Huma­ni­tä­re Situa­ti­on in Gaza

Huma­ni­tä­re Situa­ti­on in Gaza – Kennt­nis­se und Akti­vi­tä­ten der Bun­des­re­gie­rung

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on Die Lin­ke zur huma­ni­tä­ren Lage im Gaza­strei­fen und zu den Akti­vi­tä­ten der Bun­des­re­gie­rung.

Die wich­tigs­ten Punk­te:

  • Die Bun­des­re­gie­rung bezeich­net die huma­ni­tä­re Lage in Gaza aus­drück­lich als „kata­stro­phal“. Sie gibt an, seit dem 7. Okto­ber 2023 bis zu 420 Mio. Euro huma­ni­tä­re Hil­fe bereit­ge­stellt zu haben.
  • Deutsch­land sieht sich als einen der größ­ten bila­te­ra­len Geber und setzt sich nach eige­nen Anga­ben gegen­über Isra­el fort­lau­fend für bes­se­ren huma­ni­tä­ren Zugang ein. The­men sind unter ande­rem Zoll­fra­gen, Dual-Use-Beschrän­kun­gen sowie die Ein­fuhr von Treib­stoff, Motor­öl und Zel­ten.
  • Die Bun­des­re­gie­rung steht nach eige­ner Aus­sa­ge in kon­ti­nu­ier­li­chem Aus­tausch mit der israe­li­schen Regie­rung, der israe­li­schen Bot­schaft und der Behör­de COGAT. Die Gesprä­che wür­den jedoch nicht sta­tis­tisch erfasst.
  • Eige­ne umfas­sen­de Daten­er­he­bun­gen zur Lage in Gaza führt die Bun­des­re­gie­rung nicht durch. Sie stützt ihre Bewer­tun­gen vor allem auf Berich­te der Ver­ein­ten Natio­nen, inter­na­tio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen und wei­te­rer ver­füg­ba­rer Quel­len.
  • Nach Anga­ben der Bun­des­re­gie­rung hat sich die Ein­fuhr huma­ni­tä­rer Güter seit dem Waf­fen­still­stand vom Okto­ber 2025 erhöht. Gleich­zei­tig habe sich der Zugang für inter­na­tio­na­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen durch neue israe­li­sche Regis­trie­rungs­re­geln ver­schlech­tert.
  • Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass die Ach­tung des huma­ni­tä­ren Völ­ker­rechts ein Grund­pfei­ler deut­scher Außen­po­li­tik sei und for­dert unge­hin­der­ten huma­ni­tä­ren Zugang nach Gaza.
  • Zur Was­ser­ver­sor­gung in Gaza erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass unter­schied­li­che Anga­ben vor allem auf ver­schie­de­ne Berech­nungs­me­tho­den zurück­zu­füh­ren sei­en. Als Refe­renz­wert nutzt sie den SPHE­RE-Min­dest­stan­dard von 15 Litern Was­ser pro Per­son und Tag.
  • Für das Jahr 2026 för­dert Deutsch­land unter ande­rem Pro­jek­te von UNICEF, WHO und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen mit Maß­nah­men im Was­ser­sek­tor.
  • Zur Gesund­heits­ver­sor­gung erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass Berich­te von WHO, OCHA und Ärz­te ohne Gren­zen wich­ti­ge Grund­la­gen ihrer Lage­be­wer­tung sei­en. Für 2026 wur­den der WHO bis­lang 7 Mio. Euro sowie wei­te­ren Orga­ni­sa­tio­nen knapp 11 Mio. Euro für Gesund­heits­maß­nah­men zur Ver­fü­gung gestellt.
  • Deutsch­land unter­stützt medi­zi­ni­sche Eva­ku­ie­run­gen aus Gaza diplo­ma­tisch, ver­fügt aber nach eige­ner Aus­sa­ge nicht über eige­ne Erkennt­nis­se zu den medi­zi­ni­schen Kapa­zi­tä­ten der Nach­bar­län­der.

Kurz gesagt: Die Druck­sa­che doku­men­tiert eine umfang­rei­che par­la­men­ta­ri­sche Befra­gung zur huma­ni­tä­ren Situa­ti­on in Gaza. Die Bun­des­re­gie­rung erkennt die schwe­re Lage an, ver­weist auf umfang­rei­che deut­sche Hilfs­leis­tun­gen und diplo­ma­ti­sche Akti­vi­tä­ten, räumt aber zugleich ein, dass sie vie­le Infor­ma­tio­nen aus Berich­ten inter­na­tio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen bezieht und häu­fig kei­ne eige­nen belast­ba­ren Erkennt­nis­se vor­lie­gen hat.


Quel­le: [Druck­sa­che 21/8377]

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