Anschlag auf den Chris­to­pher Street Day in Ber­lin

Kennt­nis­se und Maß­nah­men der Bun­des­be­hör­den vor dem isla­mis­ti­schen Anschlag auf den Chris­to­pher Street Day in Ber­lin am 25. Juli 2026

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD zu den Kennt­nis­sen und Maß­nah­men von Bun­des­be­hör­den vor dem isla­mis­ti­schen Anschlag auf den Ber­li­ner Chris­to­pher Street Day am 25. Juli 2026.

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Der mut­maß­li­che Täter Abdul B. war den Sicher­heits­be­hör­den bereits als radi­ka­li­sier­ter Isla­mist bekannt und wur­de mehr­fach im Gemein­sa­men Ter­ro­ris­mus­ab­wehr­zen­trum (GTAZ) behan­delt.
  • An einer Sit­zung der GTAZ-Arbeits­grup­pe „Risi­ko­ma­nage­ment“ am 26. Mai 2026 nah­men das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA), der Gene­ral­bun­des­an­walt (GBA), das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) und das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) teil.
  • Die Bun­des­re­gie­rung ver­wei­gert die Offen­le­gung der in die­ser Sit­zung bespro­che­nen ope­ra­ti­ven Maß­nah­men mit Ver­weis auf Staats­wohl, Geheim­hal­tungs­in­ter­es­sen und den Schutz der behör­den­über­grei­fen­den Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung.
  • Laut Bun­des­re­gie­rung wur­den die ver­ein­bar­ten Maß­nah­men grund­sätz­lich umge­setzt. Eine for­ma­le Berichts­pflicht an das BKA über die Umset­zung bestand jedoch nicht.
  • Das BKA hat­te nach eige­nen Anga­ben vor dem Anschlag kei­ne Kennt­nis­se über Umfang oder Häu­fig­keit der spä­ter redu­zier­ten gefah­ren­ab­wehr­recht­li­chen Maß­nah­men gegen Abdul B.. Eine ent­spre­chen­de Berichts­pflicht der zustän­di­gen Behör­den habe nicht bestan­den.
  • Das BfV über­mit­tel­te zwi­schen der Haft­ent­las­sung von Abdul B. am 12. Mai 2026 und dem Anschlag kei­ne Erkennt­nis­se an das BKA und brach­te auch kei­ne neu­en Erkennt­nis­se im GTAZ ein.
  • Per­so­nen mit der RADAR‑i­TE-Ein­stu­fung„hohes Risi­ko“ sol­len grund­sätz­lich alle drei Mona­te neu bewer­tet wer­den. Für Abdul B. war eine erneu­te Bewer­tung für den 13. August 2026 vor­ge­se­hen.
  • Ein Vor­fall vom 2. Juli 2026, bei dem der Ein­druck ent­stand, der Betrof­fe­ne tra­ge eine Waf­fe, stell­te sich spä­ter als Spiel­zeug-Was­ser­pis­to­le her­aus. Die­ser Vor­gang wäre in einer geplan­ten indi­vi­du­el­len Risi­ko­ana­ly­se berück­sich­tigt wor­den.
  • Der Bun­des­re­gie­rung ist kei­ne erneu­te behör­den­über­grei­fen­de Befas­sung mit der Gefähr­dungs­be­wer­tung zwi­schen dem 6. Juli und dem Anschlag am 25. Juli 2026 bekannt.
  • Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um erklärt, dass vor dem Anschlag kein per­so­nen­be­zo­ge­ner Aus­tausch mit den nach­ge­ord­ne­ten Behör­den zu Abdul B. statt­ge­fun­den habe, da dies nach der Auf­ga­ben­ver­tei­lung weder ver­an­lasst noch erfor­der­lich gewe­sen sei.

Kurz­fa­zit: Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass der Fall inner­halb der bestehen­den Sicher­heits­struk­tu­ren bear­bei­tet wur­de. Gleich­zei­tig ergibt sich aus der Ant­wort, dass es kei­ne zen­tra­le Berichts­pflicht über die Umset­zung ein­zel­ner Maß­nah­men gab und dem BKA nach eige­ner Aus­sa­ge kei­ne Infor­ma­tio­nen über die spä­te­re Redu­zie­rung der Über­wa­chungs­maß­nah­men vor­la­gen.


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