Steu­er­li­che Ver­güns­ti­gun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he außer­halb des Sub­ven­ti­ons­be­richts

Steu­er­li­che Ver­güns­ti­gun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he außer­halb des
Sub­ven­ti­ons­be­richts

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on Die Lin­ke zu steu­er­li­chen Ver­güns­ti­gun­gen, die nicht im Sub­ven­ti­ons­be­richt aus­ge­wie­sen wer­den.

Wich­tigs­te Aus­sa­gen:

  • Die Anfra­ge the­ma­ti­siert ins­be­son­de­re das soge­nann­te Dienst­wa­gen­pri­vi­leg, die Ent­fer­nungs­pau­scha­le und das Die­sel­pri­vi­leg. Der Bun­des­rech­nungs­hof kri­ti­siert, dass die­se Rege­lun­gen nicht als Sub­ven­tio­nen im Sub­ven­ti­ons­be­richt erfasst wer­den, obwohl sie erheb­li­che Steu­er­min­der­ein­nah­men ver­ur­sa­chen sol­len.
  • Die Bun­des­re­gie­rung hält dage­gen fest, dass die pau­scha­le Besteue­rung pri­vat genutz­ter Dienst­wa­gen und die Ent­fer­nungs­pau­scha­le kei­ne Sub­ven­tio­nen im Sin­ne ihres Sub­ven­ti­ons­be­griffs sei­en. Sie beruft sich dabei auf § 12 des Sta­bi­li­täts- und Wachs­tums­ge­set­zes und die Defi­ni­ti­on im Sub­ven­ti­ons­be­richt.
  • Als sub­ven­ti­ons­re­le­vant betrach­tet die Bun­des­re­gie­rung bei Dienst­wa­gen ledig­lich die zusätz­li­che Begüns­ti­gung von Elek­tro­fahr­zeu­gen (BEV) und Plug-in-Hybri­den (PHEV) durch redu­zier­te Bemes­sungs­grund­la­gen. Die­se För­de­rung wird im Sub­ven­ti­ons­be­richt aus­ge­wie­sen.
  • Zur oft genann­ten Stu­die des Umwelt­bun­des­am­tes, die für 2024 Steu­er­min­der­ein­nah­men von rund 4,2 bis 4,92 Mil­li­ar­den Euro durch das Dienst­wa­gen­pri­vi­leg errech­net, äußert sich die Bun­des­re­gie­rung zurück­hal­tend und ver­weist dar­auf, dass sie die übli­che 1-%-Regelung als sach­ge­rech­te Besteue­rung und nicht als Steu­er­vor­teil ansieht.
  • Nach inter­nen Schät­zun­gen gibt es aktu­ell rund 3,4 Mil­lio­nen Dienst­wa­gen mit pau­scha­ler Nut­zungs­wert­ermitt­lung, dar­un­ter etwa 600.000 Elek­tro­fahr­zeu­ge und 420.000 Plug-in-Hybri­de. Steu­er­sta­tis­ti­sche Detail­da­ten zu Nut­zern oder Ein­kom­mens­grup­pen lie­gen der Bun­des­re­gie­rung nicht vor.
  • Die Bun­des­re­gie­rung gibt an, in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode kei­ne alter­na­ti­ven Model­le zur Besteue­rung pri­va­ter Dienst­wa­gen­nut­zung geprüft zu haben.
  • Hin­sicht­lich der Kri­tik des Bun­des­rech­nungs­ho­fes und mög­li­cher Refor­men ver­weist die Bun­des­re­gie­rung auf lau­fen­de poli­ti­sche Prü­fun­gen sowie den Koali­ti­ons­ver­trag, der eine Über­prü­fung aller Sub­ven­tio­nen vor­sieht. Kon­kre­te Ergeb­nis­se oder Reform­plä­ne wer­den jedoch nicht genannt.
  • Ob eine Steu­er­ver­güns­ti­gung fort­ge­führt wird, sei letzt­lich eine poli­ti­sche Ent­schei­dung, die par­la­men­ta­ri­sche Mehr­hei­ten erfor­dert.

Kurz­fa­zit: Die Bun­des­re­gie­rung weist die Ein­stu­fung des Dienst­wa­gen­pri­vi­legs und der Ent­fer­nungs­pau­scha­le als Sub­ven­tio­nen zurück, erkennt ledig­lich die zusätz­li­che För­de­rung von E‑Autos und Plug-in-Hybri­den als Sub­ven­ti­ons­wir­kung an und plant der­zeit kei­ne grund­le­gen­de Reform der Dienst­wa­gen­be­steue­rung.


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