Ver­hand­lun­gen über Abschie­be­zen­tren in Dritt­staa­ten

Ver­hand­lun­gen über Abschie­be­zen­tren in Dritt­staa­ten

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Links­frak­ti­on zu geplan­ten soge­nann­ten „Return Hubs“ (Rückkehrzentren/Abschiebezentren) in Dritt­staa­ten wie Ruan­da und mög­li­cher­wei­se Ugan­da.

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Die Bun­des­re­gie­rung bestä­tigt, dass Deutsch­land gemein­sam mit Öster­reich, den Nie­der­lan­den, Däne­mark und Grie­chen­land an Kon­zep­ten für „Return Hubs“ arbei­tet. Die Gesprä­che wer­den von einer tech­ni­schen Arbeits­grup­pe unter Betei­li­gung der EU-Kom­mis­si­on beglei­tet. Feder­füh­rend ist das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um.
  • Ziel die­ser Zen­tren ist es laut Bun­des­re­gie­rung, Per­so­nen ohne Blei­be­recht auf­zu­neh­men, deren Rück­füh­rung ins Her­kunfts­land der­zeit nicht mög­lich ist, bei­spiels­wei­se wegen feh­len­der Papie­re oder man­geln­der Koope­ra­ti­on. Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass „Return Hubs“ nur in Staa­ten ein­ge­rich­tet wer­den sol­len, die inter­na­tio­na­le Men­schen­rechts­stan­dards und das Refou­le­ment-Ver­bot ein­hal­ten.
  • Zu kon­kre­ten Ver­hand­lun­gen mit ein­zel­nen Staa­ten, etwa Ruan­da, macht die Bun­des­re­gie­rung nur sehr begrenz­te Anga­ben. Sie beruft sich auf lau­fen­de Ver­hand­lun­gen und den Schutz des exe­ku­ti­ven Ent­schei­dungs­pro­zes­ses.
  • Zur Men­schen­rechts­la­ge in Ruan­da erklärt die Bun­des­re­gie­rung:
    • Es gebe wei­ter­hin Ver­bes­se­rungs­be­darf bei poli­ti­schen Rech­ten, Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit.
    • Gleich­zei­tig wer­den Fort­schrit­te her­vor­ge­ho­ben, etwa beim Schutz von LGBTIQ+-Personen und bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in Zusam­men­ar­beit mit dem UNHCR.
  • Die Bun­des­re­gie­rung geht auf Grund­la­ge von UN-Berich­ten davon aus, dass Ruan­da die Rebel­len­grup­pe M23 im Ost­kon­go wei­ter­hin mili­tä­risch unter­stützt. Deutsch­land habe sich dafür aus­ge­spro­chen, die­se Unter­stüt­zung zu been­den.
  • Zur Men­schen­rechts­la­ge in Ugan­da äußert die Bun­des­re­gie­rung deut­li­che Kri­tik:
    • Ver­schärf­tes Vor­ge­hen gegen Oppo­si­ti­on, Jour­na­lis­ten und Demons­trie­ren­de.
    • Berich­te über will­kür­li­che Ver­haf­tun­gen und Fol­ter.
    • Dis­kri­mi­nie­rung sexu­el­ler Min­der­hei­ten.
    • Ein­schrän­kun­gen der Zivil­ge­sell­schaft.
  • Die Bun­des­re­gie­rung erklärt, que­e­re Per­so­nen in Ugan­da durch Kon­tak­te zu zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen zu unter­stüt­zen und deren Anlie­gen gegen­über der ugan­di­schen Regie­rung anzu­spre­chen.
  • Einen Aus­tausch mit den USA über deren Pra­xis der Abschie­bung in Dritt­staa­ten ver­neint die Bun­des­re­gie­rung aus­drück­lich. Eben­so sei­en kei­ne gemein­sa­men Nut­zun­gen ent­spre­chen­der US-Struk­tu­ren geplant.
  • Die Druck­sa­che ent­hält außer­dem umfang­rei­che sta­tis­ti­sche Anga­ben zu Asyl­ver­fah­ren von Per­so­nen aus Ruan­da und Ugan­da sowie detail­lier­te Über­sich­ten über deut­sche Ent­wick­lungs- und Huma­ni­tär­hil­fe­mit­tel für bei­de Län­der seit 2021.

Kern­aus­sa­ge: Die Bun­des­re­gie­rung ver­folgt die Ein­rich­tung von „Return Hubs“ aktiv wei­ter und führt hier­zu Gesprä­che mit mög­li­chen Part­ner­staa­ten, hält jedoch kon­kre­te Ver­hand­lungs­part­ner, Inhal­te und Model­le der­zeit weit­ge­hend unter Ver­schluss. Gleich­zei­tig räumt sie men­schen­recht­li­che Pro­ble­me sowohl in Ruan­da als auch in Ugan­da ein.


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