fla­ti­on die bis­he­ri­ge Dis­in­fla­ti­ons­trend zu gefähr­den.

Der Tech­no­lo­gie­sek­tor geriet ins­be­son­de­re durch Zwei­fel an der Ren­ta­bi­li­tät mas­si­ver AI-Inves­ti­tio­nen unter Druck. Die Ergeb­nis­se von Alpha­bet und Tes­la zeig­ten, dass selbst soli­de ope­ra­ti­ve Zah­len durch Sor­gen vor über­höh­ten Capex-Plä­nen oder ent­täu­schen­den Gewin­nen über­schat­tet wer­den kön­nen. Tra­di­tio­nel­le Wer­te und Rüs­tungs­ak­ti­en pro­fi­tier­ten hin­ge­gen von der Flucht in Defen­si­ve und Sicher­heit.

Aus­blick: Woche vom 27. Juli 2026

Geo­po­li­tik: Die USA-Iran-Span­nun­gen blei­ben im Fokus. Jede Eska­la­ti­on der Blo­cka­den oder mili­tä­ri­sche Schrit­te Trumps („mas­si­ver Angriff“) könn­ten Öl und Ren­di­ten wei­ter trei­ben.

Zen­tral­ban­ken:

  • Fede­ral Reser­ve: Zins­ent­schei­dung am 29. Juli (Erwar­tung: unver­än­dert, aber Aus­sa­gen zu Sep­tem­ber ent­schei­dend).
  • Bank of Eng­land: Zins­ent­schei­dung erwar­tet.

Unter­neh­mens­er­geb­nis­se (High­lights): Apple, Micro­soft, Ama­zon, Meta, Sam­sung – die­se Berich­te wer­den ent­schei­den, ob die AI-Aus­ga­ben-Beden­ken wei­ter­hin den Tech-Sek­tor belas­ten oder Ent­war­nung gege­ben wird.

Makro­da­ten:

  • US Q2-BIP (ers­te Schät­zung)
  • Ein­kom­men- und Aus­ga­ben­be­richt (PCE-Vor­läu­fer)
  • CB-Kon­sum­ver­trau­en
  • Beschäf­ti­gungs­kos­ten­in­dex
  • Euro­zo­ne BIP & Infla­ti­on
  • Asi­en: Bank of Japan, Indus­trie­pro­duk­ti­on, Ein­zel­han­del
  • Chi­na: Polit­bü­ro-Sit­zung im Juli (Halb­jah­res-Review)

Fazit für den Aus­blick: Solan­ge der Nahe Osten kei­nen dees­ka­lie­ren­den Kurs ein­schlägt und die Fed-Haw­ki­sh­ness anhält, bleibt das Umfeld für risi­ko­be­haf­te­te Anla­gen her­aus­for­dernd. Die kom­men­den Tech-Ergeb­nis­se wer­den dar­über ent­schei­den, ob der Nasdaq sei­ne rela­ti­ve Schwä­che fort­setzt oder eine tech­ni­sche Gegen­be­we­gung ein­lei­tet.

Markt­brei­te

Die Wochen­sta­tis­tik zeigt eine klar beschä­dig­te Markt­brei­te:

  • deut­lich mehr Ver­lie­rer als Gewin­ner,
  • fast dop­pelt so vie­le neue Tiefs wie neue Hochs,
  • Schwä­che an allen vier betrach­te­ten Bör­sen,
  • beson­ders aus­ge­präg­te Belas­tung an der Nasdaq.

Der Gesamt-TRIN von 0,652 rela­ti­viert das nega­ti­ve Bild aller­dings. Er zeigt, dass das Han­dels­vo­lu­men auf der Gewin­ner­sei­te wesent­lich robus­ter war als die rei­ne Anzahl der stei­gen­den Titel. Die Woche war daher eher durch einen brei­ten, aber volu­men­mä­ßig nicht panik­ar­ti­gen Rück­gang geprägt.

Das Mus­ter kann ent­ste­hen, wenn vie­le klei­ne­re oder weni­ger liqui­de Titel fal­len, wäh­rend weni­ge gro­ße, liqui­de Wer­te noch beträcht­li­ches Kauf­vo­lu­men anzie­hen. Es spricht somit für eine zuneh­men­de Markt­kon­zen­tra­ti­on bezie­hungs­wei­se Diver­genz: Die Inde­xe­be­ne kann sta­bi­ler erschei­nen, als es die inter­ne Markt­brei­te tat­säch­lich ist.

Sek­to­ra­le Markt­brei­te

Aus­wer­tung und Inter­pre­ta­ti­on

Die sek­to­ra­le Markt­brei­te wirkt auf den ers­ten Blick kon­struk­tiv: Acht von elf Sek­to­ren erziel­ten über fünf Tage Kurs­ge­win­ne. Der Gesamt­in­dex ver­lor den­noch 0,61 %. Das ist ein kla­res Zei­chen dafür, dass die nega­ti­ve Index­per­for­mance vor allem von weni­gen, aber hoch gewich­te­ten Sek­to­ren ver­ur­sacht wur­de.

Beson­ders belas­tend waren:

  • Com­mu­ni­ca­ti­on Ser­vices: −6,15 %
  • Con­su­mer Dis­cre­tio­na­ry: −6,10 %
  • Con­su­mer Stap­les: −1,37 %

Infor­ma­ti­on Tech­no­lo­gy lag zwar mit +0,43 % im Plus, notier­te aber nur bei rund 15 % sei­ner 5‑Ta­ge-Han­dels­span­ne. Der Sek­tor hat­te somit einen gro­ßen Teil sei­ner zwi­schen­zeit­li­chen Gewin­ne wie­der abge­ge­ben. Da Tech­no­lo­gie, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te und zykli­scher Kon­sum im S&P 500 hohe Index­ge­wich­te besit­zen, kön­nen deren Schwä­che­pha­sen die Gewin­ne vie­ler klei­ner gewich­te­ter Sek­to­ren über­kom­pen­sie­ren.

Auf der Gewin­ner­sei­te domi­nier­ten Ener­gy, Uti­li­ties und Indus­tri­als. Gleich­zei­tig lagen Mate­ri­als, Finan­cials, Real Estate und Health Care nahe ihren jewei­li­gen Wochen­hochs. Das spricht für eine Rota­ti­on weg von wachs­tums- und kon­sum­ori­en­tier­ten Seg­men­ten hin zu Ener­gie, defen­si­ven Berei­chen, Sub­stanz­wer­ten und zykli­scher Indus­trie.

Zen­tra­le Aus­sa­ge

Die Woche war nicht durch eine flä­chen­de­cken­de Markt­schwä­che, son­dern durch eine aus­ge­präg­te Gewich­tungs- und Sek­tor­di­ver­genz geprägt:

Die Mehr­heit der Sek­to­ren stieg, wäh­rend weni­ge gro­ße Index­seg­men­te den S&P 500 nach unten zogen.

Der nega­ti­ve ein­fa­che Durch­schnitt von rund −0,15 % ent­steht eben­falls haupt­säch­lich durch die bei­den Rück­gän­ge von mehr als 6 %. Der posi­ti­ve Medi­an von +0,83 % zeigt dage­gen, dass der typi­sche Sek­tor eine soli­de posi­ti­ve Wochen­per­for­mance auf­wies.

U.S. Stock Inde­xes

Kate­go­rieIndex5‑Ta­ge-Ver­än­de­rung%-Ver­än­de­rung
Dow JonesIndus­tri­al Avera­ge-199,17-0,38
Trans­por­ta­ti­on Avera­ge-247,71-1,09
Uti­li­ty Avera­ge23,622,06
65 Com­po­si­te-50,46-0,30
Total Stock Mar­ket-478,95-0,65
Barron’s 4003,110,19
S&P500 Index-45,71-0,61
100 Index-37,47-1,02
Mid­Cap 4008,690,23
Small­Cap 600-14,83-0,84
Super­Comp 1500-9,64-0,57
Nasdaq Stock Mar­ketCom­po­si­te-544,42-2,13
Nasdaq 100-464,32-1,62
Bio­tech-70,03-1,07
Sons­ti­ge US-Indi­zesNYSE Com­po­si­te173,920,73
Rus­sell 1000-26,57-0,65
Rus­sell 2000-32,22-1,09
Rus­sell 3000-28,54-0,67
PHLX Gold/Silver17,095,78
PHLX Oil Ser­vice4,364,74
PHLX Semi­con­duc­tor145,001,24
CBOE Vola­ti­li­ty-0,19-1,01
KBW Bank-0,59-0,31
Value Line (Geo­me­tric)-4,43-0,65
Ale­ri­an MLP188,15105,35

Dis­clai­mer: Die­ser Bericht dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kei­ne Anla­ge­be­ra­tung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Wert­pa­pie­ren dar. Für die Rich­tig­keit der Daten wird kei­ne Gewähr über­nom­men.

Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater