Chart des Tages #122 — 07.10.2026

Mara­thon Petro­le­um Corp.

Sec­tor: Ener­gy Oil & Gas Refi­ning & Mar­ke­ting

Mara­thon Petro­le­um Corp. (MPC)

*Log­arith­misch, 1Monat, All­zeit

Geschäfts­mo­dell

Mara­thon Petro­le­um Corp. (NYSE: MPC) ist im Kern kein Ölpro­du­zent, son­dern ein gro­ßer US-ame­ri­ka­ni­scher Raffinerie‑, Ver­mark­tungs- und Infra­struk­tur­kon­zern. MPC kauft Roh­öl ein, ver­ar­bei­tet es zu Ben­zin, Die­sel, Kero­sin usw. und ver­kauft die­se Pro­duk­te wei­ter. Zusätz­lich ver­dient das Unter­neh­men über sei­ne Mehr­heits­be­tei­li­gung an MPLX rela­tiv sta­bi­le Gebüh­ren für Pipe­lines, Lage­rung, Gas­ver­ar­bei­tung und ande­re Mid­stream-Dienst­leis­tun­gen.

Das Geschäfts­mo­dell in einem Satz

MPC kauft Roh­stof­fe ein → ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert sie → ver­kauft höher­wer­ti­ge Kraft­stof­fe und Ener­gie­pro­duk­te und kas­siert dane­ben Infra­struk­tur­ge­büh­ren.

Dabei bestehen aktu­ell drei berichts­pflich­ti­ge Geschäfts­be­rei­che:

Seg­mentWas macht MPC?Womit wird Geld ver­dient?
Refi­ning & Mar­ke­tingRoh­öl zu Ben­zin, Die­sel, Jet Fuel, Asphalt etc. raf­fi­nie­ren und ver­kau­fenDif­fe­renz zwi­schen Pro­dukt­ver­kaufs­prei­sen und Roh­stoff-/Be­triebs­kos­ten
Mid­stream / MPLXPipe­lines, Ter­mi­nals, Lager, Gas­ver­ar­bei­tung, NGL-Infra­struk­turTransport‑, Lager‑, Ver­ar­bei­tungs- und sons­ti­ge volu­men­ba­sier­te Gebüh­ren
Rene­wa­ble Die­selErneu­er­ba­re Roh­stof­fe zu Rene­wa­ble Die­sel ver­ar­bei­tenVer­kaufs­mar­ge + regu­la­to­ri­sche Credits/Subventionseffekte

1. Das wich­tigs­te Geschäft: Raf­fi­ne­rien

MPC besitzt eines der größ­ten Raf­fi­ne­rie­sys­te­me der USA mit knapp 3 Mio. Bar­rel Roh­öl­ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tät pro Tag. Das Unter­neh­men kauft Roh­öl von Pro­du­zen­ten ein – es för­dert die­ses Roh­öl grund­sätz­lich nicht selbst – und ver­ar­bei­tet es in sei­nen Raf­fi­ne­rien. 2025 ver­ar­bei­te­ten die Raf­fi­ne­rien im Durch­schnitt rund 2,8 Mio. Bar­rel Roh­öl pro Tag.

Aus Roh­öl ent­ste­hen bei­spiels­wei­se:

Ben­zin, Die­sel, Flug­zeug­treib­stoff, Heiz-/Schwer­öl, Asphalt, Pro­pan, NGLs und petro­che­mi­sche Pro­duk­te.

Das Ent­schei­den­de ist hier­bei nicht der Ölpreis an sich, son­dern die Raf­fi­ne­rie­mar­ge.

Ver­ein­facht:

Ver­kaufs­preis der erzeug­ten Kraft­stof­fe
– Preis des ein­ge­kauf­ten Roh­öls und ande­rer Feedstocks
= Refi­ning Mar­gin

Ange­nom­men, MPC kauft Roh­öl und ande­re Inputs für umge­rech­net 80 $, ver­ar­bei­tet sie und kann die dar­aus erzeug­ten Pro­duk­te für 100 $ ver­kau­fen. Dann liegt zunächst eine Brut­to­mar­ge von unge­fähr 20 $ vor. Davon müs­sen anschlie­ßend Ener­gie, Per­so­nal, War­tung, Trans­port, Raf­fi­ne­rie­still­stän­de usw. bezahlt wer­den.

In der Bran­che wird die­ser Zusam­men­hang häu­fig über soge­nann­te Crack Spreads beschrie­ben. Stei­gen die Prei­se für Ben­zin und Die­sel rela­tiv zum Roh­öl­preis, ver­die­nen Raf­fi­ne­rien typi­scher­wei­se mehr. Fal­len die­se Spreads, kön­nen die Gewin­ne stark zurück­ge­hen.

Genau des­halb sind die Gewin­ne von MPC zyklisch. 2025 lag die von MPC aus­ge­wie­se­ne Refining-&-Marketing-Marge bei 16,87 $ je Bar­rel, gegen­über 16,01 $ im Jahr 2024 und 23,00 $ im Jahr 2023.

Im zwei­ten Quar­tal 2026 stieg sie auf­grund wesent­lich höhe­rer Crack Spreads sogar auf 36,33 $ je Bar­rel. Das Seg­ment erziel­te dadurch allein in die­sem Quar­tal rund 6,7 Mrd. $ Adjus­ted EBITDA.

Das zeigt sehr gut, wor­an MPC wirt­schaft­lich hängt: Nicht unbe­dingt an einem hohen Ölpreis, son­dern an einer hohen Dif­fe­renz zwi­schen Roh­stoff­kos­ten und Kraft­stoff­prei­sen.


2. Ver­kauf und Ver­mark­tung der Kraft­stof­fe

MPC ver­kauft sei­ne Pro­duk­te nicht nur an eine ein­zel­ne Kun­den­grup­pe. Die Pro­duk­te gehen unter ande­rem an Groß­händ­ler, Indus­trie- und Gewer­be­kun­den, Spot­märk­te, Expor­teu­re sowie Betrei­ber von Tank­stel­len unter Mar­ken wie Mara­thon und ARCO.

Ein wich­ti­ger Punkt für das Ver­ständ­nis der Aktie:

MPC besitzt heu­te nicht mehr die gro­ße Speed­way-Tank­stel­len­ket­te.

Speed­way wur­de 2021 für rund 21,4 Mrd. $ in bar an 7‑Eleven ver­kauft. Mara­thon- oder ARCO-Tank­stel­len bedeu­ten des­halb nicht auto­ma­tisch, dass MPC die Tank­stel­le selbst betreibt. Viel­fach lie­fert MPC ledig­lich den Kraft­stoff an unab­hän­gi­ge Betrei­ber bzw. Händ­ler.


3. MPLX – das sta­bi­le­re Infra­struk­tur­ge­schäft

Der zwei­te gro­ße Teil des Geschäfts­mo­dells ist MPLX LP. MPC hält den Gene­ral Part­ner und zum Jah­res­en­de 2025 rund 64 % der aus­ste­hen­den MPLX-Antei­le.

MPLX besitzt unter ande­rem Pipe­lines für Roh­öl und raf­fi­nier­te Pro­duk­te, Ter­mi­nals und Tank­la­ger, Bin­nen­schif­fe und Logis­tik­an­la­gen sowie Erd­gas-Sam­mel­sys­te­me, Gas­ver­ar­bei­tungs­an­la­gen, NGL-Pipe­lines und Frac­tion­a­ti­on-Anla­gen.

Das Geschäfts­mo­dell ist hier fun­da­men­tal anders als bei einer Raf­fi­ne­rie.

MPLX ver­dient bei­spiels­wei­se:

„Trans­por­tie­re 100.000 Bar­rel durch mei­ne Pipe­line und zah­le mir X Dol­lar pro Bar­rel.“

oder

„Reser­vie­re die­se Pipe­line-/La­ger­ka­pa­zi­tät und zah­le mir dafür eine ver­trag­lich ver­ein­bar­te Gebühr.“

Vie­le Ver­trä­ge sind lang­fris­tig, fee-based und teil­wei­se mit Min­dest­ab­nah­me­men­gen bzw. Min­dest­vo­lu­men aus­ge­stat­tet. Dadurch sind die­se Cash­flows wesent­lich weni­ger abhän­gig vom täg­li­chen Ölpreis als das Raf­fi­ne­rie­ge­schäft.

MPC selbst ist dabei ein wich­ti­ger Kun­de von MPLX. 2025 stamm­ten 48 % des gesam­ten Umsat­zes und sons­ti­gen Ein­kom­mens von MPLX von MPC. Bei den Cru­de-Oil-and-Pro­ducts-Logi­stics-Akti­vi­tä­ten lag der Anteil sogar bei rund 88 %.

Öko­no­misch ent­steht also ein inte­grier­tes Sys­tem:

Roh­öl → Pipe­line → MPC-Raf­fi­ne­rie → Produktpipeline/Terminal → Benzin/Diesel/etc. → Kun­de

MPC ver­dient sowohl an der Ver­ar­bei­tung und Ver­mark­tung als auch über MPLX an Tei­len der Trans­port- und Infra­struk­tur­ket­te.


4. Rene­wa­ble Die­sel

Der drit­te und noch deut­lich klei­ne­re Bereich ist Rene­wa­ble Die­sel.

Hier wer­den erneu­er­ba­re Feedstocks zu Die­sel ver­ar­bei­tet. Das Geschäfts­mo­dell ähnelt dem klas­si­schen Raf­fi­ne­rie­ge­schäft:

Ver­kaufs­er­lös des Rene­wa­ble Die­sel + regu­la­to­ri­sche Cre­dits – Feedstock­kos­ten = Mar­ge.

Regu­la­to­ri­sche Cre­dits spie­len hier eine deut­lich grö­ße­re Rol­le als im klas­si­schen Raf­fi­ne­rie­ge­schäft. MPC weist des­halb die Rene­wa­ble-Die­sel-Mar­ge aus­drück­lich inklu­si­ve des Werts bestimm­ter qua­li­fi­zie­ren­der regu­la­to­ri­scher Cre­dits aus.

2025 war die­ser Bereich noch defi­zi­tär und erziel­te –110 Mio. $ Adjus­ted EBITDA. Im zwei­ten Quar­tal 2026 ver­bes­ser­te sich das Seg­ment dage­gen auf +258 Mio. $, unter ande­rem auf­grund bes­se­rer Mar­gen, höhe­rer Aus­las­tung und höhe­rer regu­la­to­ri­scher Cre­dit-Wer­te.


Wie wich­tig sind die ein­zel­nen Geschäfts­be­rei­che?

Die Zah­len für 2025 zei­gen die Struk­tur sehr anschau­lich:

Adjus­ted EBITDA 2025Mrd. USDAnteil am Seg­ment-EBIT­DA*
Refi­ning & Mar­ke­ting6,14~48 %
Mid­stream6,75~53 %
Rene­wa­ble Die­sel−0,11~−1 %
Sum­me Seg­men­te12,78100 %

*Vor Cor­po­ra­te-Kos­ten und wei­te­ren Über­lei­tun­gen. Da MPC MPLX nicht zu 100 % besitzt, darf man das aus­ge­wie­se­ne Mid­stream-EBIT­DA außer­dem nicht eins zu eins als aus­schließ­lich den MPC-Aktio­nä­ren zuste­hen­den Gewinn inter­pre­tie­ren.

Das ist für eine Ana­ly­se der MPC-Aktie ziem­lich wich­tig: MPC ist heu­te nicht ein­fach nur eine Raf­fi­ne­rie­ak­tie. Das Unter­neh­men kom­bi­niert ein stark zykli­sches Raf­fi­ne­rie­ge­schäft mit einem erheb­lich sta­bi­le­ren Mid­stream-/In­fra­struk­tur­ge­schäft.

2026 sieht man gleich­zei­tig, wie domi­nant Refi­ning & Mar­ke­ting wer­den kann, wenn die Raf­fi­ne­rie­mar­gen hoch sind: Im 1. Halb­jahr 2026 betrug das Adjus­ted EBITDA etwa 8,0 Mrd. $ im Refi­ning & Mar­ke­ting, 3,4 Mrd. $ im Mid­stream und 0,3 Mrd. $ bei Rene­wa­ble Die­sel.

Ver­ein­facht als „Geld­ma­schi­ne“

MPC
→ kauft Roh­öl
→ trans­por­tiert es teil­wei­se über eige­ne/M­PLX-Infra­struk­tur
→ ver­ar­bei­tet es in Raf­fi­ne­rien
→ erzeugt Ben­zin, Die­sel, Jet Fuel usw.
→ trans­por­tiert und lagert die Pro­duk­te
→ ver­kauft sie an Groß­händ­ler, Tank­stel­len und ande­re Kun­den

Dabei ver­dient MPC an zwei unter­schied­li­chen öko­no­mi­schen Mecha­nis­men:

Raf­fi­ne­rie: „Roh­stoff güns­tig ein­kau­fen und Pro­duk­te mit mög­lichst hoher Mar­ge ver­kau­fen.“

MPLX: „Für Trans­port, Ver­ar­bei­tung und Lage­rung mög­lichst kon­ti­nu­ier­lich Gebüh­ren kas­sie­ren.“

Das macht MPC inter­es­san­ter als einen rei­nen Raf­fi­ne­rie­be­trei­ber: Refi­ning lie­fert den gro­ßen Gewinn­he­bel bei guten Crack Spreads; MPLX lie­fert den sta­bi­le­ren Cash­flow-Unter­bau.

Ein letz­ter wich­ti­ger Punkt: Mara­thon Petro­le­um (MPC) und Mara­thon Oil sind nicht das­sel­be Unter­neh­men. Sie wur­den 2011 getrennt. MPC ist das Down­stream-/Mid­stream-Unter­neh­men; es pro­du­ziert sein Roh­öl nicht selbst.

Wenn du MPC als mög­li­che Aktie ana­ly­sierst, wären als Nächs­tes vor allem 5 Kenn­zah­len inter­es­sant: Crack Spreads/Raffineriemargen, Raf­fi­ne­rie­aus­las­tung, MPLX-Cash­flows, Free Cash­flow von MPC und Akti­en­rück­käu­fe. Gera­de bei MPC erklärt das deut­lich mehr über den Unter­neh­mens­wert als Umsatz­wachs­tum allein.

Inves­to­ren­sicht

Für MPC sind aus Inves­to­ren­sicht vor allem die­se Punk­te ent­schei­dend:

  • Raf­fi­ne­rie­mar­gen / Crack Spreads – wich­tigs­ter kurz­fris­ti­ger Gewinn­he­bel.
  • Aus­las­tung der Raf­fi­ne­rien – hohe Ver­füg­bar­keit ver­bes­sert Ertrag und Cash­flow.
  • MPLX-Cash­flows – sta­bi­li­sie­ren das zykli­sche Raf­fi­ne­rie­ge­schäft.
  • Free Cash­flow – zeigt, wie viel Geld tat­säch­lich für Aktio­nä­re übrig bleibt.
  • Akti­en­rück­käu­fe & Divi­den­de – MPC gibt viel Kapi­tal an Aktio­nä­re zurück.
  • Öl-/Pro­dukt­nach­fra­ge und Regu­lie­rung – lang­fris­ti­ge Risi­ken, beson­ders bei Kraft­stof­fen und Rene­wa­ble Die­sel.

MPC ist attrak­tiv, wenn Raf­fi­ne­rie­mar­gen ordent­lich blei­ben, MPLX sta­bil wächst und der Free Cash­flow kon­se­quent an Aktio­nä­re zurück­fließt.

News zum Unter­neh­men

Stand 7. Okto­ber 2026 sind aus mei­ner Sicht nur die­se Mel­dun­gen wirk­lich rele­vant:

  • Sehr star­kes Q2: Net­to­ge­winn 5,1 Mrd. $, Adjus­ted EBITDA 8,5 Mrd. $; Raf­fi­ne­rie­mar­ge auf 36,33 $/Barrel mehr als ver­dop­pelt. Klar posi­tiv.
  • Extrem hohe Die­sel-/Crack-Spreads: Glo­ba­le Raf­fi­ne­rie- und Lie­fer­aus­fäl­le durch den Nah­ost­kon­flikt trei­ben MPCs Mar­gen stark nach oben. Das ist aktu­ell der wich­tigs­te Kurs­trei­ber – aber auch das größ­te Nor­ma­li­sie­rungs­ri­si­ko.
  • Bio­fuel-Regu­lie­rung: Die EPA erwägt, zusätz­li­che Rene­wa­ble-Fuel-Ver­pflich­tun­gen auf gro­ße Raf­fi­ne­rien wie MPC zu ver­la­gern. Poten­zi­ell höhe­re Kos­ten; regu­la­to­ri­sches Risi­ko.
  • Nächs­ter gro­ßer Ter­min: 3. Novem­ber 2026 – Q3-Zah­len. Beson­ders rele­vant wer­den Raf­fi­ne­rie­mar­gen, Aus­las­tung, Free Cash­flow und Akti­en­rück­käu­fe sein.

Momen­tan ist die Nach­rich­ten­la­ge für MPC ope­ra­tiv sehr posi­tiv. Ent­schei­dend ist, wie lan­ge die außer­ge­wöhn­lich hohen Raf­fi­ne­rie­mar­gen anhal­ten.


Momen­tum-Aktie

Eine Momen­tum-Aktie ist eine Aktie, deren Kurs bereits einen star­ken Auf­wärts- oder Abwärts­trend zeigt und bei der Anle­ger dar­auf set­zen, dass sich die­ser Trend zunächst fort­setzt.

Momen­tum-Anle­ger rich­ten ihren Blick weni­ger auf die Fra­ge, ob eine Aktie güns­tig bewer­tet ist, son­dern vor allem dar­auf, wel­che Titel aktu­ell beson­ders stark stei­gen. Die Grund­idee dahin­ter ist ein­fach: Akti­en, die sich in der Ver­gan­gen­heit bes­ser als der Markt ent­wi­ckelt haben, kön­nen die­sen Trend eine gewis­se Zeit fort­set­zen. Des­halb ach­ten Momen­tum-Anle­ger auf Kurs­stär­ke, rela­ti­ve Per­for­mance, Han­dels­vo­lu­men und kla­re Auf­wärts­trends. Ent­schei­dend ist dabei nicht, eine Aktie mög­lichst früh zu ent­de­cken, son­dern in einen bereits bestehen­den Trend ein­zu­stei­gen. Gleich­zei­tig birgt die­se Stra­te­gie Risi­ken, denn star­ke Kurs­be­we­gun­gen kön­nen abrupt enden. Momen­tum-Inves­t­ing setzt daher auf Trends – und auf die Fähig­keit, recht­zei­tig zu erken­nen, wenn deren Stär­ke nach­lässt.

Die Schat­ten­sei­ten der Momen­tum-Stra­te­gie

Das Haupt­ri­si­ko sind soge­nann­te Momen­tum-Rever­sals: Sobald sich die Markt­stim­mung dreht, kön­nen zuvor beson­ders stark gestie­ge­ne Akti­en auch über­durch­schnitt­lich schnell fal­len.

Die Momen­tum-Stra­te­gie ver­spricht auf den ers­ten Blick einen ein­fa­chen Königs­weg an der Bör­se: Kau­fe, was steigt, ver­kau­fe, was fällt, und rei­te auf der Wel­le des Trends. Doch wer sich allein auf die­se Logik ver­lässt, unter­schätzt oft die Risi­ken, die sich hin­ter dem schein­bar simp­len Prin­zip ver­ber­gen.

Das größ­te Pro­blem ist die Anfäl­lig­keit für plötz­li­che Trend­um­keh­run­gen. Gera­de wenn sich Märk­te nach star­ken Ver­wer­fun­gen abrupt erho­len, kön­nen Momen­tum-Port­fo­li­os inner­halb weni­ger Wochen einen Groß­teil ihrer Gewin­ne wie­der ver­lie­ren – Phä­no­me­ne, die als “Momen­tum Cra­s­hes” bekannt sind. Hin­zu kommt, dass Momen­tum-Akti­en sich häu­fig in bestimm­ten Bran­chen kon­zen­trie­ren, was die Diver­si­fi­ka­ti­on schwächt und das Port­fo­lio anfäl­lig für sek­tor­spe­zi­fi­sche Schocks macht.

Auch die Markt­me­cha­nik selbst birgt Tücken: Weil zahl­rei­che Anle­ger und quan­ti­ta­ti­ve Fonds ähn­li­che Stra­te­gien ver­fol­gen, ent­steht ein soge­nann­tes Crow­ding-Risi­ko. Kippt die Stim­mung, zie­hen sich vie­le Akteu­re gleich­zei­tig zurück, was Ver­lus­te dra­ma­tisch beschleu­ni­gen kann. Wer zudem auf einen bereits lau­fen­den Trend auf­springt, läuft Gefahr, spät ein­zu­stei­gen – oft genau dann, wenn der Höhe­punkt bereits über­schrit­ten ist.

Nicht zu unter­schät­zen sind schließ­lich die psy­cho­lo­gi­schen Fal­len: Über­mä­ßi­ges Ver­trau­en in kurz­fris­ti­ge Kurs­be­we­gun­gen, die Schwie­rig­keit, recht­zei­tig aus­zu­stei­gen, und die Nei­gung, Über­trei­bun­gen und Bla­sen­bil­dung noch zu ver­stär­ken. Wer Momen­tum-Inves­t­ing betreibt, soll­te sich die­ser Risi­ken bewusst sein und mit kla­ren Regeln – etwa Stop-Loss-Mecha­nis­men, begrenz­ten Posi­ti­ons­grö­ßen und einer Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Anla­ge­fak­to­ren – gegen­steu­ern.

Infor­ma­ti­on

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Die hier dar­ge­stell­ten Charts die­nen ledig­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und stel­len kei­ne Kauf- oder Ver­kaufs­emp­feh­lung dar.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater