Der Daten­an­kauf des Bun­des­kri­mi­nal­amts

Der Daten­an­kauf des Bun­des­kri­mi­nal­amts – recht­li­che Ein­ord­nung und Trans­pa­renz beim Erwerb von Mas­sen­da­ten durch Poli­zei­be­hör­den

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD zum Ankauf kom­mer­zi­el­ler Mas­sen­da­ten durch Sicher­heits­be­hör­den.

Wich­tigs­te Punk­te:

  • Die Anfra­ge the­ma­ti­siert den Erwerb per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten von soge­nann­ten Data Bro­kern durch Behör­den wie das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA). Kri­ti­siert wird, dass dadurch mög­li­cher­wei­se gesetz­li­che Hür­den klas­si­scher Über­wa­chungs­maß­nah­men umgan­gen wer­den könn­ten.
  • Die Bun­des­re­gie­rung ver­wei­gert zahl­rei­che Detail­an­ga­ben, ins­be­son­de­re zu Umfang, Kos­ten, Soft­ware, Ana­ly­se­platt­for­men und kon­kre­ten Vor­ge­hens­wei­sen von BKA und Bun­des­po­li­zei. Als Begrün­dung nennt sie den Schutz des Staats­wohls und die Wah­rung ope­ra­ti­ver Fähig­kei­ten der Sicher­heits­be­hör­den
  • Auf die Fra­ge nach zen­tra­len Rah­men­ver­trä­gen oder Beschaf­fungs­ver­ein­ba­run­gen mit Daten­händ­lern ant­wor­tet die Bun­des­re­gie­rung, dass ihr sol­che Ver­ein­ba­run­gen nicht bekannt sei­en.
  • Die Bun­des­re­gie­rung erklärt, sie koor­di­nie­re kei­nen Aus­tausch von Erkennt­nis­sen aus kom­mer­zi­el­len Daten­quel­len zwi­schen dem BKA und den betrof­fe­nen Bun­des­län­dern.
  • Einen kon­kre­ten Gesetz­ent­wurf für beson­de­re rich­ter­li­che Kon­trol­le beim Ankauf von Mas­sen­da­ten kün­digt die Bun­des­re­gie­rung nicht an. Sie erklärt ledig­lich, den Rege­lungs­be­darf fort­lau­fend zu prü­fen. Außer­dem weist sie dar­auf hin, dass öffent­lich ver­füg­ba­re Daten ver­fas­sungs­recht­lich anders zu bewer­ten sei­en als klas­si­sche Über­wa­chungs­maß­nah­men.
  • Zur Rechts­grund­la­ge ver­tritt die Bun­des­re­gie­rung die Auf­fas­sung, dass all­ge­mei­ne Daten­er­he­bungs­be­fug­nis­se grund­sätz­lich eine Grund­la­ge für die Nut­zung öffent­lich zugäng­li­cher Infor­ma­tio­nen sein kön­nen. Sie wider­spricht damit teil­wei­se einem Gut­ach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­ta­ges, das die Rechts­grund­la­gen für den kom­mer­zi­el­len Daten­an­kauf kri­tisch bewer­tet.
  • Bei Fra­gen zur Doku­men­ta­ti­on von Daten­her­kunft in Ermitt­lungs­ak­ten ver­weist die Bun­des­re­gie­rung auf die Zustän­dig­keit der Staats­an­walt­schaf­ten und erklärt, hier­zu kei­ne eige­nen Kennt­nis­se zu haben.
  • Hin­sicht­lich des Schut­zes beson­ders sen­si­bler Infor­ma­tio­nen (Kern­be­reich pri­va­ter Lebens­ge­stal­tung) betont die Bun­des­re­gie­rung, BKA und Bun­des­po­li­zei han­del­ten auf Grund­la­ge gel­ten­den Rechts und prüf­ten den gesetz­li­chen Anpas­sungs­be­darf fort­lau­fend.

Kern­aus­sa­ge:
Die Bun­des­re­gie­rung bestä­tigt weder Umfang noch kon­kre­te Aus­ge­stal­tung mög­li­cher Daten­käu­fe durch Sicher­heits­be­hör­den, ver­weist viel­fach auf Geheim­hal­tungs­in­ter­es­sen und hält die bestehen­de Rechts­la­ge grund­sätz­lich für aus­rei­chend bzw. ein­zel­fall­ab­hän­gig, wäh­rend die Fra­ge­stel­ler erheb­li­che ver­fas­sungs- und daten­schutz­recht­li­che Beden­ken gel­tend machen.


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