Kin­der­ver­schi­ckun­gen und Kin­der­ku­ren in der BRD

Stand der Auf­ar­bei­tung der soge­nann­ten Kin­der­ver­schi­ckun­gen und Kin­der­ku­ren in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge zum Stand der Auf­ar­bei­tung der soge­nann­ten Kin­der­ver­schi­ckun­gen und Kin­der­ku­ren in Deutsch­land.

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Zwi­schen den 1950er und 1990er Jah­ren wur­den Mil­lio­nen Kin­der zu Kin­der­ku­ren und Ver­schi­ckungs­maß­nah­men geschickt. Zahl­rei­che Betrof­fe­ne berich­ten von kör­per­li­cher, psy­chi­scher und teils sexu­el­ler Gewalt in den Ein­rich­tun­gen.
  • Die Bun­des­re­gie­rung ver­weist auf eine 2025 ver­öf­fent­lich­te wis­sen­schaft­li­che Stu­die „Die Geschich­te der Kin­der­ku­ren und Kin­der­er­ho­lungs­maß­nah­men in der Bun­des­re­pu­blik 1945 bis 1989“. Die Stu­die kommt zu dem Ergeb­nis, dass zwi­schen 1951 und 1990 etwa 9,8 bis 13,2 Mil­lio­nen Kin­der und Jugend­li­che sol­che Auf­ent­hal­te durch­lie­fen.
  • Nach Anga­ben der Bun­des­re­gie­rung lie­gen ihr über die­se Stu­die hin­aus kei­ne eige­nen zusätz­li­chen Erkennt­nis­se zum Umfang der Kin­der­ver­schi­ckun­gen oder zu Miss­stän­den vor.
  • Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass sie im Koali­ti­ons­ver­trag die wei­te­re Auf­ar­bei­tung des Schick­sals betrof­fe­ner Kin­der zuge­sagt hat. Zustän­di­ge Bun­des­mi­nis­te­ri­en befin­den sich dazu im Aus­tausch, eben­so mit dem Ver­ein „Auf­ar­bei­tung und Erfor­schung von Kin­der­ver­schi­ckun­gen“. Finan­zie­rung und kon­kre­te Umset­zung wer­den noch geprüft.
  • Gleich­zei­tig sieht die Bun­des­re­gie­rung auch die Bun­des­län­der in der Ver­ant­wor­tung für die wei­te­re Auf­ar­bei­tung.
  • Zu Gesprä­chen mit Län­dern, Kom­mu­nen, Trä­gern und ande­ren Betei­lig­ten macht die Bun­des­re­gie­rung kei­ne voll­stän­di­gen Anga­ben und ver­weist auf den unver­hält­nis­mä­ßi­gen Ver­wal­tungs­auf­wand.
  • Kon­kre­te Ergeb­nis­se eines ange­kün­dig­ten Aus­tauschs zwi­schen Bund, Län­dern und Kom­mu­nen zur Ver­ant­wor­tung für das erlit­te­ne Unrecht lie­gen laut Bun­des­re­gie­rung bis­lang nicht vor.
  • Hin­sicht­lich gesund­heit­li­cher Spät­fol­gen stellt die Bun­des­re­gie­rung fest, dass belas­ten­de Kind­heits­er­fah­run­gen lang­fris­ti­ge psy­chi­sche und kör­per­li­che Aus­wir­kun­gen haben kön­nen.
  • Betrof­fe­ne kön­nen die regu­lä­ren Leis­tun­gen der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung nut­zen, ein­schließ­lich Psy­cho­the­ra­pie und Trau­ma-Behand­lung. Die Bun­des­re­gie­rung hält das bestehen­de Hil­fe­sys­tem für grund­sätz­lich breit auf­ge­stellt. Eine unab­hän­gi­ge Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­si­on auf Bun­des­ebe­ne hält die Bun­des­re­gie­rung der­zeit nicht für erfor­der­lich, unter ande­rem wegen der bereits vor­lie­gen­den Stu­die von 2025.
  • Die Bun­des­re­gie­rung plant aktu­ell weder einen spe­zi­el­len Hilfs­fonds für ehe­ma­li­ge Ver­schi­ckungs­kin­der noch hat sie sich mit einer Ver­pflich­tung zur voll­stän­di­gen Öff­nung aller rele­van­ten Archi­ve befasst.
  • Bun­des­weit waren Ende 2025 laut Bun­des­arzt­re­gis­ter 41.937 Psy­cho­the­ra­peu­tin­nen und Psy­cho­the­ra­peu­ten in der ver­trags­psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Ver­sor­gung tätig. Zur Anzahl spe­zia­li­sier­ter Trau­maam­bu­lan­zen lie­gen der Bun­des­re­gie­rung kei­ne Erkennt­nis­se vor.

Kurz­fa­zit: Die Bun­des­re­gie­rung erkennt das Leid vie­ler ehe­ma­li­ger Ver­schi­ckungs­kin­der an und ver­weist auf eine umfas­sen­de wis­sen­schaft­li­che Stu­die von 2025. Kon­kre­te neue Auf­ar­bei­tungs­maß­nah­men, Ent­schä­di­gungs­fonds oder eine unab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on sind jedoch der­zeit nicht vor­ge­se­hen; vie­le Fra­gen sol­len wei­ter­hin geprüft wer­den.


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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater