Zu Risi­ken und Gren­zen gro­ßer KI-Sprach­mo­del­le

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD zu den Risi­ken und Gren­zen gro­ßer KI-Sprach­mo­del­le (LLMs).

Wich­tigs­te Aus­sa­gen

  • Die Bun­des­re­gie­rung sieht sowohl Chan­cen als auch Risi­ken leis­tungs­fä­hi­ger KI-Model­le und beob­ach­tet deren Ent­wick­lung kon­ti­nu­ier­lich.
  • Zu den dis­ku­tier­ten Vor­fäl­len bei Anthro­pic (“Clau­de Mythos”) und Ope­nAI (Hug­ging-Face-Vor­fall) erklärt die Bun­des­re­gie­rung:
    • Das BSI steht mit den Unter­neh­men im Aus­tausch.
    • Die Vor­fäl­le wer­den ana­ly­siert.
    • Sie unter­strei­chen die Bedeu­tung von KI-Sicher­heits­for­schung und Kon­troll­me­cha­nis­men.
  • Zur Stär­kung der KI-Sicher­heit baut Deutsch­land das AI Safe­ty and Secu­ri­ty Insti­tu­te Deutsch­land (AISI Deutsch­land) aus, das Risi­ken und Fähig­kei­ten leis­tungs­fä­hi­ger KI-Model­le unter­su­chen soll.
  • Die Bun­des­re­gie­rung hält die bestehen­den Rege­lun­gen der EU-KI-Ver­ord­nung (AI Act) grund­sätz­lich für geeig­net, beob­ach­tet aber deren prak­ti­sche Wirk­sam­keit fort­lau­fend. Mel­de­pflich­ten für schwer­wie­gen­de KI-Vor­fäl­le wer­den als wich­ti­ger Bau­stein her­vor­ge­ho­ben.
  • Zur Gefahr einer KI-Bla­se und mög­li­cher Fehl­in­ves­ti­tio­nen erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass die wei­te­re Ent­wick­lung davon abhän­ge, ob sich die hohen Inves­ti­tio­nen in trag­fä­hi­ge Geschäfts­mo­del­le umset­zen las­sen. Eine pau­scha­le Bewer­tung sei der­zeit nicht mög­lich.
  • Beim Arbeits­markt geht die Bun­des­re­gie­rung aktu­ell nicht von einem sys­te­ma­ti­schen Arbeits­platz­ab­bau durch KI aus. Statt­des­sen wer­de vor allem ein Wan­del von Tätig­kei­ten und Kom­pe­tenz­an­for­de­run­gen beob­ach­tet.
  • Genann­te Stu­di­en deu­ten dar­auf hin, dass:
    • KI das Wirt­schafts­wachs­tum erhö­hen kann,
    • star­ke Ver­schie­bun­gen zwi­schen Bran­chen mög­lich sind,
    • gene­ra­ti­ve KI bis­lang eher als Unter­stüt­zung denn als Ersatz mensch­li­cher Arbeit wirkt.
  • Als Reak­ti­on setzt die Bun­des­re­gie­rung auf:
    • Wei­ter­bil­dung,
    • Umschu­lung,
    • För­der­pro­gram­me für KI-Kom­pe­ten­zen,
    • Unter­stüt­zung von Unter­neh­men beim Qua­li­fi­zie­rungs­pro­zess.
  • Zur digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät räumt die Bun­des­re­gie­rung ein, dass US-Anbie­ter im KI- und Cloud-Bereich sehr stark sind. Ziel sei es, Abhän­gig­kei­ten durch euro­päi­sche Ange­bo­te, Open-Source-Lösun­gen, eige­ne Rechen­zen­tren und För­de­rung deut­scher KI-Unter­neh­men zu redu­zie­ren.
  • Die Bun­des­re­gie­rung bewer­tet die Zie­le digi­ta­ler Sou­ve­rä­ni­tät wei­ter­hin als erreich­bar, ver­steht dar­un­ter jedoch nicht voll­stän­di­ge Unab­hän­gig­keit, son­dern die Ver­rin­ge­rung stra­te­gi­scher Abhän­gig­kei­ten.
  • KI in Pfle­ge und Gesund­heits­we­sen wird grund­sätz­lich als ver­tret­bar ange­se­hen, sofern Daten­schutz, Men­schen­wür­de und Sicher­heits­an­for­de­run­gen gewahrt wer­den. Dabei ver­weist die Bun­des­re­gie­rung auf die EU-KI-Ver­ord­nung und die DSGVO.
  • Für KI-gestütz­te “qua­si-the­ra­peu­ti­sche” Gesprä­che erkennt die Bun­des­re­gie­rung Risi­ken wie Fehl­ein­schät­zun­gen, Daten­schutz­pro­ble­me und psy­chi­sche Abhän­gig­kei­ten an. Ent­spre­chen­de Anwen­dun­gen sol­len den bestehen­den euro­päi­schen Regu­lie­run­gen unter­lie­gen.
  • Ein eige­ner Regie­rungs­be­richt zur „Gesamt­ri­si­ko­la­ge gene­ra­ti­ver KI“ ist der­zeit nicht geplant. Die Regie­rung ver­weist statt­des­sen auf lau­fen­de Beob­ach­tung, For­schung und bestehen­de Regu­lie­rung.
  • Bun­des­di­gi­tal­mi­nis­ter Kars­ten Wild­ber­ger unter­stützt die Idee einer inter­na­tio­na­len KI-Kon­troll­in­stanz nach dem Vor­bild der Inter­na­tio­na­len Atom­ener­gie-Orga­ni­sa­ti­on (IAEA), um Sicher­heits­stan­dards, Tests und den Aus­tausch über schwer­wie­gen­de KI-Vor­fäl­le inter­na­tio­nal zu koor­di­nie­ren.

Kurz­fa­zit: Die Bun­des­re­gie­rung erkennt Sicherheits‑, Arbeits­markt- und Sou­ve­rä­ni­täts­ri­si­ken von KI an, sieht aber der­zeit vor allem die Chan­cen. Statt neu­er natio­na­ler Regu­lie­run­gen setzt sie vor allem auf die Umset­zung des AI Acts, For­schung zu KI-Sicher­heit, den Aus­bau euro­päi­scher KI-Kapa­zi­tä­ten und Wei­ter­bil­dung der Beschäf­tig­ten.


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