Regie­rungs­er­klä­rung von Fried­rich Merz | 14.10.26

1. Per­so­nel­le Ver­än­de­run­gen im Bun­des­ka­bi­nett

  • Amts­an­tritt Alex­an­der Schweit­zer: Begrü­ßung und Glück­wün­sche zur Ver­ei­di­gung als neu­er Bun­des­mi­nis­ter für Arbeit und Sozia­les sowie Appell zur guten Zusam­men­ar­beit.
  • Wür­di­gung von Bär­bel Bas: Dank für ihren rund ein­ein­halb­jäh­ri­gen Ein­satz als Bun­des­mi­nis­te­rin für Arbeit und Sozia­les. Respekt für ihren Rück­tritt aus per­sön­li­chen Grün­den (Ver­lust der Stief­toch­ter) und Gene­sungs-/Will­kom­mens­wün­sche für ihre ange­kün­dig­te Rück­kehr als Abge­ord­ne­te.

2. Grund­satz­fra­gen: Gerech­tig­keit und inne­re Sicher­heit

  • Leit­mo­tiv „Mühen um Gerech­tig­keit“: Rück­be­zug auf die Bun­des­tags­re­de von Papst Bene­dikt XVI. (2011). Poli­tik müs­se auch in Kri­sen­zei­ten für gerech­te Ver­hält­nis­se sor­gen.
  • Defi­ni­ti­on von Gerech­tig­keit: Ableh­nung von Ent­eig­nung, Umver­tei­lung zu Las­ten der Leis­tungs­trä­ger sowie Aus­gren­zung von Min­der­hei­ten. Statt­des­sen Fokus auf Chancen‑, Leis­tungs- und Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit.
  • Reform­agen­da: Ankün­di­gung und Fort­füh­rung umfas­sen­der Refor­men in den Berei­chen Ren­te, Pfle­ge, Arbeits­markt, Staats­mo­der­ni­sie­rung und Büro­kra­tie­ab­bau.
  • Gene­ra­tio­nen­ver­ant­wor­tung: Selbst­kri­ti­scher Rück­blick auf ver­gan­ge­ne Regie­rungs­jah­re: Die Las­ten der Sozi­al­sys­te­me dür­fen nicht ein­sei­tig den jün­ge­ren Gene­ra­tio­nen auf­ge­bür­det wer­den.

3. Ver­tei­di­gung, Sicher­heit und Ukrai­ne-Unter­stüt­zung

  • Ukrai­ne-Hil­fen und Schul­den­re­gel: Bekräf­ti­gung der mili­tä­ri­schen und finan­zi­el­len Unter­stüt­zung der Ukrai­ne. Zurück­wei­sung von Vor­wür­fen, dies gin­ge zu Las­ten von Bil­dung und Sozia­lem (unter Ver­weis auf die geschaf­fe­ne Bereichs­aus­nah­me für Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in der Schul­den­re­gel).
  • Kri­tik an den poli­ti­schen Rän­dern: Schar­fe Ver­ur­tei­lung von Kräf­ten „ganz links und ganz rechts“, denen Ver­harm­lo­sung der rus­si­schen Aggres­si­on, Des­in­for­ma­ti­on und geziel­te gesell­schaft­li­che Spal­tung vor­ge­wor­fen wer­den.

4. Euro­päi­sche The­men und Schwer­punk­te für den EU-Gip­fel

  • Mehr­jäh­ri­ger Finanz­rah­men (MFR): Die Mit­tel im EU-Haus­halt müs­sen begrenzt und gezielt auf Zukunfts­be­rei­che (Sicher­heit und Wett­be­werbs­fä­hig­keit) kon­zen­triert wer­den; Dank an den Vor­schlag der iri­schen Rats­prä­si­dent­schaft.
  • Büro­kra­tie­ab­bau auf EU-Ebe­ne:
    • For­de­rung nach einer „EU-Büro­kra­tie­brem­se“.
    • Vor­über­ge­hen­des Aus­set­zen von Regeln, die schnel­le Inves­ti­tio­nen (in KI, Dekar­bo­ni­sie­rung, Ver­tei­di­gung) brem­sen.
    • Ver­ab­schie­dung eines EU-Berichts­ent­las­tungs­ge­set­zes zur Abschaf­fung von Berichts­pflich­ten.
  • Bin­nen­markt und Kapi­tal­markt:
    • Ein­füh­rung eines „28. Regimes“ im Gesell­schafts­recht für Start-ups (ein­heit­li­cher, digi­ta­ler EU-Rechts­rah­men).
    • Wei­ter­ent­wick­lung der Kapi­tal­markt­uni­on zu einer „Spar- und Inves­ti­ti­ons­uni­on“.
  • Han­dels­po­li­tik und Part­ner­schaf­ten:
    • Fokus auf neue Frei­han­dels­ab­kom­men (EU-Mer­co­sur, Indi­en, Indo­pa­zi­fik); Ankün­di­gung einer Asi­en­rei­se (Sin­ga­pur, Japan, Süd­ko­rea) zum Abbau ein­sei­ti­ger Abhän­gig­kei­ten.
    • EU-Han­dels­schutz: Gemein­sa­me Initia­ti­ve mit Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron gegen wett­be­werbs­ver­zer­ren­de Prak­ti­ken (Über­ka­pa­zi­tä­ten, Sub­ven­tio­nen). For­de­rung nach einem neu­en Instru­ment, mit dem die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on schnell und schlag­kräf­tig auf geziel­te Angrif­fe gegen euro­päi­sche Indus­trien reagie­ren kann.

5. Wirt­schaft­li­che Lage und Schluss­ap­pell

  • Wirt­schaft­li­cher Opti­mis­mus: Ver­weis auf ange­ho­be­ne Wachs­tums­pro­gno­sen der Insti­tu­te für 2026 (auf 1,3 %) und 2027, anzie­hen­de aus­län­di­sche Direkt­in­ves­ti­tio­nen und hohe Grün­der­zah­len.
  • Appell zu „schöp­fe­ri­scher Anstren­gung“: Mit einem Zitat von Robert Schu­man (1950) wird zu ent­schlos­se­nem Han­deln auf­ge­ru­fen. Dies sei die ein­zi­ge wirk­sa­me Ant­wort auf gesell­schaft­li­che Zer­set­zung, Hohn und Extre­mis­mus, um Wohl­stand und Sta­bi­li­tät in Deutsch­land und Euro­pa lang­fris­tig zu sichern.

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