Ein­satz von Bun­des­zwang und Bund-Län­dern Streit­ver­fah­ren gegen Bun­des­län­der

Äuße­run­gen der Bun­des­mi­nis­te­rin der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz Dr. Ste­fa­nie Hubig zum Ein­satz von Bun­des­zwang und Bund-Län­der Streit­ver­fah­ren gegen Bun­des­län­der

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on zu Äuße­run­gen der Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Dr. Ste­fa­nie Hubig über mög­li­che Maß­nah­men des Bun­des gegen­über einer AfD-geführ­ten Lan­des­re­gie­rung.

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Der im Grund­ge­setz vor­ge­se­he­ne Bun­des­zwang nach Arti­kel 37 GG wur­de in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik bis­lang nie ange­wandt.
  • Zur Fra­ge, wie vie­le Bund-Län­der-Streit­ver­fah­ren der Bund gegen Län­der seit 1949 geführt hat und wie vie­le davon zu Ver­fas­sungs­ver­stö­ßen der Län­der führ­ten, erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass hier­zu kei­ne sta­tis­ti­sche Erfas­sung vor­liegt. Sie ver­weist statt­des­sen auf die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und die Fach­li­te­ra­tur.
  • Zu wei­te­ren Mit­teln gegen rechts­wid­ri­ges Ver­hal­ten eines Lan­des nennt die Bun­des­re­gie­rung ins­be­son­de­re:
    • die Bun­des­auf­sicht,
    • die im Grund­ge­setz vor­ge­se­he­nen ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren.
  • Auf die Fra­ge, ob die­se Instru­men­te in der Pra­xis nur sel­ten ein­ge­setzt wer­den und eine hohe Ein­griffs­schwel­le haben, nimmt die Bun­des­re­gie­rung zu abs­trak­ten Rechts­fra­gen grund­sätz­lich nicht Stel­lung.
  • Die Fra­gen zu den Äuße­run­gen von Dr. Ste­fa­nie Hubig, wonach Beam­te rechts­wid­ri­gen Wei­sun­gen wider­spre­chen müss­ten und der Bund gege­be­nen­falls ein­grei­fen kön­ne, beant­wor­tet die Bun­des­re­gie­rung gemein­sam:
    • Die Minis­te­rin habe sich all­ge­mein auf die beam­ten­recht­li­che und ver­fas­sungs­recht­li­che Rechts­la­ge bezo­gen.
    • Ihren Aus­sa­gen sei nicht zu ent­neh­men, dass kon­kre­te Vor­aus­set­zun­gen für ein Ein­schrei­ten bereits vor­lä­gen.
  • Zur Fra­ge, wie oft Beam­te seit Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik Beden­ken gegen aus ihrer Sicht rechts­wid­ri­ge Wei­sun­gen geäu­ßert haben, erklärt die Bun­des­re­gie­rung eben­falls, dass kei­ne ent­spre­chen­de Sta­tis­tik geführt wird.

Kurz­fa­zit: Die Bun­des­re­gie­rung betont vor allem, dass der Bun­des­zwang nie ange­wen­det wur­de und dass für vie­le der abge­frag­ten Sach­ver­hal­te kei­ne zen­tra­le Sta­tis­tik exis­tiert. Die Aus­sa­gen der Jus­tiz­mi­nis­te­rin wer­den als all­ge­mei­ne Hin­wei­se auf bestehen­de recht­li­che und ver­fas­sungs­recht­li­che Rege­lun­gen dar­ge­stellt.


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