Der heutige Tag war von bedeutenden Entwicklungen in der US-Außenpolitik, insbesondere im Hinblick auf die Iran-Krise, sowie von einer starken Erholung der Technologiemärkte geprägt.
Geopolitik und die Iran-Krise
Präsident Trump bezeichnete die aktuellen Verhandlungen mit dem Iran im Oval Office als „letzte Chance“ für das Land, ein „gutes Dokument“ zu unterzeichnen, bevor es zu massiven militärischen Schlägen kommt.
- Militärische Drohung: Trump gab an, einen geplanten Großangriff am vergangenen Wochenende auf Bitten von Staaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar gestoppt zu haben. Er betonte jedoch, dass Pläne für eine „Dekapitation“ (Enthauptung) des Regimes weiterhin bestehen.
- Blockade und Ölmarkt: Die USA halten eine Seeblockade in der Straße von Hormus aufrecht, die Trump als „Wall of Steel“ bezeichnet. Trotz der Spannungen sanken die Ölpreise um etwa 5 %, da der Markt auf eine diplomatische Lösung hofft.
- Ziele: Phase eins der Verhandlungen ist die sofortige Wiederöffnung der Schifffahrtswege, gefolgt von der vollständigen Denuklearisation des Irans.
Finanzmärkte und Technologie
An der Wall Street herrschte Optimismus, getrieben durch positive Signale aus dem Tech-Sektor und Entspannungshoffnungen im Nahen Osten.
- Amazon-Meilenstein: Amazon erreichte als fünftes Unternehmen in der Geschichte eine Marktkapitalisierung von 3 Billionen US-Dollar. CEO Andy Jassy wurde von Analysten wie Jim Kramer als „Retter“ des KI-Handels gefeiert, da er die Rentabilität massiver Investitionen in Rechenzentren überzeugend darlegte.
- Boeing-Erholung: Die Boeing-Aktie verzeichnete mit einem Plus von 8 % den größten Tagesgewinn seit über einem Jahr. Grund war die FAA-Zertifizierung für die 737 Max 7 nach einem jahrzehntelangen Prüfprozess.
- Unternehmensergebnisse: Palantir übertraf die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich und hob die Jahresprognose an. Auch Onsemi meldete solide Zahlen. SpaceX steht vor seinem ersten Gewinnbericht als öffentliches Unternehmen.
- Währungsintervention: Die USA und Japan intervenierten gemeinsam am Devisenmarkt, um den Verfall des Yen zu stoppen – die erste derartige Zusammenarbeit seit 15 Jahren.
US-Innenpolitik und Justiz
- Blanche-Nominierung: Der designierte Generalstaatsanwalt Todd Blanche erzielte einen Durchbruch für seine Bestätigung im Senat. Er stimmte zu, den umstrittenen „Anti-Weaponization Fund“ (Anti-Instrumentalisierungs-Fonds) aufzulösen, was den Widerstand der republikanischen Senatoren Cornyn und Tillis brach. Kritiker bezeichnen diesen Deal jedoch als rechtlich unverbindlich und „lückenhaft wie Schweizer Käse“.
- Zölle: Eine Koalition aus 25 US-Bundesstaaten, darunter Arizona, hat die Trump-Administration wegen der im Juli verhängten pauschalen Importzölle verklagt. Die Kläger argumentieren, die Regierung nutze nationale Sicherheitsbefugnisse unrechtmäßig aus.
- Militärfamilien: Trump unterzeichnete eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung der ersten „Presidential Military Spouse Commission“, um die Lebensqualität (Wohnen, Gesundheitswesen, Beschäftigung) von Ehepartnern von Militärangehörigen zu verbessern.
Trump über nationale Sicherheit und städtische Erneuerung
In einem Q&A‑Termin äußerte sich der Präsident zu verschiedenen Themen:
- Grenzsicherung: Er behauptete, die Grenze sei nun die „beste in der Geschichte“ und in den letzten 15 Monaten sei keine einzige Person illegal eingereist.
- Washington D.C.: Trump sprach von einer „Renaissance“ der Hauptstadt und behauptete, die Kriminalität sei unter seiner Verwaltung um 92 % gesunken.
- Vandalismus: Er beklagte die Beschädigung des Reflecting Pool und anderer Denkmäler durch Vandalen während der Feierlichkeiten zum 4. Juli. Zudem kritisierte er die hohen Gewinne von Ölkonzernen wie Exxon und Chevron angesichts der Belastung für die Verbraucher.
Man beschäftigt sich mit amerikanischer Politik nicht aus Amerika-Faszination, sondern aus deutschem Eigeninteresse.
