Annah­men und Aus­wir­kun­gen der geplan­ten Tabak­steu­er­erhö­hun­gen

Annah­men und Aus­wir­kun­gen der geplan­ten Tabak­steu­er­erhö­hun­gen

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge von Bünd­nis 90/Die Grü­nen zu den geplan­ten Tabak­steu­er­erhö­hun­gen.

Wich­tigs­te Aus­sa­gen:

  • Die Bun­des­re­gie­rung plant ab 2027 höhe­re Tabak­steu­ern. Zusätz­lich exis­tiert eine wei­ter­ge­hen­de For­mu­lie­rungs­hil­fe, die gegen­über dem Regie­rungs­ent­wurf rund 750 Mio. Euro zusätz­li­che Ein­nah­men pro Jahr erzie­len soll.
  • Die erwar­te­ten Mehr­ein­nah­men stei­gen laut Bun­des­re­gie­rung von 1,523 Mrd. Euro im Jahr 2027 auf 4,435 Mrd. Euro im Jahr 2030. Den größ­ten Anteil lie­fern Ziga­ret­ten und Fein­schnitt.
  • Für die Berech­nun­gen wur­den Preis­elas­ti­zi­tä­ten ver­wen­det, unter ande­rem:
    • Ziga­ret­ten: −0,7
    • Fein­schnitt: −0,3
    • Erhitz­ter Tabak: 0,4
    • Was­ser­pfei­fen­ta­bak: −0,5
      Die Regie­rung erklärt, dass kei­ne sta­bi­len Kreuz­preis­elas­ti­zi­tä­ten ermit­telt wer­den konn­ten.
  • Die Bun­des­re­gie­rung geht davon aus, dass Steu­er­erhö­hun­gen voll­stän­dig auf Ver­brau­cher­prei­se über­wälzt wer­den und dadurch der Tabak­kon­sum sinkt.
  • Inter­na­tio­na­le Erfah­run­gen und frü­he­re Steu­er­erhö­hun­gen in Deutsch­land deu­ten laut Bun­des­re­gie­rung dar­auf hin, dass höhe­re Tabak­steu­ern:
    • die Rauch­prä­va­lenz sen­ken,
    • den Ein­stieg ins­be­son­de­re bei Jugend­li­chen erschwe­ren,
    • den Kon­sum redu­zie­ren.
  • Nach Anga­ben der Bun­des­re­gie­rung ver­ur­sacht Rau­chen in Deutsch­land jähr­lich min­des­tens 97 Mrd. Euro volks­wirt­schaft­li­che Kos­ten, davon etwa:
    • 30 Mrd. Euro direk­te Gesund­heits­kos­ten
    • 67 Mrd. Euro indi­rek­te Kos­ten (z. B. Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lus­te).
  • Die Tabak­steu­er­ein­nah­men lagen 2025 bei rund 17,46 Mrd. Euro und decken damit nur einen Teil der geschätz­ten gesell­schaft­li­chen Fol­ge­kos­ten.
  • Die Bun­des­re­gie­rung ver­weist auf Emp­feh­lun­gen der WHO und ande­rer Fach­in­sti­tu­tio­nen, wonach Steu­er­erhö­hun­gen zu den wirk­sams­ten Maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung des Tabak­kon­sums zäh­len.
  • Bei Fein­schnitt soll sich der Preis- und Steu­er­ab­stand zu Fer­tig­zi­ga­ret­ten schritt­wei­se ver­rin­gern, um Aus­weich­be­we­gun­gen zu redu­zie­ren.
  • Niko­tin­beu­tel sind laut Bun­des­re­gie­rung der­zeit in Deutsch­land nicht ver­kehrs­fä­hig. Die Regie­rung unter­stützt stren­ge­re EU-Rege­lun­gen für neu­ar­ti­ge Niko­tin­pro­duk­te und will bestehen­de Regu­lie­rungs­lü­cken schlie­ßen.

Kurz­fa­zit: Die Bun­des­re­gie­rung begrün­det die geplan­ten Tabak­steu­er­erhö­hun­gen sowohl mit zusätz­li­chen Staats­ein­nah­men als auch mit gesund­heits­po­li­ti­schen Zie­len. Sie erwar­tet weni­ger Rau­cher, gerin­ge­ren Kon­sum und lang­fris­tig sin­ken­de Gesund­heits­kos­ten.


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