Chart des Tages #125 — 10.10.2026

Inter­na­tio­nal Sea­ways Inc.

Sec­tor: Ener­gy Oil & Gas Mid­stream

Inter­na­tio­nal Sea­ways Inc. (INSW)

*Log­arith­misch, 1Monat, All­zeit

Geschäfts­mo­dell

1. Kern­ge­schäft

Inter­na­tio­nal Sea­ways Inc. ist im Kern ein Tan­ker­ree­de­rei- und Schiff­fahrts­un­ter­neh­men. Das Unter­neh­men ver­dient sein Geld mit dem See­trans­port von Roh­öl und raf­fi­nier­ten Erd­öl­pro­duk­ten zwi­schen För­der­re­gio­nen, Raf­fi­ne­rien, Lager­stand­or­ten und Ver­brauchs­märk­ten.

INSW ver­kauft dabei nicht das trans­por­tier­te Öl. Das wirt­schaft­li­che Pro­dukt des Unter­neh­mens ist viel­mehr Trans­port­ka­pa­zi­tät auf See. Ver­ein­facht gesagt ver­mie­tet bezie­hungs­wei­se ver­mark­tet INSW die Lade­ka­pa­zi­tät sei­ner Tan­ker an Ölkon­zer­ne, Roh­stoff­händ­ler, staat­li­che Ölge­sell­schaf­ten, Raf­fi­ne­rien und ande­re Markt­teil­neh­mer.

Das Geschäfts­mo­dell lässt sich daher als kapi­tal­in­ten­si­ves, zykli­sches Asset-Owner-/Ship­ping-Modell beschrei­ben: INSW inves­tiert Kapi­tal in Tan­ker, betreibt bezie­hungs­wei­se kon­trol­liert die­se Schif­fe und mone­ta­ri­siert deren ver­füg­ba­re Trans­port­ta­ge über ver­schie­de­ne Char­ter­mo­del­le.

2. Die bei­den wirt­schaft­li­chen Haupt­seg­men­te

INSW glie­dert sein ope­ra­ti­ves Geschäft in zwei wesent­li­che Berei­che:

Seg­mentTypi­sche Schiffs­klas­senHaupt­fracht
Cru­de Tan­kersVLCC, Suez­max, Afram­axRoh­öl
Pro­duct Car­ri­ersLR2, LR1, MRRaf­fi­nier­te Ölpro­duk­te, teil­wei­se ande­re flüs­si­ge Ladun­gen

Cru­de Tan­kers

Die­ses Seg­ment trans­por­tiert über­wie­gend Roh­öl über inter­na­tio­na­le Han­dels­rou­ten.

Beson­ders wich­tig sind dabei:

VLCC – Very Lar­ge Cru­de Car­ri­ers
Sehr gro­ße Roh­öl­tan­ker mit typi­scher­wei­se rund 300.000 DWT Trag­fä­hig­keit. Sie wer­den ins­be­son­de­re für gro­ße Lang­stre­cken­trans­por­te ein­ge­setzt, bei­spiels­wei­se vom Nahen Osten nach Asi­en oder von Ame­ri­ka nach Asi­en.

Suez­max
Mit­tel­gro­ße Roh­öl­tan­ker mit unge­fähr 150.000 DWT. Die­se Schif­fe sind fle­xi­bler hin­sicht­lich Häfen und Han­dels­rou­ten.

Afram­ax
Noch klei­ne­re Roh­öl­tan­ker mit typi­scher­wei­se rund 100.000–120.000 DWT. Sie eig­nen sich beson­ders für regio­na­le und mitt­le­re Trans­port­di­stan­zen.

Der wirt­schaft­li­che Wert die­ser ver­schie­de­nen Grö­ßen­klas­sen besteht dar­in, dass INSW unter­schied­li­che Han­dels­rou­ten und Ladungs­grö­ßen bedie­nen kann. Das Unter­neh­men ist daher nicht aus­schließ­lich von einem ein­zi­gen Tan­ker­markt abhän­gig.

Pro­duct Car­ri­ers

Der zwei­te Bereich trans­por­tiert grund­sätz­lich raf­fi­nier­te Mine­ral­öl­pro­duk­te, bei­spiels­wei­se:

Ben­zin, Die­sel, Kero­sin bzw. Jet Fuel und Heiz­öl. Je nach Schiff und Han­dels­rou­te kön­nen auch bestimm­te Che­mi­ka­li­en, Pflan­zen­öle oder ver­gleich­ba­re flüs­si­ge Pro­duk­te trans­por­tiert wer­den.

Hier kom­men ins­be­son­de­re MR‑, LR1- und LR2-Tan­ker zum Ein­satz.

Die­ses Geschäft ist ope­ra­tiv teil­wei­se kom­ple­xer als der rei­ne Roh­öl­trans­port. Pro­dukt­en­tan­ker haben oft­mals mehr Hafen­an­läu­fe, kür­ze­re Rei­sen, häu­fi­ger wech­seln­de Ladun­gen sowie höhe­re Anfor­de­run­gen hin­sicht­lich Tank­rei­ni­gung und Pro­dukt­spe­zi­fi­ka­tio­nen.

Eine Beson­der­heit bei INSW besteht dar­in, dass die LR1-Flot­te der­zeit trotz ihrer Ein­ord­nung als Pro­duct Car­ri­er im Pana­max-Inter­na­tio­nal-Pool aus­schließ­lich Roh­öl trans­por­tiert. Das Unter­neh­men setzt sei­ne Schif­fe also fle­xi­bel dort ein, wo die erwar­te­ten wirt­schaft­li­chen Erträ­ge am attrak­tivs­ten sind.

3. Wie INSW kon­kret Geld ver­dient

Die wich­tigs­te Fra­ge für das Geschäfts­mo­dell ist nicht nur, was trans­por­tiert wird, son­dern wie die Schif­fe kom­mer­zi­ell ver­mark­tet wer­den.

INSW nutzt im Wesent­li­chen drei Chart­erfor­men sowie kom­mer­zi­el­le Pools.

A. Spot­markt bezie­hungs­wei­se Voya­ge Char­ter

Der wich­tigs­te Ertrags­ka­nal ist der Spot­markt.

Ein Kun­de benö­tigt bei­spiels­wei­se einen Tan­ker, um 2 Mil­lio­nen Bar­rel Roh­öl vom Per­si­schen Golf nach Chi­na zu trans­por­tie­ren. INSW bezie­hungs­wei­se der zustän­di­ge Tan­ker­pool stellt ein geeig­ne­tes Schiff zur Ver­fü­gung.

Für die­se kon­kre­te Rei­se wird eine Fracht­ra­te ver­ein­bart.

Öko­no­misch ver­ein­facht:

Erlös einer Rei­se
– Treib­stoff
– Hafen- und Kanal­ge­büh­ren
– sons­ti­ge rei­se­ab­hän­gi­ge Kos­ten
= wirt­schaft­li­cher Ertrag der Rei­se

Im Tan­ker­markt wer­den sol­che Erträ­ge häu­fig als Time Char­ter Equi­va­lent (TCE) auf einen Tages­wert umge­rech­net.

Der TCE ist eine zen­tra­le Kenn­zahl, weil damit unter­schied­li­che Rei­sen und Char­ter­mo­del­le mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den kön­nen.

2025 wur­den rund 82 % der TCE-Umsät­ze von INSW über Spot­markt­ak­ti­vi­tä­ten erwirt­schaf­tet. Das Unter­neh­men besitzt des­halb eine aus­ge­spro­chen hohe direk­te Expo­nie­rung gegen­über Tan­ker-Fracht­ra­ten.

Das hat erheb­li­che Kon­se­quen­zen:

Bei hohen Tan­ker­ra­ten kann der Gewinn sehr schnell stei­gen. Bei fal­len­den Fracht­ra­ten kön­nen Umsatz, EBITDA und Cash­flow dage­gen eben­so schnell zurück­ge­hen.

INSW ähnelt damit wirt­schaft­lich weni­ger einem klas­si­schen Logis­tik­un­ter­neh­men mit lang­fris­tig sta­bi­len Mar­gen und stär­ker einem zykli­schen Betrei­ber knap­per Trans­port­ka­pa­zi­tät.

4. Com­mer­cial Pools als zen­tra­ler Bestand­teil des Modells

Ein erheb­li­cher Teil der Schif­fe wird nicht iso­liert durch INSW ver­mark­tet, son­dern über soge­nann­te Tan­ker Pools.

Dabei brin­gen ver­schie­de­ne Ree­de­rei­en Schif­fe einer ähn­li­chen Klas­se in einen gemein­sa­men kom­mer­zi­el­len Pool ein.

Der Pool ver­mark­tet die Schif­fe gegen­über Kun­den, koor­di­niert Rou­ten und Ladun­gen und sam­melt die Frach­terlö­se ein.

Anschlie­ßend wer­den die Erträ­ge nach einer fest­ge­leg­ten Berech­nung auf die Pool­teil­neh­mer ver­teilt. Dabei spie­len unter ande­rem tech­ni­sche Eigen­schaf­ten des Schif­fes, Treib­stoff­ef­fi­zi­enz, Ertrags­po­ten­zi­al und die Zahl der zur Ver­fü­gung gestell­ten Tage eine Rol­le.

Für INSW hat die­ses Modell meh­re­re Vor­tei­le:

Es erhöht die ver­füg­ba­re Flot­ten­grö­ße gegen­über Kun­den, ver­bes­sert die geo­gra­fi­sche Abde­ckung, redu­ziert poten­zi­ell Leer­fahr­ten und War­te­zei­ten und ver­bes­sert die Wahr­schein­lich­keit, Anschluss­la­dun­gen zu erhal­ten.

Öko­no­misch ist das wich­tig. Ein Tan­ker ver­dient nur dann attrak­ti­ve Ren­di­ten, wenn mög­lichst vie­le sei­ner ver­füg­ba­ren Tage pro­duk­tiv genutzt wer­den.

Ein Schiff, das leer zu einem neu­en Lade­ha­fen fährt oder meh­re­re Tage auf eine Ladung war­tet, besitzt zwar wei­ter­hin erheb­li­che Betriebs­kos­ten, erzielt wäh­rend die­ser Zeit aber wenig oder kei­nen Umsatz.

Pool­struk­tu­ren kön­nen des­halb die Aus­las­tung und Net­to­ein­nah­men je Schiffs­tag ver­bes­sern.

2025 erziel­te INSW bei­spiels­wei­se rund 642 Mio. US-Dol­lar Pool-Umsät­ze, womit Poo­lak­ti­vi­tä­ten den mit Abstand größ­ten Umsatz­ka­nal dar­stell­ten.

5. Time Char­ters – plan­ba­re­re Ein­nah­men

Neben dem Spot­markt ver­mie­tet INSW einen Teil der Tan­ker über Time Char­ters.

Dabei wird ein Schiff bei­spiels­wei­se für ein, zwei oder drei Jah­re an einen Kun­den ver­char­tert.

Der Kun­de bezahlt typi­scher­wei­se einen fest­ge­leg­ten Betrag pro Tag.

Bei­spiel:

50.000 USD Char­ter­ra­te pro Tag × 365 Tage
= rund 18,25 Mio. USD Jah­res­um­satz

Der Char­te­rer trägt bei die­sem Modell nor­ma­ler­wei­se wesent­li­che rei­se­ab­hän­gi­ge Kos­ten wie Treib­stoff und Hafen­auf­wen­dun­gen, wäh­rend der Schiffs­ei­gen­tü­mer ins­be­son­de­re Schiffs­be­trieb, Besat­zung, War­tung und Kapi­tal­auf­wand trägt.

Der Vor­teil für INSW ist die höhe­re Cash­flow-Visi­bi­li­tät.

Der Nach­teil besteht im Oppor­tu­ni­täts­ri­si­ko: Stei­gen die Spo­tra­ten bei­spiels­wei­se auf 100.000 oder 150.000 USD pro Tag, bleibt ein zu 50.000 USD ver­char­ter­tes Schiff zunächst auf die­ser ver­ein­bar­ten Rate.

INSW ver­sucht daher, zwi­schen bei­den Wel­ten zu opti­mie­ren:

hohe Spot­markt­ex­po­nie­rung für Upsi­de + selek­ti­ve Time Char­ters zur Sta­bi­li­sie­rung des Cash­flows.

Zum 1. Juli 2026 waren 13 Schif­fe über Time-Char­ter-Ver­trä­ge beschäf­tigt. Die durch­schnitt­li­che ver­blei­ben­de Ver­trags­dau­er betrug etwa 1,5 Jah­re; die kon­tra­hier­ten zukünf­ti­gen Erlö­se lagen bei unge­fähr 240 Mio. US-Dol­lar, mög­li­che zusätz­li­che Pro­fit-Sha­ring-Zah­lun­gen nicht ein­ge­rech­net.

6. Pro­fit-Sha­ring bei bestimm­ten Char­ter­ver­trä­gen

Ein inter­es­san­tes Ele­ment des Geschäfts­mo­dells sind Char­ter­ver­trä­ge mit Pro­fit-Sha­ring-Kom­po­nen­ten.

Dabei erhält INSW zunächst eine ver­trag­lich defi­nier­te Basis­ra­te.

Über­steigt das Markt­er­geb­nis bestimm­te Schwel­len­wer­te, wird ein Teil des zusätz­li­chen wirt­schaft­li­chen Ergeb­nis­ses mit INSW geteilt.

Damit kom­bi­niert das Unter­neh­men:

Down­si­de-Schutz durch eine Basis­ra­te

mit

par­ti­el­ler Upsi­de-Par­ti­zi­pa­ti­on an einem star­ken Tan­ker­markt.

Die­ses Modell liegt wirt­schaft­lich zwi­schen einer klas­si­schen Fest­preis-Time-Char­ter und voll­stän­di­ger Spot­markt­ex­po­nie­rung.

Im zwei­ten Quar­tal 2026 tru­gen höhe­re Pro­fit-Sha­ring-Ergeb­nis­se bei­spiels­wei­se wesent­lich zu den gestie­ge­nen Time-Char­ter-Erträ­gen des Roh­öl­tan­ker­seg­ments bei.

7. Ligh­te­ring als ergän­zen­des Geschäft

INSW ver­fügt zusätz­lich über ein Ligh­te­ring-Geschäft.

Beim Ligh­te­ring wird Roh­öl zwi­schen Schif­fen trans­fe­riert.

Das ist bei­spiels­wei­se rele­vant, wenn ein gro­ßer VLCC einen Hafen auf­grund sei­nes Tief­gangs nicht voll­stän­dig bela­den anlau­fen kann. Ein Teil der Ladung wird dann off­shore auf klei­ne­re Tan­ker umge­la­den bezie­hungs­wei­se von die­sen über­nom­men.

INSW ver­dient hier nicht aus­schließ­lich über die Bereit­stel­lung eines Schif­fes, son­dern teil­wei­se über eine Trans­port- und Ser­vice­leis­tung.

2025 wur­den mit sol­chen Ligh­te­ring-Dienst­leis­tun­gen rund 36,5 Mio. US-Dol­lar Umsatz erzielt. Damit ist die­ser Bereich deut­lich klei­ner als das klas­si­sche Char­ter­ge­schäft, stellt aber eine ergän­zen­de und teil­wei­se asset-light ori­en­tier­te Erlös­quel­le dar.

8. Tan­kers Inter­na­tio­nal – ver­ti­ka­le Erwei­te­rung des Geschäfts­mo­dells

INSW hat Anfang 2026 die voll­stän­di­ge Kon­trol­le über die kom­mer­zi­el­le Manage­ment­ge­sell­schaft hin­ter Tan­kers Inter­na­tio­nal über­nom­men.

Tan­kers Inter­na­tio­nal gehört zu den eta­blier­ten kom­mer­zi­el­len Tan­ker­pools für VLCCs und wur­de inzwi­schen um eine Suez­max-Platt­form erwei­tert.

Damit ist INSW nicht mehr aus­schließ­lich Teil­neh­mer eines Pools, son­dern stär­ker an der kom­mer­zi­el­len Infra­struk­tur zur Ver­mark­tung von Tan­kern betei­ligt.

Stra­te­gisch ist das rele­vant: INSW kann damit nicht nur Ren­di­te aus eige­nen Tan­ker­as­sets erzie­len, son­dern ver­fügt zusätz­lich über eine kom­mer­zi­el­le Platt­form, auf der auch Schif­fe ande­rer Eigen­tü­mer zusam­men­ge­führt wer­den kön­nen.

Das erwei­tert das klas­si­sche kapi­tal­in­ten­si­ve Ree­de­rei­mo­dell in Rich­tung eines teil­wei­se asset-light Com­mer­cial-Manage­ment-Modells.

9. Die zen­tra­le wirt­schaft­li­che Kenn­zahl: TCE pro Tag

Für die Ana­ly­se von INSW ist der nor­ma­le Umsatz weni­ger aus­sa­ge­kräf­tig als bei vie­len Indus­trie­un­ter­neh­men.

Ent­schei­den­der ist die Kenn­zahl:

TCE = Time Char­ter Equi­va­lent

Ver­ein­facht:

Schiff­fahrts­um­satz
– direk­te Rei­se­kos­ten
= TCE Reve­nue

geteilt durch die rele­van­ten Betriebs­ta­ge ergibt sich:

TCE pro Schiff und Tag

Die­se Kenn­zahl zeigt nähe­rungs­wei­se, wie viel ein Schiff nach direk­ten Rei­se­kos­ten pro Tag erwirt­schaf­tet.

Die enor­me ope­ra­ti­ve Hebel­wir­kung des Geschäfts­mo­dells wird dar­an deut­lich.

Im zwei­ten Quar­tal 2026 lagen die durch­schnitt­li­chen Spot-TCE-Erträ­ge bei­spiels­wei­se bei:

Bereichunge­fäh­rer Spot-TCE pro Tag
Cru­de Tan­kers> 64.500 USD
Pro­duct Car­ri­ersca. 42.600 USD

Die gesam­ten TCE-Umsät­ze belie­fen sich in die­sem Quar­tal auf rund 434 Mio. US-Dol­lar, davon etwa 253 Mio. USD aus Cru­de Tan­kers und 181 Mio. USD aus Pro­duct Car­ri­ers.

Das zeigt gleich­zei­tig, wie sen­si­tiv das Unter­neh­men gegen­über dem Fracht­ra­ten­um­feld ist.

10. Kos­ten­struk­tur

INSW hat eine typi­sche Ree­de­rei­kos­ten­struk­tur.

Zu den wich­tigs­ten Kos­ten gehö­ren Betriebs­kos­ten der Schif­fe, Besat­zung, Ver­si­che­run­gen, Repa­ra­tur und War­tung, regel­mä­ßi­ge Dry­dock-Auf­ent­hal­te, tech­ni­sche Manage­ment­kos­ten, Treib­stoff bei Voya­ge Char­ters, Hafen- und Kanal­ge­büh­ren, Pool- bezie­hungs­wei­se Manage­ment­ge­büh­ren, Abschrei­bun­gen sowie Zins­kos­ten.

Dabei soll­te zwi­schen Voya­ge Expen­ses und Ves­sel Ope­ra­ting Expen­ses unter­schie­den wer­den.

Voya­ge Expen­ses sind unmit­tel­bar mit einer bestimm­ten Rei­se ver­bun­den, bei­spiels­wei­se Bun­ker-Treib­stoff oder bestimm­te Hafen­kos­ten.

Ves­sel Ope­ra­ting Expen­ses fal­len dage­gen weit­ge­hend unab­hän­gig davon an, ob ein Schiff gera­de beson­ders hohe oder nied­ri­ge Fracht­ra­ten erzielt.

Genau dar­aus ent­steht der hohe ope­ra­ti­ve Hebel.

11. War­um stei­gen­de Fracht­ra­ten über­pro­por­tio­nal auf den Gewinn wir­ken

Ange­nom­men ein Tan­ker ver­ur­sacht inklu­si­ve Betriebs­kos­ten, Ver­wal­tung, Finan­zie­rung und sons­ti­ger Cash-Kos­ten einen wirt­schaft­li­chen Break-even von bei­spiels­wei­se 25.000 USD pro Tag.

Bei einer Fracht­ra­te von:

30.000 USD pro Tag → Mar­ge ca. 5.000 USD

bei

50.000 USD → Mar­ge ca. 25.000 USD

und bei

80.000 USD → Mar­ge ca. 55.000 USD.

Eine Erhö­hung der Fracht­ra­te um 167 % kann in die­sem Bei­spiel den wirt­schaft­li­chen Über­schuss um 1.000 % erhö­hen.

Der Grund: Ein gro­ßer Teil der Schiffs­kos­ten steigt kurz­fris­tig nicht pro­por­tio­nal zur Fracht­ra­te.

Genau des­halb wei­sen Tan­ker­un­ter­neh­men wie INSW in star­ken Märk­ten außer­or­dent­lich hohe Mar­gen und Free Cash­flows auf, wäh­rend die Ergeb­nis­se in schlech­ten Märk­ten mas­siv ein­bre­chen kön­nen.

12. Was bestimmt die Prei­se, die INSW ver­lan­gen kann?

Der ent­schei­den­de Preis im Geschäfts­mo­dell ist die Tan­ker-Fracht­ra­te.

Sie ent­steht haupt­säch­lich aus dem Ver­hält­nis zwi­schen ver­füg­ba­rer Tan­ker­ka­pa­zi­tät und Trans­port­nach­fra­ge.

Für INSW sind ins­be­son­de­re fol­gen­de Fak­to­ren ent­schei­dend:

Glo­ba­le Ölpro­duk­ti­on und Ölhan­del: Je mehr Roh­öl und Pro­duk­te inter­na­tio­nal trans­por­tiert wer­den müs­sen, des­to höher ist grund­sätz­lich die Nach­fra­ge nach Tan­kern.

Ton-Miles: Ent­schei­dend ist nicht nur die trans­por­tier­te Men­ge, son­dern auch die Ent­fer­nung. Eine Ton­ne Öl, die 10.000 See­mei­len trans­por­tiert wird, bin­det wesent­lich mehr Tan­ker­ka­pa­zi­tät als eine Ton­ne über 2.000 See­mei­len.

Geo­po­li­ti­sche Ver­än­de­run­gen: Sank­tio­nen, Han­del­s­um­lei­tun­gen und Kon­flik­te kön­nen Trans­port­stre­cken erheb­lich ver­län­gern.

Flot­ten­wachs­tum: Wer­den zu vie­le neue Tan­ker aus­ge­lie­fert, steigt das Ange­bot an Trans­port­ka­pa­zi­tät und Fracht­ra­ten gera­ten unter Druck.

Ver­schrot­tun­gen: Wer­den älte­re Schif­fe aus dem Markt genom­men, sinkt die ver­füg­ba­re Trans­port­ka­pa­zi­tät.

Geschwin­dig­keit der Schif­fe: Lang­sa­me­re Fahrt redu­ziert fak­tisch die ver­füg­ba­re Flot­ten­ka­pa­zi­tät.

Hafen- und Kanal­stö­run­gen: Ver­zö­ge­run­gen bin­den Schif­fe län­ger und kön­nen die effek­ti­ve Ange­bots­sei­te ver­knap­pen.

Raf­fi­ne­rie­stand­or­te und Pro­duk­tar­bi­tra­ge: Ins­be­son­de­re bei Pro­duct Tan­kern sind regio­na­le Preis­un­ter­schie­de und die Ver­la­ge­rung von Raf­fi­ne­rie­ka­pa­zi­tä­ten zen­tra­le Nach­fra­ge­trei­ber.

Damit ist nicht der Ölpreis selbst der wich­tigs­te Fak­tor. Ent­schei­dend ist viel­mehr, wie viel Öl wohin und über wel­che Ent­fer­nung trans­por­tiert wer­den muss und wie vie­le geeig­ne­te Tan­ker dafür ver­füg­bar sind.

13. Flot­ten­struk­tur als Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tät

Für eine Ree­de­rei ent­spricht die Flot­te öko­no­misch unge­fähr den Fabri­ken eines Indus­trie­un­ter­neh­mens.

Die Tan­ker sind die pro­duk­ti­ven Assets, mit denen Umsatz gene­riert wird.

INSW ver­fügt der­zeit über eine breit diver­si­fi­zier­te Flot­te aus VLCCs, Suez­ma­xes, Aframax/LR2‑, LR1- und MR-Tan­kern. Die aktu­el­le Unter­neh­mens­über­sicht weist ins­ge­samt 68 Schif­fe ein­schließ­lich vier bestell­ter Neu­bau­ten aus. Dazu gehö­ren unter ande­rem 11 VLCCs, 13 Suez­ma­xes, fünf Aframax/LR2s, 11 LR1s und 28 MR-Tan­ker.

Die­se Diver­si­fi­ka­ti­on ist ein wich­ti­ger Bestand­teil des Geschäfts­mo­dells.

Roh­öl­tan­ker und Pro­dukt­en­tan­ker kön­nen sich in unter­schied­li­chen Markt­pha­sen unter­schied­lich ent­wi­ckeln. Eben­so kön­nen VLCC‑, Suez­max- und MR-Raten teil­wei­se erheb­lich von­ein­an­der abwei­chen.

INSW ver­sucht damit, das Ergeb­nis nicht aus­schließ­lich von einer ein­zi­gen Tan­ker­klas­se abhän­gig zu machen.

14. Kau­fen, betrei­ben und ver­kau­fen von Schif­fen als zwei­te Ren­di­te­ebe­ne

Ein Tan­ker­un­ter­neh­men ver­dient nicht aus­schließ­lich mit Char­ter­ra­ten.

Auch der Wert der Schif­fe selbst spielt eine erheb­li­che Rol­le.

INSW ver­folgt eine akti­ve Flot­ten­ma­nage­ment­stra­te­gie:

älte­re Schif­fe ver­kau­fen, neue oder gebrauch­te Schif­fe erwer­ben, Neu­bau­ten bestel­len und den Flot­ten­mix an den jewei­li­gen Schiff­fahrts­zy­klus anpas­sen.

Wenn INSW bei­spiels­wei­se einen Tan­ker zu einem güns­ti­gen Zeit­punkt kauft und ihn Jah­re spä­ter bei deut­lich höhe­ren Second­hand-Prei­sen ver­kauft, ent­steht zusätz­lich zum ope­ra­ti­ven Char­ter­er­geb­nis ein Kapi­tal­ge­winn.

Im ers­ten Quar­tal 2026 ver­kauf­te das Unter­neh­men bei­spiels­wei­se sie­ben älte­re Tan­ker für Net­to­er­lö­se von etwa 216 Mio. USD und ver­buch­te dar­aus einen Gewinn von unge­fähr 88 Mio. USD.

Die­se Gewin­ne soll­ten bei einer Unter­neh­mens­be­wer­tung aller­dings von den nach­hal­ti­gen ope­ra­ti­ven Gewin­nen getrennt betrach­tet wer­den.

Ves­sel Sales sind Bestand­teil der Kapi­tal­al­lo­ka­ti­on, aber nicht das pri­mä­re ope­ra­ti­ve Geschäfts­mo­dell.

15. Kapi­tal­al­lo­ka­ti­on gehört wesent­lich zum Modell

Da Tan­ker­schiff­fahrt stark zyklisch ist, ent­schei­det nicht nur die ope­ra­ti­ve Qua­li­tät dar­über, ob lang­fris­tig Wert geschaf­fen wird.

Eben­so wich­tig ist, wann ein Unter­neh­men Schif­fe kauft, ver­kauft und finan­ziert.

Ein gutes Tan­ker­un­ter­neh­men soll­te idea­ler­wei­se:

in schwa­chen Schiff­fahrts­märk­ten güns­tig Assets erwer­ben, in star­ken Märk­ten hohe Cash­flows gene­rie­ren, bei attrak­ti­ven Schiffs­prei­sen älte­re Ton­na­ge ver­kau­fen, Ver­schul­dung begren­zen und über­schüs­si­ges Kapi­tal an die Aktio­nä­re zurück­füh­ren.

INSW ver­folgt genau die­sen zyklus­ori­en­tier­ten Ansatz und kom­bi­niert Flot­ten­in­ves­ti­tio­nen mit Schul­den­til­gung, Divi­den­den und oppor­tu­nis­ti­schen Akti­en­rück­käu­fen.

16. Das Geschäfts­mo­dell in einer öko­no­mi­schen For­mel

Ver­ein­facht kann man INSW fol­gen­der­ma­ßen dar­stel­len:

Anzahl pro­duk­ti­ver Schif­fe
× ver­füg­ba­re Tage
× rea­li­sier­ter TCE pro Tag

ergibt unge­fähr den ope­ra­ti­ven wirt­schaft­li­chen Ertrag der Flot­te vor den übri­gen Unter­neh­mens- und Kapi­tal­kos­ten.

Davon gehen ins­be­son­de­re ab:

**Schiffs­be­triebs­kos­ten

  • Ver­wal­tung
  • Drydocking/Wartung
  • Zin­sen
  • sons­ti­ge Fix­kos­ten**

Dar­aus ent­steht der ope­ra­ti­ve Cash­flow.

Damit hän­gen die Ergeb­nis­se von INSW pri­mär von drei Din­gen ab:

Flot­ten­grö­ße × Aus­las­tung × Fracht­ra­te.

Von die­sen drei Fak­to­ren ist die Fracht­ra­te kurz­fris­tig mit Abstand der vola­tils­te.

17. Bei­spiel für die Ergeb­nis­me­cha­nik eines INSW-Tan­kers

Neh­men wir einen Tan­ker mit:

350 ver­füg­ba­ren kom­mer­zi­el­len Tagen pro Jahr und einem durch­schnitt­li­chen TCE von 50.000 USD.

Dann erge­ben sich:

350 × 50.000 USD = 17,5 Mio. USD TCE-Ertrag.

Ange­nom­men Schiffs­be­trieb, Dry­dock-Rück­stel­lun­gen, Ver­wal­tung, Zin­sen etc. erge­ben zusam­men einen Cash-Break-even von 25.000 USD pro Tag:

350 × 25.000 = 8,75 Mio. USD Kos­ten

und damit unge­fähr:

8,75 Mio. USD wirt­schaft­li­cher Cash-Über­schuss.

Steigt der TCE auf 70.000 USD:

350 × 70.000 = 24,5 Mio. USD

bei weit­ge­hend unver­än­der­tem Break-even:

24,5 – 8,75 = 15,75 Mio. USD.

Eine Erhö­hung der Fracht­ra­te um 40 % hät­te in die­sem ver­ein­fach­ten Bei­spiel den Über­schuss um rund 80 % erhöht.

Genau die­ser Mecha­nis­mus erklärt die außer­ge­wöhn­lich hohe Ergeb­nis­vo­la­ti­li­tät von Tan­ker­ak­ti­en.

18. Qua­li­tät und Cha­rak­ter des Geschäfts­mo­dells

INSW besitzt kein klas­si­sches struk­tu­rel­les „Moat“-Geschäftsmodell wie ein Soft­ware­un­ter­neh­men mit hohen Wech­sel­kos­ten.

Ein Tan­ker­trans­port ist rela­tiv stark com­mo­di­ti­siert. Ein Ölkon­zern ent­schei­det pri­mär nach Ver­füg­bar­keit, Schiffs­spe­zi­fi­ka­ti­on, Sicher­heits­stan­dard, Repu­ta­ti­on und Preis.

Die Wett­be­werbs­vor­tei­le ent­ste­hen des­halb eher aus:

Flot­ten­grö­ße und Diver­si­fi­ka­ti­on, Zugang zu gro­ßen kom­mer­zi­el­len Pools, Kun­den­be­zie­hun­gen, Sicher­heits- und Betriebs­his­to­rie, effi­zi­en­tem Flot­ten­ma­nage­ment, nied­ri­ger Finan­zie­rungs­last und dis­zi­pli­nier­ter Kapi­tal­al­lo­ka­ti­on.

Der wich­tigs­te struk­tu­rel­le Vor­teil von INSW liegt damit weni­ger in Pri­cing Power gegen­über dem Kun­den als in der Fähig­keit, die Tan­ker­flot­te effi­zi­ent durch vola­ti­le Schiff­fahrts­zy­klen zu steu­ern.

19. Ein­ord­nung der Ein­nah­me­quel­len

Für das Geschäfts­jahr 2025 lässt sich die Umsatz­struk­tur sehr gut erken­nen:

Ein­nah­me­quel­leUmsatz 2025Ein­ord­nung
Pool Reve­nuesca. 641,8 Mio. USDKern­ge­schäft
Time & Bare­boat Char­tersca. 157,6 Mio. USDKern­ge­schäft
Voya­ge Char­tersca. 43,9 Mio. USDKern­ge­schäft inkl. Ligh­te­ring
Gesamt843,3 Mio. USD

Auf TCE-Basis ent­fie­len 2025 unge­fähr 52 % auf Cru­de Tan­kers und 48 % auf Pro­duct Car­ri­ers. SEC

Das ist für das Ver­ständ­nis von INSW wich­tig: Das Unter­neh­men ist inzwi­schen rela­tiv aus­ge­wo­gen zwi­schen Roh­öl­tan­kern und Pro­dukt­en­tan­kern auf­ge­stellt und damit weni­ger ein­sei­tig posi­tio­niert als rei­ne VLCC- oder rei­ne Pro­duct-Tan­ker-Ree­de­rei­en.

20. Fazit zum Geschäfts­mo­dell

Inter­na­tio­nal Sea­ways ver­dient sein Geld pri­mär, indem das Unter­neh­men Tan­ker­ka­pa­zi­tät für den welt­wei­ten Trans­port von Roh­öl und Mine­ral­öl­pro­duk­ten bereit­stellt.

Das Kern­ge­schäft besteht aus einer gro­ßen Tan­ker­flot­te, deren Kapa­zi­tät über­wie­gend über Spot­märk­te und kom­mer­zi­el­le Pools ver­kauft wird. Ein klei­ne­rer Teil der Flot­te wird über Time Char­ters lang­fris­ti­ger ver­mie­tet, wodurch plan­ba­re­re Cash­flows ent­ste­hen.

Das wirt­schaft­li­che Herz­stück ist daher nicht der Ölpreis, son­dern:

Tan­ker-Fracht­ra­ten × ver­füg­ba­re Schiffs­ta­ge × Flot­ten­grö­ße.

Die hohe Spot­markt­ex­po­nie­rung führt zu einem star­ken ope­ra­ti­ven Hebel. In einem engen Tan­ker­markt kön­nen TCE-Raten, EBITDA, Free Cash­flow und Aus­schüt­tun­gen sehr stark stei­gen. In einem schwa­chen Markt funk­tio­niert der­sel­be Hebel in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung.

INSW ist des­halb am tref­fends­ten als kapi­tal­in­ten­si­ver, asset-basier­ter und hoch­zy­kli­scher Trans­port­ka­pa­zi­täts­an­bie­ter mit ergän­zen­den asset-light Pool- und Ligh­te­ring-Akti­vi­tä­ten ein­zu­ord­nen. Der lang­fris­ti­ge Anla­ge­er­folg hängt nicht nur von der Nach­fra­ge nach Öltrans­por­ten ab, son­dern wesent­lich von Flot­ten­an­ge­bot, Ton-Mile-Nach­fra­ge, erziel­ten TCE-Raten, Schiffs­prei­sen, Ver­schul­dung und der Qua­li­tät der Kapi­tal­al­lo­ka­ti­on über den Tan­ker­zy­klus hin­weg.

Inves­to­ren­sicht

Für Inves­to­ren sind bei INSW vor allem vier Punk­te ent­schei­dend:

  • TCE-Fracht­ra­ten: wich­tigs­ter kurz­fris­ti­ger Gewinn- und Cash­flow­trei­ber.
  • Flot­ten­an­ge­bot / Order­book: vie­le Neu­bau­ten kön­nen künf­ti­ge Fracht­ra­ten belas­ten.
  • NAV & Ver­schul­dung: Wert der Tan­ker­flot­te abzüg­lich Net­to­schul­den ist zen­tral für die Bewer­tung.
  • Kapi­tal­al­lo­ka­ti­on: kauft/verkauft das Manage­ment Schif­fe anti­zy­klisch und gibt über­schüs­si­gen Cash sinn­voll über Dividenden/Aktienrückkäufe zurück?

Kurz: Nicht auf das aktu­el­le KGV schau­en, son­dern auf nor­ma­li­sier­te Fracht­ra­ten, NAV und Kapi­tal­al­lo­ka­ti­on über den Zyklus.

News zum Unter­neh­men

  • Rekord-Q2 2026: Net­to­ge­winn 295 Mio. $, Adjus­ted EBITDA 345 Mio. $, Free Cash­flow 261 Mio. $ – mas­si­ve Ver­bes­se­rung durch stark gestie­ge­ne Spot-Tan­ker­ra­ten.
  • Rekord­di­vi­den­de: 5,05 $ je Aktie für Q2; INSW ver­folgt wei­ter­hin eine Aus­schüt­tung von min­des­tens ca. 85 % des berei­nig­ten Gewinns.
  • Aktu­ell extrem star­ke Tan­ker­ra­ten: VLCC-/Roh­öl­tan­ker-Fracht­ra­ten sind infol­ge der geo­po­li­ti­schen Stö­run­gen und ver­än­der­ten Ölströ­me stark gestie­gen – klar posi­tiv für INSW, solan­ge das Niveau anhält.
  • Flot­ten­aus­bau: zusätz­li­che 4 LR1-Neu­bau­ten für rund 244 Mio. $, Lie­fe­rung 2028. Posi­tiv für lang­fris­ti­ges Wachs­tum, erhöht aber Capex und spä­te­re Flot­ten­ka­pa­zi­tät.
  • Ana­lys­ten deut­lich bul­lisher: zuletzt u. a. B. Riley Kurs­ziel 120 → 140 $ und BTIG 100 → 130 $. Eher Sen­ti­ment­trei­ber als fun­da­men­ta­le Nach­richt.

Der wich­tigs­te aktu­el­le Kurs­trei­ber ist ein­deu­tig: extrem hohe Tan­ker-Fracht­ra­ten → außer­ge­wöhn­lich hoher Cash­flow und Divi­den­den­po­ten­zi­al.


Momen­tum-Aktie

Eine Momen­tum-Aktie ist eine Aktie, deren Kurs bereits einen star­ken Auf­wärts- oder Abwärts­trend zeigt und bei der Anle­ger dar­auf set­zen, dass sich die­ser Trend zunächst fort­setzt.

Momen­tum-Anle­ger rich­ten ihren Blick weni­ger auf die Fra­ge, ob eine Aktie güns­tig bewer­tet ist, son­dern vor allem dar­auf, wel­che Titel aktu­ell beson­ders stark stei­gen. Die Grund­idee dahin­ter ist ein­fach: Akti­en, die sich in der Ver­gan­gen­heit bes­ser als der Markt ent­wi­ckelt haben, kön­nen die­sen Trend eine gewis­se Zeit fort­set­zen. Des­halb ach­ten Momen­tum-Anle­ger auf Kurs­stär­ke, rela­ti­ve Per­for­mance, Han­dels­vo­lu­men und kla­re Auf­wärts­trends. Ent­schei­dend ist dabei nicht, eine Aktie mög­lichst früh zu ent­de­cken, son­dern in einen bereits bestehen­den Trend ein­zu­stei­gen. Gleich­zei­tig birgt die­se Stra­te­gie Risi­ken, denn star­ke Kurs­be­we­gun­gen kön­nen abrupt enden. Momen­tum-Inves­t­ing setzt daher auf Trends – und auf die Fähig­keit, recht­zei­tig zu erken­nen, wenn deren Stär­ke nach­lässt.

Die Schat­ten­sei­ten der Momen­tum-Stra­te­gie

Das Haupt­ri­si­ko sind soge­nann­te Momen­tum-Rever­sals: Sobald sich die Markt­stim­mung dreht, kön­nen zuvor beson­ders stark gestie­ge­ne Akti­en auch über­durch­schnitt­lich schnell fal­len.

Die Momen­tum-Stra­te­gie ver­spricht auf den ers­ten Blick einen ein­fa­chen Königs­weg an der Bör­se: Kau­fe, was steigt, ver­kau­fe, was fällt, und rei­te auf der Wel­le des Trends. Doch wer sich allein auf die­se Logik ver­lässt, unter­schätzt oft die Risi­ken, die sich hin­ter dem schein­bar simp­len Prin­zip ver­ber­gen.

Das größ­te Pro­blem ist die Anfäl­lig­keit für plötz­li­che Trend­um­keh­run­gen. Gera­de wenn sich Märk­te nach star­ken Ver­wer­fun­gen abrupt erho­len, kön­nen Momen­tum-Port­fo­li­os inner­halb weni­ger Wochen einen Groß­teil ihrer Gewin­ne wie­der ver­lie­ren – Phä­no­me­ne, die als “Momen­tum Cra­s­hes” bekannt sind. Hin­zu kommt, dass Momen­tum-Akti­en sich häu­fig in bestimm­ten Bran­chen kon­zen­trie­ren, was die Diver­si­fi­ka­ti­on schwächt und das Port­fo­lio anfäl­lig für sek­tor­spe­zi­fi­sche Schocks macht.

Auch die Markt­me­cha­nik selbst birgt Tücken: Weil zahl­rei­che Anle­ger und quan­ti­ta­ti­ve Fonds ähn­li­che Stra­te­gien ver­fol­gen, ent­steht ein soge­nann­tes Crow­ding-Risi­ko. Kippt die Stim­mung, zie­hen sich vie­le Akteu­re gleich­zei­tig zurück, was Ver­lus­te dra­ma­tisch beschleu­ni­gen kann. Wer zudem auf einen bereits lau­fen­den Trend auf­springt, läuft Gefahr, spät ein­zu­stei­gen – oft genau dann, wenn der Höhe­punkt bereits über­schrit­ten ist.

Nicht zu unter­schät­zen sind schließ­lich die psy­cho­lo­gi­schen Fal­len: Über­mä­ßi­ges Ver­trau­en in kurz­fris­ti­ge Kurs­be­we­gun­gen, die Schwie­rig­keit, recht­zei­tig aus­zu­stei­gen, und die Nei­gung, Über­trei­bun­gen und Bla­sen­bil­dung noch zu ver­stär­ken. Wer Momen­tum-Inves­t­ing betreibt, soll­te sich die­ser Risi­ken bewusst sein und mit kla­ren Regeln – etwa Stop-Loss-Mecha­nis­men, begrenz­ten Posi­ti­ons­grö­ßen und einer Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Anla­ge­fak­to­ren – gegen­steu­ern.

Infor­ma­ti­on

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Die hier dar­ge­stell­ten Charts die­nen ledig­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und stel­len kei­ne Kauf- oder Ver­kaufs­emp­feh­lung dar.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater