Zah­len zu in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land leben­den Geflüch­te­ten

Zah­len zu in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land leben­den Geflüch­te­ten zum Stand 30. Juni 2026

Wor­um es in der Druck­sa­che geht

Die Bun­des­re­gie­rung beant­wor­tet eine umfang­rei­che Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on Die Lin­ke zu Zah­len und Sta­tus von Geflüch­te­ten in Deutsch­land zum Stich­tag 30. Juni 2026. Grund­la­ge sind Daten des Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ters (AZR) sowie ergän­zen­de Sta­tis­ti­ken.

Zen­tra­le Erkennt­nis­se

1. Gesamt­zahl der Geflüch­te­ten

  • Ende 2025 leb­ten rund 3,5 Mio. Geflüch­te­te in Deutsch­land.
  • Davon hat­ten 87 % einen geklär­ten Schutz- oder Auf­ent­halts­sta­tus.
  • Erst­mals seit 2011 gab es einen leich­ten Rück­gang gegen­über dem Vor­jahr.

Schutz­sta­tus-Grup­pen im Detail

Asyl­be­rech­tig­te (Art. 16a GG)

  • 45.378 Per­so­nen
  • 50 % befris­te­te, 48 % unbe­fris­te­te Auf­ent­halts­rech­te
  • Größ­te Her­kunfts­län­der: Tür­kei, Afgha­ni­stan, Iran, Syri­en
  • Größ­te Län­der­an­tei­le: NRW, Hes­sen, Baden-Würt­tem­berg

Flücht­lings­schutz nach GFK

  • 716.368 Per­so­nen
  • Mehr­heit aus Syri­en, Afgha­ni­stan, Irak
  • 82 % befris­te­te Auf­ent­halts­rech­te
  • Höchs­te Zah­len in NRW, Baden-Würt­tem­berg, Nie­der­sach­sen

Sub­si­diä­rer Schutz (§25 Abs. 2)

  • 362.476 Per­so­nen
  • Haupt­säch­lich aus Syri­en, gefolgt von Irak, Afgha­ni­stan

Natio­na­ler Abschie­bungs­schutz (§25 Abs. 3)

  • 169.484 Per­so­nen
  • Mehr­heit aus Afgha­ni­stan

Wider­ru­fe & Aberken­nungs­ver­fah­ren

  • 40.851 lau­fen­de Aberken­nungs­ver­fah­ren (v. a. Syri­en, Irak, Afgha­ni­stan)
  • 23.324 Per­so­nen mit wider­ru­fe­nem Schutz­sta­tus (v. a. Koso­vo, Irak, Tür­kei)

Aus­rei­se­pflicht

  • 232.000 aus­rei­se­pflich­ti­ge Per­so­nen Ende 2025
  • Davon 82 % mit Dul­dung
  • Nur 9 % wegen „vor­werf­ba­rer Ver­hin­de­rung“ (§60b)
  • Frei­wil­li­ge Aus­rei­sen sind häu­fi­ger als Abschie­bun­gen (seit 2010 jedes Jahr)

Geflüch­te­te aus der Ukrai­ne

  • 1.191.056 Per­so­nen mit Auf­ent­halts­ti­tel nach §24 Auf­enthG
  • 46.632 Fik­ti­ons­be­schei­ni­gun­gen
  • 29.450 Schutz­ge­su­che
  • 45.052 for­ma­le Anträ­ge
  • 38.409 ein­ge­reis­te Ukrai­ner ohne Schutzgesuch/Titel
  • Höchs­te Zah­len in NRW, Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg

Ein­rei­sen 2026 (Jan–Jun): Rück­läu­fig, von 15.158 im Janu­ar auf 4.674 im Juni.

Aus­rei­sen 2022–2026: Ins­ge­samt 486.899 regis­trier­te Aus­rei­sen.

Huma­ni­tä­re und Inte­gra­ti­ons-Auf­ent­halts­ti­tel

Chan­cen-Auf­ent­halts­recht (§104c)

  • Vie­le ehe­mals Gedul­de­te erhiel­ten dadurch Auf­ent­halts­ti­tel.
  • 34.502 Per­so­nen wech­sel­ten spä­ter in §25a/25b.

§25a (gut inte­grier­te Jugend­li­che)

  • 22.285 Per­so­nen
  • Größ­te Her­kunfts­grup­pen: Irak, Russ­land, Afgha­ni­stan

§25b (nach­hal­ti­ge Inte­gra­ti­on)

  • 73.124 Per­so­nen
  • Größ­te Her­kunfts­grup­pen: Irak, Nige­ria, Iran

§25 Abs. 5 (unzu­mut­ba­re Aus­rei­se)

  • 51.946 Per­so­nen
  • Schwer­punkt­län­der: Ser­bi­en, Koso­vo, Viet­nam, Tür­kei

§23a Här­te­fall­re­ge­lung

  • 8.944 Per­so­nen
  • Schwer­punkt­län­der: Koso­vo, Alba­ni­en, Ser­bi­en

Dul­dun­gen ins­ge­samt

  • 199.271 Per­so­nen
  • Mehr­heit männ­lich, vie­le seit über 6 Jah­ren im Land
  • Größ­te Her­kunfts­län­der: Ser­bi­en, Koso­vo, Viet­nam, Tür­kei, Gha­na, Nige­ria

Jüdi­sche Zuwan­de­rung aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on

  • Seit 1993 ins­ge­samt 223.973 Per­so­nen auf­ge­nom­men.

Wesent­li­che Trends

  • Star­ker Ein­fluss der Ukrai­ne-Flucht­be­we­gung seit 2022.
  • Lang­fris­ti­ge Inte­gra­ti­on über §25a/25b nimmt deut­lich zu.
  • Aus­rei­se­pflich­ti­ge Zah­len sind sta­tis­tisch über­höht (Feh­ler im AZR).
  • Abschie­bun­gen spie­len eine gerin­ge Rol­le im Ver­gleich zu frei­wil­li­gen Aus­rei­sen und Auf­ent­halts­er­tei­lun­gen.

Quel­le: Bun­des­tags­druck­sa­che 21/7815

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