Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD zu Abschiebungen und Ausreisepflicht im ersten Halbjahr 2026.
Wichtigste Kernaussagen:
- 9.663 Personen wurden im 1. Halbjahr 2026 abgeschoben. Die meisten Abschiebungen veranlassten Nordrhein-Westfalen (1.931), Bayern (1.513) und Baden-Württemberg (1.405).
- Davon wurden 7.142 Personen in ihre Herkunftsländer abgeschoben und 1.546 Personen im Dublin-Verfahren an andere europäische Staaten überstellt.
- Die häufigsten Staatsangehörigkeiten unter den Abgeschobenen waren Türkei (1.565), Georgien (605), Algerien (537), Syrien (495) und Afghanistan (478).
- Es gab 80 Chartermaßnahmen mit insgesamt 2.619 abgeschobenen Personen.
- Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Abgeschobenen vor der Abschiebung betrug rund 2 Jahre und 11 Monate.
Freiwillige Ausreisen
- 17.892 Personen reisten freiwillig unter Vorlage einer Grenzübertrittsbescheinigung aus.
- Die häufigsten Nationalitäten dabei waren Türkei (4.572) und Syrien (2.776).
Ausreisepflichtige Personen
- Zum 30. Juni 2026 waren 258.845 Personen vollziehbar ausreisepflichtig, davon 199.271 geduldet.
- Die größten Gruppen waren Staatsangehörige der Türkei (30.374), des Irak (22.021) und Afghanistans (15.343).
Gescheiterte Abschiebungen
- Im ersten Halbjahr 2026 scheiterten 15.850 Abschiebungen.
- Hauptgründe waren:
- Nicht erfolgte Zuführung der Person: 8.822 Fälle
- Stornierung des Ersuchens: 5.196 Fälle
Dublin- und Asylverfahren
- In 10.718 Fällen ging die Zuständigkeit für Asylverfahren wegen versäumter Überstellungsfristen auf Deutschland über.
- 605 Kirchenasylfälle wurden von Januar bis Juni 2026 gemeldet.
- Die durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren gegen abgelehnte Asylanträge lag bei 15,3 Monaten.
Haft- und Rückführungskapazitäten
- Nach Kenntnis der Bundesregierung gibt es bundesweit etwa 758 Plätze für Abschiebungshaft und Ausreisegewahrsam.
- Neue Rückführungsgebäude sind an den Flughäfen München, Berlin Brandenburg und Frankfurt geplant bzw. im Ausbau.
Politische Aussage der Bundesregierung
- Die Bundesregierung verweist auf eine geplante„Rückführungsoffensive“ aus dem Koalitionsvertrag und prüft weitere Rechtsänderungen zur Verbesserung von Rückführungen.
Kurz gesagt: Die Drucksache liefert umfangreiche Zahlen zu Abschiebungen, freiwilligen Ausreisen, gescheiterten Rückführungen, Dublin-Verfahren und der Zahl ausreisepflichtiger Personen in Deutschland für das erste Halbjahr 2026.
Quelle: [Drucksache 21/8186]