Arbeits­markt der Bun­des­agen­tur für Arbeit (BA) für Sep­tem­ber 2026

1. Gesamt­la­ge: Herbst­be­le­bung beginnt ohne Schwung

  • Kon­junk­tur: Zwar leg­te das BIP im 2. Quar­tal um 0,3 % zu (gestützt durch Expor­te und Staats­aus­ga­ben), doch am Arbeits­markt kommt die wirt­schaft­li­che Bele­bung noch nicht spür­bar an. Die Infla­ti­on lag im August bei 2,9 % und dämpft den Kon­sum.
  • Arbeits­markt-Trend: Die sonst im Sep­tem­ber typi­sche Herbst­be­le­bung fiel schwach aus. Zwar sank die Arbeits­lo­sig­keit abso­lut leicht, sai­son­be­rei­nigt stieg sie jedoch um 12.000. Früh­in­di­ka­to­ren (wie das IAB-Arbeits­markt­ba­ro­me­ter bei 99,6 Punk­ten) deu­ten auf kei­ne bal­di­ge Trend­wen­de hin.

2. Arbeits­lo­sig­keit und Unter­be­schäf­ti­gung

  • Arbeits­lo­se:
    • Im Sep­tem­ber sank die Gesamt­zahl um 67.000 auf 2.994.000 Per­so­nen (unter die 3‑Mil­lio­nen-Mar­ke). Im Vor­jah­res­ver­gleich sind dies jedoch 40.000 mehr.
    • Arbeits­lo­sen­quo­te: 6,4 % (+0,1 Pro­zent­punk­te gegen­über Vor­jahr; sai­son­be­rei­nigt eben­falls 6,4 %).
    • Regio­na­le Unter­schie­de: Nied­rigs­te Quo­te in Bay­ern (4,2 %), höchs­te in Bre­men (11,2 %).
  • Rechts­krei­se:
    • SGB III (Arbeits­agen­tu­ren): 1.182.000 Arbeits­lo­se (+74.000 bzw. +7 % gegen­über Vor­jahr).
    • SGB II (Job­cen­ter): 1.812.000 Arbeits­lo­se (-34.000 bzw. ‑2 % gegen­über Vor­jahr).
  • Unter­be­schäf­ti­gung (ohne Kurz­ar­beit):
    • Lag bei 3.615.000 Per­so­nen (-65.000 zum Vor­mo­nat, sai­son­be­rei­nigt ‑7.000; +25.000 im Vor­jah­res­ver­gleich).
  • Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit:
    • 1.070.000 Per­so­nen (gut ein Drit­tel aller Arbeits­lo­sen) sind län­ger als ein Jahr arbeits­los (+22.000 zum Vor­jahr).
  • Bewegungen/Chancen:
    • Die Chan­ce, aus der Arbeits­lo­sig­keit eine regu­lä­re Beschäf­ti­gung auf­zu­neh­men, bleibt mit einer monat­li­chen Abgangs­ra­te von 5,70 % auf his­to­risch sehr nied­ri­gem Niveau.
    • Das Risi­ko, aus Beschäf­ti­gung arbeits­los zu wer­den (Zugangs­ri­si­ko: 0,61 %), steigt kon­ti­nu­ier­lich an, liegt aber im Mehr­jah­res­ver­gleich wei­ter­hin rela­tiv nied­rig.

3. Beschäf­ti­gung und Kurz­ar­beit

  • Erwerbs­tä­tig­keit (August): 45,58 Mio. Per­so­nen (-29.000 sai­son­be­rei­nigt zum Vor­mo­nat; ‑236.000 bzw. ‑0,5 % zum Vor­jahr).
  • Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung (Juli): 34,68 Mio. Per­so­nen (-12.000 sai­son­be­rei­nigt zum Vor­mo­nat; ‑84.000 zum Vor­jahr).
    • Voll­zeit vs. Teil­zeit: Voll­zeit­be­schäf­ti­gung geht deut­lich zurück (-236.000 auf 23,69 Mio.), wäh­rend aus­schließ­lich Teil­zeit zulegt (+152.000 auf 10,99 Mio.).
    • Bran­chen: Beschäf­ti­gungs­ab­bau vor allem im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (-169.000 YoY) und Han­del (-59.000 YoY); Zuwäch­se fast nur im staatlichen/sozialen Bereich (Gesund­heit +65.000, Pflege/Soziales +62.000).
    • Demo­gra­fie & Migra­ti­on: Die Zahl deut­scher Beschäf­tig­ter sinkt demo­gra­fie­be­dingt stark (-266.000 YoY). Der Zuwachs bei aus­län­di­schen Arbeits­kräf­ten (+181.000 YoY, pri­mär Dritt­staa­ten wie Ukrai­ne) kann die­sen Rück­gang seit Mit­te 2025 nicht mehr voll aus­glei­chen.
  • Kurz­ar­beit (Juli): Kon­junk­tu­rel­les Kurz­ar­bei­ter­geld wur­de für 118.000 Beschäf­tig­te gezahlt (Kurz­ar­bei­ter­quo­te: 0,3 %; rech­ne­risch 34.000 Voll­zeit­äqui­va­len­te gesi­chert), Schwer­punkt wei­ter­hin im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be.

4. Arbeits­kräf­te­nach­fra­ge und Stel­len­an­ge­bot

  • Gemel­de­te Stel­len (BA): 660.000 offe­ne Stel­len (+30.000 zum Vor­jahr), die Nach­fra­ge nach neu­em Per­so­nal bleibt ver­hal­ten.
  • BA-Stel­len­in­dex (BA‑X): Liegt bei 104 Punk­ten (+1 Punkt zum Vor­mo­nat, +6 zum Vor­jahr).
  • Gesamt­wirt­schaft­li­ches Stel­len­an­ge­bot (IAB-Befra­gung Q2): 1,02 Mio. Stel­len (-11 % zum Vor­quar­tal, ‑3 % zum Vor­jahr). Die Mel­de­quo­te bei der BA liegt bei 52 %.
  • Eng­päs­se: Kein all­ge­mei­ner Arbeits­kräf­te­man­gel, aber wei­ter­hin spür­ba­re Eng­päs­se in Pflege‑, Medizin‑, Hand­werks- und Bau­be­ru­fen sowie bei Erzie­hern und Kraft­fah­rern.

5. Sozia­le Siche­rung bei Arbeits­lo­sig­keit

  • Im Sep­tem­ber bezo­gen 4.723.000 Men­schen im erwerbs­fä­hi­gen Alter Lohn­er­satz- oder Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen (-59.000 zum Vor­jahr):
    • Arbeits­lo­sen­geld (SGB III): 1.082.000 Bezie­her (+85.000 zum Vor­jahr). Die durch­schnitt­li­che Anspruchs­hö­he betrug bun­des­weit 1.361 Euro/Monat.
    • Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de (SGB II): 3.704.000 erwerbs­fä­hi­ge Leis­tungs­be­rech­tig­te (ELB) (-145.000 zum Vor­jahr).
  • Hin­weis zur Arbeits­lo­sig­keit: Nur rund 54 % der Leis­tungs­be­rech­tig­ten sind tat­säch­lich arbeits­los gemel­det; der Rest befin­det sich u. a. in Maß­nah­men, in Schule/Studium, in Kindererziehung/Pflege, ist erwerbs­tä­tig (Auf­sto­cker) oder arbeits­un­fä­hig.

6. Arbeits­markt­po­li­ti­sche Maß­nah­men & Aus­bil­dungs­markt

  • Maß­nah­men: 722.000 Per­so­nen nah­men an geför­der­ten arbeits­markt­po­li­ti­schen Maß­nah­men teil (Akti­vie­rungs­quo­te: 16,4 %). Schwer­punk­te: beruf­li­che Wei­ter­bil­dung (176.000 Teil­neh­men­de) und Akti­vie­rungs­maß­nah­men (152.000 Teil­neh­men­de).
  • Aus­bil­dungs­markt: Die end­gül­ti­ge Bilanz zum Berufs­be­ra­tungs­jahr 2025/2026 wird zum Stich­tag 30. Sep­tem­ber gezo­gen und gemein­sam mit den Okto­ber-Arbeits­markt­da­ten am 30. Okto­ber 2026 ver­öf­fent­licht.

Quel­le: BA

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