Ver­mö­gens­ab­schöp­fung bei Orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät

Wirk­sam­keit von Finanz­ermitt­lun­gen und Ver­mö­gens­ab­schöp­fung bei Orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge zur Wirk­sam­keit von Finanz­ermitt­lun­gen und Ver­mö­gens­ab­schöp­fung bei Orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät (OK).

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Die Bun­des­re­gie­rung betont den „Follow-the-money“-Ansatz als zen­tra­les Instru­ment zur Bekämp­fung der Orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät. Ziel ist es, kri­mi­nell erlang­te Ver­mö­gens­wer­te zu iden­ti­fi­zie­ren, zu sichern und ein­zu­zie­hen.
  • Vie­le der abge­frag­ten Daten sind nur teil­wei­se ver­füg­bar. Ins­be­son­de­re lie­gen auf Bun­des­ebe­ne kei­ne sta­tis­ti­schen Daten zu rechts­kräf­tig ein­ge­zo­ge­nen Ver­mö­gens­wer­ten aus OK-Ver­fah­ren vor.
  • Es wer­den zwar Ver­mö­gens­wer­te iden­ti­fi­ziert, die­se kön­nen jedoch nicht immer gesi­chert wer­den. Grün­de sind unter ande­rem feh­len­de recht­li­che Vor­aus­set­zun­gen oder dass Ver­mö­gens­wer­te unauf­find­bar sind. Eine sta­tis­ti­sche Erfas­sung die­ser Fäl­le erfolgt nicht.
  • Vor­läu­fig gesi­cher­te Ver­mö­gens­wer­te wer­den nicht immer end­gül­tig ein­ge­zo­gen. Falls sich ein Tat­ver­dacht nicht bestä­tigt oder die Vor­aus­set­zun­gen für eine Ein­zie­hung feh­len, müs­sen Ver­mö­gens­wer­te wie­der frei­ge­ge­ben wer­den.
  • Die Bun­des­re­gie­rung bestä­tigt, dass Täter häu­fig Ver­mö­gen auf Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, Stroh­leu­te oder kom­ple­xe Fir­men­struk­tu­ren über­tra­gen, um die Iden­ti­fi­zie­rung und Ein­zie­hung zu erschwe­ren.
  • Im Jahr 2025 wur­den in OK-Ver­fah­ren Immo­bi­li­en und Grund­stü­cke im Wert von 31,6 Mio. Euro vor­läu­fig gesi­chert. In 31 von 683 OK-Ver­fah­ren spiel­te Immo­bi­li­en­ver­mö­gen eine Rol­le.
  • Über den Umfang der Ver­la­ge­rung kri­mi­nel­ler Ver­mö­gens­wer­te ins Aus­land lie­gen nur begrenz­te Erkennt­nis­se vor. Für 2025 wur­den im Aus­land unter ande­rem Kryp­tower­te sowie Fahr­zeu­ge und Bar­geld gesi­chert.
  • Die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit erfolgt über Netz­wer­ke wie Asset Reco­very Office (ARO), Euro­pol, Euro­just und CARIN. Die Bun­des­re­gie­rung bewer­tet die­se Zusam­men­ar­beit als effek­tiv und ver­trau­ens­voll.
  • Deutsch­land betei­ligt sich an der seit 2025 bestehen­den Euro­pol-Initia­ti­ve A.S.S.E.T. zur grenz­über­schrei­ten­den Ver­mö­gens­si­che­rung.
  • Im Jahr 2025 wur­den bei 86,4 % der gemel­de­ten OK-Ver­fah­ren Finanz­ermitt­lun­gen durch­ge­führt.
  • Zur Ver­bes­se­rung der Ver­mö­gens­ab­schöp­fung plant die Bun­des­re­gie­rung wei­te­re Refor­men. Beson­ders her­vor­ge­ho­ben wird das Zoll­fi­nanz­ge­rech­tig­keits­ge­setz, das eine admi­nis­tra­ti­ve Ermitt­lung und Sicher­stel­lung von Ver­mö­gens­wer­ten unkla­rer Her­kunft ermög­li­chen soll. Außer­dem ist eine wei­te­re Reform des Rechts der Ver­mö­gens­ab­schöp­fung ange­kün­digt.

Kern­aus­sa­ge: Die Bun­des­re­gie­rung sieht Finanz­ermitt­lun­gen und Ver­mö­gens­ab­schöp­fung als wich­ti­ges Mit­tel gegen Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät, räumt aber zugleich erheb­li­che Daten­lü­cken ein. Vie­le zen­tra­le Kenn­zah­len zur tat­säch­li­chen Erfolgs­quo­te der Ver­mö­gens­ab­schöp­fung wer­den bis­lang nicht bun­des­weit sta­tis­tisch erfasst.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater