Auswirkungen der Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus auf die deutsche Energieversorgung und Wirtschaft
Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD zu den Auswirkungen der Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus auf die deutsche Energieversorgung und Wirtschaft.
Wichtigste Aussagen:
- Die Bundesregierung bestätigt, dass seit Beginn des Konflikts die Preise für Energieträger deutlich gestiegen sind:
- Rohöl etwa +50 %
- Diesel und Kerosin teilweise über +100 %
- Gas und LNG teilweise bis +162 %
- Deutschland bezog 2025 rund 4,6 Mio. Tonnen Rohöl aus den Golfstaaten, bei insgesamt 84,7 Mio. Tonnen Rohölimporten. Zu den genauen Transportwegen liegen der Bundesregierung jedoch keine vollständigen Daten vor.
- Nach Kenntnis der Bundesregierung wurden 2025 und 2026 keine LNG-Mengen für den deutschen Markt durch die Straße von Hormus transportiert.
- Deutschland erhält keine direkten LNG-Lieferungen aus Katar. Deshalb gab es keine direkten Ausfälle für Deutschland. Katarisches LNG machte 2025 etwa 7 % der europäischen LNG-Versorgung aus.Zu Frachtraten, Versicherungsprämien, Kriegsrisikozuschlägen und anderen Transportkosten liegen der Bundesregierung keine eigenen Detaildaten vor, da diese marktseitig zwischen privaten Akteuren ausgehandelt werden.
- Die Bundesregierung sieht keine direkten Auswirkungen auf die Befüllung deutscher Gasspeicher, da Europa nur geringe Gasmengen aus der Region bezieht. Indirekt wirken sich jedoch höhere Preise und die angespannte Marktlage auf die Speicherung aus.
- Konkrete Mehrkosten für deutsche Unternehmen kann die Bundesregierung nicht beziffern. Besonders betroffen sein können energieintensive Industrien sowie Transport‑, Schifffahrts- und Logistikunternehmen.
- Zu möglichen Folgen einer länger andauernden Krise verweist die Bundesregierung auf eigene Simulationen und Analysen von Forschungsinstituten, verweigert jedoch Antworten auf hypothetische Fragen zu einer vollständigen erneuten Schließung der Straße von Hormus.
- Als Vorsorgemaßnahmen nennt die Bundesregierung:
- Diversifizierung von Erdgas‑, LNG- und Rohölquellen,
- Ausbau der LNG-Infrastruktur,
- Ausbau erneuerbarer Energien,
- Vorhaltung strategischer Erdölreserven,
- diplomatische Bemühungen zur Sicherung der Freiheit der Schifffahrt.
Kurzfazit: Die Bundesregierung sieht vor allem Preis- und Marktfolgen der Hormus-Krise, aber keine unmittelbare Gefährdung der deutschen Gasversorgung. Sie betont Diversifizierung und bestehende Vorsorgemaßnahmen als wichtigste Absicherung.
Quelle: [Drucksache 21/8478]