Wohn­kos­ten­lü­cke 2025

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on Die Lin­ke zur „Wohn­kos­ten­lü­cke 2025“

1. Gegen­stand und Hin­ter­grund

  • The­ma: Die soge­nann­te „Wohn­kos­ten­lü­cke“ im SGB II (Bür­ger­geld / Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de) für das Jahr 2025 – also die Dif­fe­renz zwi­schen den tat­säch­lich anfal­len­den Kos­ten für Unter­kunft und Hei­zung (KdU) und den von den Job­cen­tern als „ange­mes­sen“ aner­kann­ten und über­nom­me­nen Kos­ten.
  • Kri­tik der Fra­ge­stel­ler: Lie­gen die tat­säch­li­chen Kos­ten über den kom­mu­na­len Richt­wer­ten, müs­sen Leis­tungs­be­zie­hen­de die Dif­fe­renz aus dem Regel­satz finan­zie­ren. Dies führt zu einer Unter­schrei­tung des sozio­kul­tu­rel­len Exis­tenz­mi­ni­mums.

2. Zen­tra­le Bun­des­er­geb­nis­se für 2025 (KdU gesamt, Mie­te)

(Quel­le: Tabel­len 1 & 2)

  • Gesam­te Wohn­kos­ten­lü­cke: Im Jahr 2025 belief sich die bun­des­wei­te Sum­me nicht über­nom­me­ner Wohn­kos­ten auf rund 651,1 Mil­lio­nen Euro.
  • Betrof­fe­ne Haus­hal­te:
    • Bun­des­weit waren im Jah­res­durch­schnitt 375.980 Bedarfs­ge­mein­schaf­ten (BG) betrof­fen.
    • Das ent­spricht 14,9 % aller Bedarfs­ge­mein­schaf­ten mit Miet­un­ter­kunft und lau­fen­den KdU.
  • Monat­li­che Belas­tung:
    • Betrof­fe­ne Haus­hal­te muss­ten im bun­des­wei­ten Durch­schnitt 129,39 Euro pro Monat aus eige­ner Tasche (bzw. dem Regel­satz) zuzah­len.
    • Die­se Deckungs­lü­cke mach­te im Schnitt 17,8 % ihrer tat­säch­li­chen Wohn­kos­ten (726,41 Euro/Monat) aus.
  • Regio­na­le Spit­zen­wer­te (Job­cen­ter-Ebe­ne):
    • Höchs­te abso­lu­te Monats­lü­cke pro betrof­fe­ner BG: JC Fürs­ten­feld­bruck mit 267,94 Euro.
    • Höchs­ter Anteil der Lücke an den tat­säch­li­chen Wohn­kos­ten: JC Saal­feld-Rudol­stadt mit 35,7 %.

3. Auf­schlüs­se­lung nach Kos­ten­ar­ten

(Quel­le: Tabel­len 3 bis 6)

  • Rei­ne Unter­kunfts­kos­ten (Kalt­mie­te + kal­te Betriebs­kos­ten):
    • 470,4 Mil­lio­nen Euro Jah­res­sum­me nicht aner­kannt.
    • 266.115 BG betrof­fen (10,6 %).
    • Durch­schnitt­li­che Monats­lü­cke bei Betrof­fe­nen: 130,59 Euro (23,6 % der tat­säch­li­chen Unter­kunfts­kos­ten).
  • Heiz­kos­ten:
    • 75,7 Mil­lio­nen Euro Jah­res­sum­me nicht aner­kannt.
    • 66.363 BG betrof­fen (3,2 %).
    • Durch­schnitt­li­che Monats­lü­cke bei Betrof­fe­nen: 58,87 Euro (34,6 % der tat­säch­li­chen Heiz­kos­ten).

4. Betrof­fen­heit nach Haus­halts­grup­pen

(Quel­le: Tabel­len 7 bis 14)

  • Allein­ste­hen­de (Sin­gle-Bedarfs­ge­mein­schaf­ten):
    • Jah­res­sum­me: ca. 281,2 Mil­lio­nen Euro.
    • 190.822 Sin­gle-BG (13,9 %) betrof­fen; monat­li­che Lücke im Schnitt: 108,49 Euro.
  • Bedarfs­ge­mein­schaf­ten mit Kin­dern:
    • Jah­res­sum­me: ca. 280,1 Mil­lio­nen Euro.
    • 135.047 BG (15,6 %) betrof­fen; monat­li­che Lücke im Schnitt: 156,78 Euro.
  • BG mit Klein­kin­dern (min­des­tens ein Kind unter 6 Jah­ren):
    • Jah­res­sum­me: ca. 122,4 Mil­lio­nen Euro.
    • 57.995 BG (14,4 %) betrof­fen; monat­li­che Lücke im Schnitt: 161,10 Euro.
  • Allein­er­zie­hen­de:
    • Jah­res­sum­me: ca. 153,7 Mil­lio­nen Euro.
    • 79.072 BG (16,4 %) betrof­fen; monat­li­che Lücke im Schnitt: 146,18 Euro.

5. Wohn­raum­grö­ße und Beengt­heit

(Quel­le: Tabel­len 15 & 16 zu Fra­ge 36)

  • Von bun­des­weit 119.844 Part­ner-Bedarfs­ge­mein­schaf­ten mit zwei Kin­dern leb­ten im Jah­res­durch­schnitt 19.686 Haus­hal­te (16,4 %) in einer Miet­woh­nung mit unter 60 m² Wohn­flä­che – was deut­lich unter den gän­gi­gen Richt­wer­ten der sozia­len Wohn­raum­för­de­rung (üblich: 80–90 m² für 4 Per­so­nen) liegt.

6. Geplan­te Geset­zes­än­de­run­gen (Fra­ge 37)

  • Die Bun­des­re­gie­rung ver­weist dar­auf, dass das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les (BMAS) der­zeit an einem Gesetz­ent­wurf zur Umset­zung der Emp­feh­lun­gen der Sozi­al­staats­kom­mis­si­on arbei­tet.
  • In die­sem Rah­men wird auch die Emp­feh­lung 8e geprüft, die vor­sieht, Grund­si­che­rungs­trä­ger zu ermäch­ti­gen, Pau­schal­be­trä­ge fest­zu­set­zen, bis zu denen Umzugs­kos­ten ohne Ein­zel­nach­weis über­nom­men wer­den kön­nen.

Quel­le: Bun­des­tags­druck­sa­che 21/8477

https://dserver.bundestag.de/btd/21/084/2108477.pdf

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