Das US-ame­ri­ka­ni­sche Sank­ti­ons­re­gime gegen Nord Stream 2

Das US-ame­ri­ka­ni­sche Sank­ti­ons­re­gime gegen Nord Stream 2 und die Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD zum US-Sank­ti­ons­re­gime gegen Nord Stream 2 und zur Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung.

Die wich­tigs­ten Aus­sa­gen:

  • Die Bun­des­re­gie­rung betont, dass sich eine Inbe­trieb­nah­me von Nord Stream 2 für sie nicht mehr stellt. Russ­land habe sei­ne Gas­lie­fe­run­gen bereits 2022 ein­ge­stellt und sich als unzu­ver­läs­si­ger Ener­gie­part­ner erwie­sen. Zudem ruht das Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren wei­ter­hin.
  • Die Bun­des­re­gie­rung unter­stützt die euro­päi­schen Sank­tio­nen gegen den rus­si­schen Ener­gie­sek­tor, ein­schließ­lich der Sank­tio­nie­rung der Nord-Stream-Pipe­lines durch das 18. EU-Sank­ti­ons­pa­ket von Juli 2025.
  • Zu den US-Sank­tio­nen erklärt die Bun­des­re­gie­rung, dass sie extra­ter­ri­to­ria­le Sank­tio­nen von Dritt­staa­ten ohne aus­rei­chen­de recht­li­che Anknüp­fung grund­sätz­lich ablehnt.
  • Vie­le Fra­gen zu Gesprä­chen mit den USA beant­wor­tet die Bun­des­re­gie­rung nicht inhalt­lich und ver­weist auf die Ver­trau­lich­keit diplo­ma­ti­scher Kon­tak­te.
  • Die Bun­des­re­gie­rung erklärt, die dama­li­ge Bun­des­re­gie­rung habe stets ver­sucht, die US-Sank­tio­nen gegen Nord Stream 2 abzu­weh­ren. Eine eige­ne Unter­su­chung der wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der Sank­tio­nen auf den Gas­markt wur­de jedoch nicht vor­ge­legt.
  • Zur Rechts­la­ge betont die Bun­des­re­gie­rung, dass die Aus­ar­bei­tung der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­tags kei­ne grund­sätz­li­che Bewer­tung aller extra­ter­ri­to­ria­len Sank­tio­nen dar­stel­le und daher nicht im Wider­spruch zur Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung ste­he.
  • Die Bun­des­re­gie­rung sieht in der Tat­sa­che, dass Unter­neh­men ver­schie­de­nen natio­na­len Rechts­ord­nun­gen unter­lie­gen, kei­nen Sou­ve­rä­ni­täts­ver­stoß Deutsch­lands.
  • Mehr­fach ver­weist sie dar­auf, dass Ent­schei­dun­gen der Bun­des­netz­agen­tur nicht von der Bun­des­re­gie­rung über­prüft wer­den, son­dern gege­be­nen­falls durch Gerich­te.
  • Das Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren für Nord Stream 2 ruht wei­ter­hin. Daher sieht die Bun­des­re­gie­rung der­zeit kei­nen Anlass, wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen für eine mög­li­che Zer­ti­fi­zie­rung zu prü­fen.
  • Die Bun­des­re­gie­rung hält die EU-Blo­cking-Ver­ord­nung gegen bestimm­te extra­ter­ri­to­ria­le Sank­tio­nen für prak­tisch wirk­sam und ver­weist auf deren Anwen­dung durch deut­sche Gerich­te.
  • Zu den Schä­den an den Pipe­lines und deren tech­ni­schem Zustand ver­weist die Bun­des­re­gie­rung weit­ge­hend auf die Zustän­dig­keit ande­rer Behör­den bzw. ande­rer Staa­ten und erklärt, sie beur­tei­le den tech­ni­schen Zustand der Lei­tun­gen nicht selbst.

Kurz­fa­zit:
Das Doku­ment zeigt eine kla­re Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung: Nord Stream 2 spielt ener­gie­po­li­tisch kei­ne Rol­le mehr, die Pipe­line bleibt nicht zer­ti­fi­ziert, Russ­land wird nicht mehr als ver­läss­li­cher Ener­gie­part­ner ange­se­hen, und die Bun­des­re­gie­rung unter­stützt die euro­päi­schen Sank­tio­nen gegen den rus­si­schen Ener­gie­sek­tor. Zugleich lehnt sie extra­ter­ri­to­ria­le Sank­tio­nen grund­sätz­lich ab, ver­mei­det aber detail­lier­te Bewer­tun­gen ver­trau­li­cher Gesprä­che mit den USA.


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