Isla­mis­ti­sche, sala­fis­ti­sche und dschi­ha­dis­ti­sche Akti­vi­tä­ten in Deutsch­land

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge zu isla­mis­ti­schen, sala­fis­ti­schen und dschi­ha­dis­ti­schen Akti­vi­tä­ten in Deutsch­land.

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Zum 1. Sep­tem­ber 2026 wur­den 408 Per­so­nen als Gefähr­der und 438 Per­so­nen als „rele­van­te Per­so­nen“ im Bereich reli­gi­ös moti­vier­ter poli­ti­scher Kri­mi­na­li­tät ein­ge­stuft. Die Zahl der Gefähr­der ist gegen­über den Höchst­stän­den der Jah­re 2018 bis 2020 deut­lich gesun­ken.
  • Gegen 43 Per­so­nen aus dem isla­mis­ti­schen Spek­trum lie­fen Ankla­gen, über­wie­gend wegen Mit­glied­schaft oder Unter­stüt­zung ter­ro­ris­ti­scher Ver­ei­ni­gun­gen (§ 129b StGB).
  • Gegen 244 Per­so­nen wur­den Ermitt­lun­gen geführt, ohne dass bereits Ankla­ge erho­ben wur­de. Die meis­ten Ver­fah­ren betref­fen eben­falls § 129b StGB.
  • Seit Sep­tem­ber 2025 wur­den 20 Per­so­nen ver­ur­teilt. In 16 Fäl­len bestand ein Bezug zum soge­nann­ten „Isla­mi­schen Staat (IS)“, in je einem Fall zu Hamas bzw. Hizb Allah.
  • Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass Ver­eins­ver­bo­te gegen extre­mis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen nur unter den engen Vor­aus­set­zun­gen von Arti­kel 9 Absatz 2 Grund­ge­setz und dem Ver­eins­ge­setz mög­lich sind. Zu lau­fen­den Ver­bots­prü­fun­gen macht sie kei­ne Anga­ben.
  • Zur Bekämp­fung von Online-Radi­ka­li­sie­rung mel­det die beim BKA ange­sie­del­te Inter­net Refer­ral Unit seit Jah­ren isla­mis­tisch-ter­ro­ris­ti­sche Inhal­te zur Löschung. 2025 wur­den über 23.000 Links gemel­det, von denen mehr als 22.000 nicht mehr abruf­bar waren.
  • Die Bun­des­re­gie­rung sieht die Löschung extre­mis­ti­scher Inhal­te als wich­tig an, betont aber, dass dies allein Radi­ka­li­sie­rung nicht ver­hin­dert. Ergän­zend sei­en Prä­ven­ti­ons- und Dera­di­ka­li­sie­rungs­pro­gram­me not­wen­dig.
  • Zu den Tali­ban in Deutsch­land erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass ihr kei­ne Erkennt­nis­se über Anzahl, Orga­ni­sa­ti­on oder Anhän­ger­schaft im Sin­ne der Anfra­ge vor­lie­gen.
  • Isla­mis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen nut­zen laut Bun­des­re­gie­rung wei­ter­hin digi­ta­le Platt­for­men für Pro­pa­gan­da und Spen­den­auf­ru­fe. Als beson­ders wich­ti­ge Platt­for­men wer­den Tele­gram und Insta­gram genannt; als Zah­lungs­we­ge unter ande­rem Pay­Pal und Kryp­to­wäh­run­gen.
  • Der Bund för­dert ver­schie­de­ne Pro­gram­me zur Extre­mis­mus­prä­ven­ti­on und Dera­di­ka­li­sie­rung, ins­be­son­de­re für Jugend­li­che und zur Bekämp­fung von Online-Radi­ka­li­sie­rung.

Quel­le: [Druck­sa­che 21/8271]

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