Wassernutzung von KI- und Rechenzentren – Kenntnisstand und Maßnahmen der Bundesregierung
Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD zur Wassernutzung von KI- und Rechenzentren.
Wichtigste Punkte:
- Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 deutlich auszubauen. Gleichzeitig wird die Frage wichtiger, wie viel Wasser Rechenzentren für Kühlung und indirekt für die Stromversorgung benötigen.
- Nach Angaben der Bundesregierung liegen inzwischen Daten zur Wassernutzung über das Effizienzregister für Rechenzentren (RZReg) vor. Erfasst werden unter anderem Gesamtwasserverbrauch, Trinkwassernutzung und wiederverwendetes Wasser.
- Die Bundesregierung betont, dass zusätzliche Berichtspflichten für Unternehmen möglichst vermieden werden sollen, um Bürokratie abzubauen.
- Für Bundesrechenzentren werden Wasserverbrauchsdaten erhoben. Seit dem Berichtsjahr 2024 wird im Rahmen der Green-IT-Berichterstattung auch der Gesamtwasserverbrauch erfasst und daraus die Kennzahl WUE (Water Usage Effectiveness) berechnet.
- Viele Rechenzentren des Bundes nutzen geschlossene Kühlsysteme, bei denen kein kontinuierlicher Frischwasserverbrauch entsteht. Das ITZBund gibt an, für die Kühlung seiner betrachteten Rechenzentren kein Wasser zu verbrauchen, weil geschlossene Kühlkreisläufe eingesetzt werden.
- Die Bundesregierung erkennt an, dass der Wasserbedarf stark von der eingesetzten Kühltechnik abhängt. Bei der geplanten Aktualisierung der nationalen Rechenzentrumsstrategie soll das Thema Wasser stärker berücksichtigt werden.
- Spezielle bundesrechtliche Vorgaben für besonders wassersparende Rechenzentren gibt es derzeit nicht. Allerdings verlangt das Wasserrecht grundsätzlich einen sparsamen Umgang mit Wasser.
- Für Großprojekte wie die geplanten AI Gigafactories fließt die Wassernutzungseffizienz bereits als Nachhaltigkeitskriterium in die Bewertung ein.
- Die Bundesregierung plant derzeit keine Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes, die Rechenzentren als eigenen Vorhabentyp behandeln oder eine besondere Wasserprüfung vorschreiben würde. Gleichzeitig wird der Vorrang der öffentlichen Trinkwasserversorgung gegenüber gewerblicher Kühlwassernutzung ausdrücklich bestätigt.
- Über konkrete Konflikte zwischen Rechenzentren und kommunaler Wasserversorgung, Landwirtschaft oder Industrie liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
- Die bestehenden Transparenzvorgaben des Energieeffizienzgesetzes hält die Bundesregierung für ausreichend. Künftig sollen jedoch zusätzliche Stichprobenkontrollen durch das BAFA möglich werden.
Kurzfazit:
Die Bundesregierung sieht Wasserverbrauch als relevantes Thema beim Ausbau von KI- und Rechenzentren, verweist jedoch auf bereits vorhandene Datenerhebungen und bestehende Genehmigungsverfahren. Neue, weitreichende wasserrechtliche Vorgaben sind derzeit nicht geplant; stattdessen soll das Thema bei der Überarbeitung der Rechenzentrumsstrategie stärker berücksichtigt werden.
Quelle: [Drucksache 21/8564]